Mittelverwendungsprüfung

Certificate on the Financial Statement – Prüfbescheinigung für Horizon 2020

Rahmenprogramm für Innovation

Horizont 2020 ist ein wesentliches Element zur Umsetzung des Europäischen Forschungsraums, in welchem sich Wissen EU-weit frei bewegen können soll. Damit trägt das Rahmenprogramm zur Umsetzung der Europa-2020-Strategie mit ihrer Leitinitiative Innovationsunion sowie zur Umsetzung weiterer Strategien der Europäischen Union bei. Ziel dieser Strategien sind mehr Wachstum und Arbeitsplätze.

Die Struktur des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation, Horizont 2020, gliedert sich in folgende drei Schwerpunkte:

Der erste Teil: Forschung

Der erste Teil von Horizont 2020 besteht vorrangig aus Instrumenten zur Förderung wissenschaftsgetriebener grundlagenorientierter Forschung, sowohl für Einzelforschende als auch für Verbünde.

Der zweite Teil: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Der zweite Schwerpunkt von Horizont 2020 richtet sich gezielt an die industrielle Forschung. Die Industrie und speziell die Kleinen und Mittleren Unternehmen, also klassischer deutscher Mittelstand, sind bedeutende Treiber für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Der dritte Teil: Unsere Umwelt

Auch in Europa stehen wir vor Gesellschaftlichen Herausforderungen: Eine saubere, bezahlbare Energieversorgung, die Überfischung der Meere oder seltene Krankheiten gehen uns alle an – und können gemeinsam besser angegangen werden. Deshalb arbeiten die Forscherinnen und Forscher in der EU und der Welt durch Horizont 2020 enger zusammen an Lösungsansätzen für grosse Herausforderungen.

 

Die Rolle des Wirtschaftsprüfers

In Deutschland sind nach § 319 Handelsgesetzbuch (HGB) zertifizierte Wirtschaftsprüfer (auditor) befugt, die Prüfbescheinigungen (Certificate on the financial statements) zu erstellen. Jeder Zuwendungsempfänger kann seinen externen auditor frei wählen, auch seinen üblicherweise z.B. mit der Erstellung der Jahresabschlüsse beauftragten Wirtschaftsprüfer.

 

Die zwei Arten von Prüfbescheinigungen

In Horizont 2020 wird grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Arten von Audits unterschieden, die ein Wirtschaftsprüfer ab einer gewissen Fördersumme durchführen muss.

1. Die Prüfbescheinigung („Certificate on the Financial Statement“ – CFS)

Die Prüfbescheinigungen des Wirtschaftsprüfers (auch Bescheinigung über die Kostenaufstellung genannt) dienen dazu, die korrekte Abrechnung der erstattungsfähigen Kosten im Projekt nachzuweisen. Jeder Zuwendungsempfänger hat eine vom Wirtschaftsprüfer erstellte Prüfbescheinigung mit dem abschließenden Finanzbericht am Ende des Projekts zu erstellen, falls er eine Fördersumme von mindestens EUR 325.000  erreicht. Ausschlaggebend für diese Summe sind hierbei die vom einzelnen Zuwendungsempfänger kumulativ in den Finanzberichten geltend gemachten direkten Kosten. Der von der Kommission ausgezahlte Betrag der Vorfinanzierung und die Summe der indirekten Kosten sowie weitere Pauschalkosten (flat-rates) bleiben hierbei unberücksichtigt.

Die Form der Prüfbescheinigungen des Wirtschaftsprüfers ist in Annex V der Finanzhilfevereinbarung („grant agreement“) geregelt. Neben der Leistungsbeschreibung, die z.B. Gegenstand und Grund des Auftrags verifiziert, sind dort auch die vom Wirtschaftsprüfer vorzunehmenden Prüfungshandlungen beschrieben.

Kosten der Prüfbescheinigung

Die Kosten des Wirtschaftsprüfers für die Erstellung einer Prüfbescheinigung sind in Horizont 2020 erstattungsfähig. Bei der Budgetkalkulation sollte jeder Zuwendungsempfänger diese Kosten einplanen, es sei denn er bleibt mit seiner Fördersumme unter EUR 325.000 . Prüfbescheinigungen fallen in Horizont 2020 unter die Kostenkategorie „andere Güter und Dienstleistungen“ („other goods and services“).

2. Das Methodenzertifikat (Certificate on the Methodology, CoMUC)

In Horizont 2020 haben Zuwendungsempfänger die Möglichkeit, sich die Methode mit der sie ihre Durchschnittspersonalkosten berechnen, zertifizieren und anschließend genehmigen zu lassen. Damit können sich Zuwendungsempfänger im Vorhinein die Einhaltung der vertraglichen Bestimmungen bei ihren Kostenabrechnung bestätigen lassen. Sie haben damit den Vorteil einer gewissen Zahlungssicherheit bezüglich ihrer Projektkosten.

Die Genehmigung eines Zertifikats durch einen Wirtschaftsprüfer kann jederzeit während der Laufzeit von Horizont 2020 beantragt werden. Ein von der Europäischen Kommission genehmigtes Methodenzertifikat ist für die gesamte Laufzeit von Horizont 2020 gültig, es sei denn, die Methode wird vom Zuwendungsempfänger geändert oder die Kommission entdeckt bei einer Prüfung die Nichteinhaltung oder einen Missbrauch der Methode. Auf Wunsch des Zuwendungsempfängers kann das Methodenzertifikat auch rückwirkend für bereits laufende, noch nicht abgeschlossene Projekte in Horizont 2020 durch einen Wirtschaftsprüfer durchgeführt werden, wenn die Abrechnung auf Grundlage der zertifizierten Methode erfolgte. Änderungen der Methode müssen der Kommission angezeigt werden. Bei Änderungen der Methode kann jederzeit ein neues Methodenzertifikat eingereicht werden. Methodenzertifikate, die für das 7. Forschungsrahmenprogramm genehmigt wurden, gelten nicht für Projekte in Horizont 2020!

Kosten des Methodenzertifikats

Die Kosten eines genehmigten Methodenzertifikats durch einen Wirtschaftsprüfer sind ebenso wie die Kosten für eine Prüfbescheinigung unter der Kostenkategorie „andere Güter und Dienstleistungen“ („other goods and services“) erstattungsfähig.