Wie wird ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten lt. Handelsgesetzbuch definiert?

Im HGB ist der Paragraph für einen RAP unter § 250 HGB zu finden:

(1) Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
(2) Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlußstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
(3) Ist der Erfüllungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so darf der Unterschiedsbetrag in den Rechnungsabgrenzungsposten
auf der Aktivseite aufgenommen werden. Der Unterschiedsbetrag ist durch planmäßige jährliche Abschreibungen zu tilgen, die auf die gesamte Laufzeit
der Verbindlichkeit verteilt werden können. (Disagio)

Was ist eine Ausgabe vor dem Abschlußstichtag bei einem Rechnungsabgrenzungsposten?

Bei der sogenannten transitorischen Abgrenzung bei der Aktivierung eines RAP im Rahmen einer Jahresabschlusserstellung wird ein Zahlungsvorgang vorausgesetzt. Unter Zahlungsvorgang sind neben baren (Kasse) und unbaren (Bank) Zahlungsvorgängen sowie der Hergabe und Entgegennahme von Schecks, Wechseln auch Einbuchungen von Forderungen und ähnlichen Ansprüchen bzw. Verbindlichkeiten oder Rückstellungen zu verstehen.
Die Formulierung im Gesetzestext, dass die Ausgaben „vor dem Abschlussstichtag“ zu leisten sind, ist so zu verstehen, dass der Abgang der Zahlung im Geschäftsjahr sein muss. Die Nichtbilanzierung von geringfügigen RAP ist nach dem Grundsatz der Wesentlichkeit zulässig

Was bedeutet Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlusstichtag bei einem Rechnungsabgrenzungsposten?

Hinsichtlich des Kriteriums der bestimmten Zeit sind bei kalendermäßig exakt bestimmbaren Zeiträumen die zutreffende Bildung und Auflösung von RAP
unproblematisch. Das Kriterium gilt aber auch als erfüllt, wenn zwar nicht die Gesamtlaufzeit eines Vertragsverhältnisses, wohl aber ein Mindestzeitraum exakt
festgelegt werden kann.

Die Abgrenzung zwischen zulässiger Berechenbarkeit und unzulässiger Schätzung des Zeitraums der bestimmten Zeit ist dabei meist fließend.

Was sind Prüfungshandlungen bei aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bei einer Jahresabschlussprüfung?

Zunächst ist im Rahmen der Prüfungsstrategie u.a. auf Basis der Wesentlichkeitsgrenzen und der Risikoeinschätzung festzulegen, welche Prüffelder für das Prüfungsrisiko als wesentlich anzusehen sind.

Sofern der Posten aktive Rechnungsabgrenzung nicht wesentlich ist, sind dennoch Einzelfallprüfungshandlungen durchzuführen.

Abstimmungsprüfung
Zunächst ist im Rechnungswesen eine Aufstellung über die aktive Rechnungsabgrenzung anzufordern und mit der Bilanz abzustimmen. (accuracy)

Plausibilisierung
Die Aufstellung sollte durchgesehen werden und bei auffälligen Positionen sollte ein Prüfungsnachweis angefordert werden. (existence)

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