Gesetzliche Sonderprüfungen

Neben der Konzern- und Jahresabschlussprüfung verfügen wir als Wirtschaftsprüfer über umfassende Kompetenz und Erfahrung im Bereich der gesetzlichen Sonderprüfungen, die wir jederzeit für Sie durchführen können.

Entsprechend der jeweiligen gesetzlichen Vorschriften sind dies u.a.:

Sonderprüfungen nach GmbH-Recht

Werthaltigkeitsbescheinigungen

Im Rahmen von Sacheinlagen und Sachkapitalerhöhungen hat Ihr Unternehmen Unterlagen über die Werthaltigkeit der Sacheinlagen bei Gericht einzureichen. Bei der Einbringung von immateriellen Wirtschaftsgütern ist dabei in der Regel ein Sachverständigengutachten erforderlich. Bei der Einbringung von Unternehmen kann in komplexen Fällen eine Werthaltigkeitsbescheinigung eines Wirtschaftsprüfers ggf. mit vollständiger Unternehmensbewertung als Wertnachweis in Betracht kommen.

Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln

Bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln werden Rücklagen in Stammkapital umgewandelt, dabei ändern sich Eigenkapitalquote sowie die Beteiligungsverhältnisse der Gesellschafter untereinander nicht.
Für eine Umwandlung stehen alle offenen, nicht zweckgebundenen Rücklagen zur Verfügung, diese müssen in der letzten Jahresbilanz oder der der Kapitalerhöhung zugrunde gelegten Zwischenbilanz bereits als solche ausgewiesen sein. Eine Jahresbilanz kann zugrunde gelegt werden, wenn diese geprüft, festgestellt und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Dabei ist nach § 57e Abs. 1 GmbHG zu beachten, dass der der Stichtag höchstens acht Monate vor der Anmeldung des Beschlusses im Handelsregister liegen darf.

Die Jahresbilanz Ihrer Gesellschaft muss dabei durch einen Wirtschaftsprüfer bzw. einen vereidigten Buchprüfer geprüft werden – diese Tätigkeit stellt eine sogenannte Vorbehaltsaufgabe dar, so dass der Bestätigungsvermerk mit dem Wirtschaftsprüfersiegel zu versehen ist.

Insbesondere wenn Ihre Gesellschaft in der Form einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) firmiert und in eine GmbH durch Gesellschaftsmittel, sprich unter anderem Gewinnvorträge, umgewandelt werden soll, ist zwingend und möglicherweise recht zeitnah zur Gründung eine solche Prüfung nötig.

Kaufpreisallokation (Purchase Price Allocation PPA)

Soweit für den Erwerb mehrerer Vermögenswerte ein Gesamtkaufpreis (z.B. Unternehmenstransaktion) gezahlt wird, ist eine Aufteilung der Anschaffungskosten notwendig. Dies gilt neben den materiellen insbesondere auch für immaterielle Vermögenswerte (z.B. Patente, Kundenstamm, Marken, Goodwill), die im Rahmen solcher Transaktionen auch erworben werden.

Prüfungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG

Voraussetzungen für die Privilegierung stromkostenintensiver Unternehmen nach aktuellem Recht

Um eine teilweise Entlastung von der EEG-Umlage zu erhalten, müssen stromkostenintensive Unternehmen zahlreiche Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Neben dem Vorliegen eines Mindeststromverbrauchs von 1 Gigawattstunde je begünstigter Abnahmestelle (gleichzeitig auch Selbstbehalt und mit voller EEG-Umlage belastet) muss ein Unternehmen inkl. seiner beantragten Abnahmestellen zwingend einer Branche der Anlage 4 zum EEG 2014 angehören. Zusätzlich muss eine Stromkostenintensität (Stromkosten im Verhältnis zur Bruttowertschöpfung) in Abhängigkeit der Einstufung in Liste 1 und Liste 2 der Anlage 4 von mindestens 17 % bzw. 20 % vorliegen. Alle beantragten Abnahmestellen müssen die im BAFA-Merkblatt genannten Bedingungen für das Vorliegen einer Abnahmestelle i. S. des § 64 Abs. 6 Nr. 1 EEG 2014 erfüllen. Die Angaben sind einem Wirtschaftsprüfer auf der Grundlage eines geprüften Jahresabschlusses nachzuweisen und von ihm mit einem Prüfungsvermerk zu versehen.

