Liquidationsrechnungslegung: Wie ist die Rechnungslegung bei einer GmbH?

Wie ist die Rechnungslegung einer GmbH in der Insolvenz bzw. Liquidation?

Was ist eine Liquidationseröffnungsbilanz bei einer GmbH?

Bei der Auflösung bzw. Liquidation einer GmbH beginnt der Liquidationszeitraum am Tage der beschlossenen Auflösung, wobei das Rumpfgeschäftsjahr steuer- und handelsrechtlich nicht in den Liquidationszeitraum einzubeziehen ist.

Die Auflösung der GmbH bezeichnet dabei den Zeitpunkt, ab dem die Gesellschaft ihr aktives Werben nach außen abschliesst. Auf diesen Zeitpunkt muss eine Schlussbilanz der werbenden Gesellschaft erstellt werden. Für die Bewertung des Jahresabschlusses gelten keine Besonderheiten.

Möglich ist jedoch, dass im Auflösungsbeschluss bestimmt wird, dass die Liquidation zu einem späteren Zeitpunkt beginnen soll, wobei die Eintragung der Auflösung im Handelsregister nicht entscheidend ist.

Gemäß § 71 GmbHG haben die Liquidatoren für den Beginn der Liquidation eine Bilanz und einen Bericht zu erstellen, wobei diese Liquidationseröffnungsbilanz innerhalb von drei Monaten auf den Tag der Auflösung aufgestellt werden muss. Hierbei sind sämtliche Vermögensgegenstände neu zu bewerten.

(1) Die Liquidatoren haben für den Beginn der Liquidation eine Bilanz (Eröffnungsbilanz) und einen die Eröffnungsbilanz erläuternden Bericht sowie für den Schluß eines jeden Jahres einen Jahresabschluß und einen Lagebericht aufzustellen.

(2) Die Gesellschafter beschließen über die Feststellung der Eröffnungsbilanz und des Jahresabschlusses sowie über die Entlastung der Liquidatoren. Auf die Eröffnungsbilanz und den erläuternden Bericht sind die Vorschriften über den Jahresabschluß entsprechend anzuwenden. Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind jedoch wie Umlaufvermögen zu bewerten, soweit ihre Veräußerung innerhalb eines übersehbaren Zeitraums beabsichtigt ist oder diese Vermögensgegenstände nicht mehr dem Geschäftsbetrieb dienen; dies gilt auch für den Jahresabschluß.

(3) Das Gericht kann von der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts durch einen Abschlußprüfer befreien, wenn die Verhältnisse der Gesellschaft so überschaubar sind, daß eine Prüfung im Interesse der Gläubiger und der Gesellschafter nicht geboten erscheint. Gegen die Entscheidung ist die Beschwerde zulässig.

(4) Im übrigen haben sie die aus §§ 37, 41, 43 Abs. 1, 2 und 4, § 49 Abs. 1 und 2, § 64 sich ergebenden Rechte und Pflichten der Geschäftsführer.

(5) Auf den Geschäftsbriefen ist anzugeben, dass sich die Gesellschaft in Liquidation befindet; im Übrigen gilt § 35a entsprechend.

Der Zeitpunkt, auf den die Vermögensgegenstände neu zu bewerten sind ist der Zeitpunkt, an dem die eigentliche Verwertung des Gesellschaftsvermögens beginnt und damit die regulären handelsrechtlichen Bewertung zugrundeliegende Fortführungsprämisse nicht mehr zutrifft.

Diese Liquidationsbilanz wird durch die Gesellschafterversammlung festgelegt. Die Vorschriften über den Jahresabschluss werbender Gesellschaften sind entsprechend anzuwenden.

Schritte der Erstellung einer Liquidationseröffnungsbilanz bei einer GmbH

Schritt 1: Wertaufstellung

Zur Vorbereitung der Liquidationseröffnungsbilanz stellt man am besten die bisherigen Werte der HB den Veräußerungswerten gegenüber.

Schritt 2: Neubewertungskonto

Die ermittelten Werte werden über ein Neubewertungskonto gesammelt und verbucht.

Schritt 3: Auflösung Neubewertungskonto über Liquidationskapital

Das Neubewertungskonto ist über das Liquidationskapital abzuschliessen.

Schritt 4: Erstellung der Liquidationseröffnungsbilanz der GmbH

Da die Veräußerungswerte als auch das Liquidationskapital feststehen kann die Eröffnungsbilanz entwickelt werden.

Welche Jahresabschlüsse müssen in der Liquidationsphase der GmbH erstellt werden?

Unabhängig von der Liquidation haben die Liquidatoren handelsrechtlich für jedes Liquidationsgeschäftsjahr einen Liquidationsjahresabschluss (Bilanz, GuV und Anhang) sowie bei mittelgroßen und großen Gesellschaften einen Lagebericht aufzustellen (§ 17 GmbHG).

Das erste Geschäftsjahr beginnt mit dem Tag des beschlossenen Auflösungszeitpunkts.

Die Rechnungslegungsvorschriften werbender Gesellschaften sind unmittelbar anzuwenden.

Auf für die handelsrechtlichen Abwicklungsjahresabschlüsse sind die § 238ff und § 264ff HGB sowie die Grundsätze ordnungsmässiger Buchführung zu beachten. Ebenso unterliegen die Liquidationsjahresabschlüsse den allgemeinen Prüfungs- und Offenlegungsvorschriften. Allerdings kann sich nach § 71 Abs. 3 HGB eine prüfungspflichtige Gesellschaft im Abwicklungszeitraum von der Prüfungspflicht befreien lassen.

Was ist eine Liquidationsschlussbilanz einer GmbH? Was ist eine Liquidationsschlussrechnung?

Die Liquidationsschlussbilanz markiert das Ende der Abwicklungsphase der GmbH in Liquidation. Sofern schwer veräußerbare Aktiva übrigbleiben, so sind diese bei den Gesellschaftern mit dem gemeinen Wert in die Schlussverteilung aufzunehmen.

Die Liquidationsschlussrechnung kann in Form eines Jahresabschlusses oder auch einer Einnahmen- Überschussrechnung erfolgen. Die Rechnung muss durch die Gesellschafterversammlung festgestellt und genehmigt werden.