Was versteht man unter einer Tax Due Diligence und welche Analysen werden durchgeführt?

Was ist eine Tax Due Diligence und welche Arten gibt es?

Die Tax Due Diligence analysiert die steuerliche Situation des Zielunternehmens.

Ähnlich wie bei der Financial Due Diligence kann die Tax Due Diligence vom potenziellen Käufer (Buy Side Due Diligence) und vom Verkäufer (Sell Side Due Diligence) in Auftrag gegeben werden.

Bei der Sicht aus Verkäuferseite wird zwischem einem Tax Factbook und einem Vendor-Tax-Due-Diligence-Bericht differenziert. Während bei dem Tax Factbook ohne Wertung die steuerlichen key facts zusammengetragen werden, wird beim Verndor-Tax-Due-Diligence-Bericht eine Risikobewertung angefertigt. In den allermeisten Fällen wird allerdings nur ein Tax Factbook zusammengestellt, in einigen Fällen ist eine Mischung aus beidem zu beobachten.

Welche Dokumente stehen bei einer Tax Due Diligence zur Verfügung?

Unter anderem folgende Dokumente werden bei einer Tax-Due-Diligence angefragt:

  • Jahresabschlüsse inkl. Kontennachweise
  • Steuerbilanzen
  • Steuererklärungen und Steuerbescheide
  • Letzte Betriebsprüfungsberichte
  • Schriftwechsel mit der Finanzverwaltung inkl. laufenden Einsprüchen und finanzgerichtlichen Klageverfahren
  • Dokumentation der Verrechnungspreise
  • Steuerlich relevante Verträge wie Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge

Die genannten Dokumente werden auf steuerliche Risiken analysiert und dahingehend untersucht, welche steuerlichen Auswirkungen auf die Folgejahre daraus abzuleiten sind.

Bei offenen Einspruchs- und finanzgerichtlichen Klageverfahren wird geschaut welche monetären Folgen dies für die kommenden Jahre haben könnte. Dabei werden potentielle Steuerrisiken mit der aktuell in den Jahresabschlüssen passivierten Risikovorsorge abgeglichen.

Welche steuerlichen Risiken sollten in einer Tax Due Diligence untersucht werden?

Folgende Vorgänge bzw. Sachverhalte sollten besonders intensiv untersucht werden:

  • Reorganisationen wie Einbringungen, Spaltungen und Verschmelzungen
  • Organschaften
  • Verrechnungspreis (transfer-pricing)
  • Zinsschranke
  • Nutzung oder Verlust von etwaigen Verlustvorträgen
  • Geschäftsbeziehung zwischen Zielgesellschaft und ihren Gesellschaftern

Was ist ein Share und was ein Asset Deal?

Als Share Deal werden die Transaktionen bezeichnet, bei denen der Käufer Anteile am Zielunternehmen kauft. Der Käufer wird somit Gesellschafter des Targets.

Beim Asset Deal werden aus einer Gesellschaft die im Kaufvertrag spezifizierten Vermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten gekauft. Für den Käufer besteht, das ist zu erahnen, ein höheres steuerliches Risiko bei dem Share Deal, da er die etwaigen steuerlichen Risiken, die sich aus dem vergangenen Wirtschaften der Gesellschaft ergeben, mit übernimmt.

Bei dem Asset Deal werden einzelne Vermögensgegenstände ohne die Historie der Gesellschaft erworben.

Was versteht man unter einer Steuerfreistellung (tax indemnity)?

Wird im Kaufvertrag eine umfassende Steuerfreistellungsklausel eingeräumt, kann der Umfang der Tax Due Diligence drastisch reduziert werden.

Mit einer Steuerfreistellung (tax indemnity) stellt der Verkäufer den Käufer von etwaigen Steuern frei, die in der Bilanz nicht passiviert sind – sprich zumeist den in der Betriebsprüfung aufgedeckten Steuerrisiken. Beispielsweise könnten sich Körperschaft- und Gewerbesteuer für einen Zeitraum nach der Transaktion durch Ereignisse vor der Transaktion erhöhen. Diese Nachzahlung an Steuern wird durch eine solche Steuerfreistellung nicht vermieden sondern der Käufer wird von dem Verkäufer hierdurch entschädigt.

Um einem möglichen Risiko einer Insolvenz des Verkäufers und dadurch des Verlusts der Freistellung zu umgehen, werden bei Transaktionen Treuhänderkonten eingerichtet, auf dem ein Teil des gezahlten Kaufpreises für einen definierten Zeitraum verbleibt.

Die eventuell entstehenden Steuerfreistellungen können dann mit dem Kaufpreisanteil verrechnet werden, der auf den Treuhänderkonten verblieben ist.

Welche speziellen Problembereiche könnten in einer Tax Due Diligence auftauchen?

Die Tax Due Diligence wird insbesondere bei internationalen Konzernstrukturen sehr komplex. Da sich die Steuergesetze je nach Land erheblich unterscheiden können, wird gewöhnlich ein lokales Tax-Due-Diligence-Team je Jurisdiktion eingesetzt. Dadurch erhöht sich zum einen der Koordinationsaufwand und natürlich entsprechend die Kosten der Due Diligence.

Wie werden die Ergebnisse der Tax Due Diligence genutzt und verarbeitet?

Die Ergebnisse der Tax Due Diligence werden im Rahmen der Kaufvertragsverhandlungen eingearbeitet und münden in die Kaufpreisberechnung. Je höher die Risiken durch den Wirtschaftsprüfer bewertet werden, desto weniger wird ein Käufer bereit sein für das Target zu bezahlen und vice versa. Steuerverbindlichkeiten aus Ertragssteuern werden als Nettofinanzverbindlichkeiten angesetzt und mindern gewöhnlich den Kaufpreis. Steuerrisiken, die noch nicht bilanziert worden sind, werden unter Umständen ebenfalls kaufpreismindernd angesetzt.

Die Ergebnisse der Tax Due Diligence dienen zum anderen als Basis zur Herleitung einer steueroptimierten Transaktionsstruktur. Fragen, die insbesondere berücksichtigt werden müssen, umfassen die potentielle Nutzung von Verlustvorträgen, Absetzbarkeit von Finanzierungskosten, die Abschreibung des Kaufpreises und welche Steuern die Transaktion eventuell auslöst (Grunderwerbsteuer).

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