Zusätzlich müssen die Unternehmen ein zertifiziertes Energie- und Umweltmanagementsystem oder – bei einem Stromverbrauch von weniger als 5 Gigawattstunden – ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz nach § 3 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) betreiben. Für Unternehmen, die bislang nach dem EEG 2012 begünstigt waren, nun aber die Kriterien aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr erfüllen, hat der Gesetzgeber in § 103 Abs. 3 und 4 EEG 2014 verschiedene Übergangs- und Härtefallregelungen getroffen.

Die Voraussetzungen sind durch die Unternehmen bis zum 30. 6. eines Jahres nachzuweisen und im elektronischen Antragsverfahren dem BAFA vorzulegen.

Ermittlung der Stromkostenintensität

Nach § 64 Absatz 6 Nummer 3 EEG 2014 ist die Stromkostenintensität das Verhältnis der maßgeblichen Stromkosten i. S. d. § 5 Absatz 2 DSPV zum arithmetischen Mittel der Bruttowertschöpfung in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren des Unternehmens. Mit dem EEG 2014 wurde die Berechnung für die Ermittlung dieses Verhältnisses stufenweise bis zum Antragsjahr 2016 auf diese neue Systematik umgestellt.

Die Bruttowertschöpfung i. S. d. EEG 2014 ist die Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten nach der Definition des Statistischen Bundesamtes, Fachserie 4, Reihe 4.3, Wiesbaden 2007, ohne Abzug der Personalkosten für Leiharbeitsverhältnisse, wobei die durch vorangegangene Begrenzungsentscheidungen hervorgerufenen Wirkungen bei der Berechnung der Bruttowertschöpfung außer Betracht bleiben. Für die Ermittlung der maßgeblichen Stromkosten wurden Durchschnittsstrompreise eingeführt. Hierbei werden die maßgeblichen Stromkosten durch die Multiplikation des arithmetischen Mittels des Stromverbrauchs des Unternehmens in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren mit dem durchschnittlichen Strompreis für Unternehmen mit ähnlichen Stromverbräuchen berechnet. Die Ermittlung und Umsetzung der durchschnittlichen Strompreise sind in der Durchschnittsstrompreisverordnung (DSPV) nach § 94 Nr. 2 EEG 2014 geregelt.

Unser Dienstleistungsangebot

accura audit verfügt über das notwendige Spezialwissen und umfangreiche Erfahrungen in der EEG Prüfung nach IDW PH 9.970.10. Unsere Dienstleistung umfasst die Überprüfung der unter­nehmensseitigen Angaben sowie der Systeme, die zur Erfassung, Verarbei­tung und Aufzeichnung der relevanten Daten dienen.

Gerne unterstützen wir Sie beratend auf dem Weg zu einem erfolgreichen Antrag, natürlich bieten wir gerne eine Prüfung an!

Prüfungen nach der Makler- und Bauträgerverordnung

Mit der Gesetzesänderung der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) zum 1. Januar 2013 müssen nunmehr lediglich Gewerbetreibende im Sinne §34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 GewO (Bauträger und Baubetreuung) einen vom Wirtschaftsprüfer erstellten Prüfungsbericht bei der zuständigen Behörde einreichen, wenn im Berichtszeitraum (Kalenderjahr) entsprechende Tätigkeiten ausgeführt wurden. Andernfalls ist eine Negativerklärung bis zum 31. Dezember des auf den Berichtszeitraum folgenden Jahres einzureichen.

Wir prüfen unter Anwendung des einschlägigen Prüfungsstandards (IDW PS 830), ob die in der Makler- und Bauträgerverordnung vorgegebenen Anforderungen eingehalten wurden. Die gewonnenen Erkenntnisse nutzen wir bei Bedarf, um dem Mandanten Möglichkeiten aufzuzeigen, wie er in künftigen Berichtszeiträumen diese Anforderungen besser umsetzen kann.

Die jährliche Meldung nach § 24 FinVermV

Der Gewerbetreibende ist verpflichtet, die Einhaltung der aus den §§ 12 bis 23 FinVermV resultierenden Pflichten für jedes Wirtschaftsjahr durch einen externen Prüfer prüfen zu lassen und den Prüfungsbericht bis zum 31. Dezember des Folgejahres bei der örtlich zuständigen Erlaubnisbehörde vorzuweisen.

Pflicht zur Erstellung eines Prüfungsberichts nach IDW PS 840

Ein Prüfungsbericht muss immer dann erstellt werden, wenn der Gewerbetreibende im Berichtszeitraum Finanzanlagenvermittlung oder – beratung im Sinne des § 34f Abs. 1 Satz 1 GewO durchgeführt hat. Bereits bei einer einmaligen Anlagevermittlung und/oder – beratung im Kalenderjahr muss eine Prüfung durchgeführt werden.

Wer darf einen Prüfungsbericht erstellen?

Geeignete Prüfer sind nach § 24 Abs. 3 FinVermV Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Wirtschaftsprüfungs- und Buchprüfungsgesellschaften sowie bestimmte Prüfungsverbände.

Aufbau eines Prüfungsberichts

Die Prüfung ist auf die Ordnungsmäßigkeit der Vorgaben der §§ 12-23 FinVermV gerichtet und erfolgt auf Grundlage der anzufertigenden Aufzeichnungen. Darüber hinaus können weitere Unterlagen wie Verträge, Korrespondenzen, Buchungsunterlagen sowie die vom Gewerbetreibenden geführten Konten zur Einsichtnahme herangezogen werden.

Der Prüfungsbericht muss gesetzlich folgende Informationen enthalten:

  • zum Prüfer (Eingegangen wird bspw. auf Geeignetheit, Befangenheit),
  • zu Art und Umfang der durchgeführten Geschäfte ,
  • zu den organisatorischen Vorkehrungen (Beachtung der Verbote, Anzeige-, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten),
  • zur Einhaltung der Verhaltenspflichten (Aushändigung der Erstinformation, Ausweisung der Kosten etc.),
  • zu den im Betrieb Beschäftigten (organisatorische Vorkehrungen für die Einhaltung der Pflichten) und
  • abschliessend einen Prüfvermerk.

Negativerklärung – Was ist zu beachten, wenn der Gewerbetreibende im Kalenderjahr keine Finanzanlagenvermittlung oder –beratung im Sinne des § 34f Abs. 1 Satz 1 GewO durchgeführt hat?

Sofern keine prüfungspflichtigen Leistungen durchgeführt wurden ist kein Prüfungsbericht vorzulegen. Der Gewerbetreibende hat allerdings eine entsprechende Erklärung darüber einzureichen, dass er im Kalenderjahr keine Tätigkeit nach § 34f Abs. 1 Satz 1 GewO ausgeübt hat (sog. Negativerklärung).  Die Negativerklärung ist der Erlaubnisbehörde formlos und schriftlich bis spätestens 31. Dezember des Folgejahres vorzulegen.

Verstösse oder fehlende Einreichung eines Prüfungsberichts

Wer einen Prüfungsbericht oder eine Negativerklärung nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig übermittelt, begeht nach § 26 Abs. 1 Nr. 14 FinVermV eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann. Werden in einem Prüfungsbericht Verstöße gegen die §§ 12 bis 23 FinVermV festgestellt, kann es zur Verhängung einer Geldbuße nach § 26 FinVermV kommen.

In Fällen, in denen schwerwiegende oder systematische Verstöße des Gewerbetreibenden gegen seine Verpflichtungen oder Verbote festgestellt werden droht neben der Verhängung einer Geldbuße nach § 26 FinVermV auch ein Widerruf der Erlaubnis nach § 34f GewO.