In dieser Sektion FAQ unter dem Menüpunkt Mehrwert! möchten wir Ihnen gerne die in der Praxis oftmals gestellten Fragen sowie interessante Informationen und Definitionen kurz aber doch prägnant beantworten.

Für die unserer Meinung nach gewichtigeren Punkte wurde unter dem Bereich blog ein umfassenderer Beitrag eingerichtet, der noch mehr in die Tiefe geht und in den meisten Fällen auch Detailfragen klärt.

Wir würden uns freuen wenn unser kleines Lexikon Ihnen zusagt – gerne können Sie auf uns mit Verbesserungsvorschlägen zukommen.

Für redaktionelle Fragen steht Ihnen Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Michael Jonas  zur Verfügung!

Warum eine Seite mit Fragen und Antworten zum Thema Wirtschaftsprüfung?

Wir als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater von accura audit GmbH WPG wollen Sie als Kunden ausführlicher informieren. Je mehr Sie über das Thema Wirtschaftsprüfung, insbesondere über den Ablauf einer Abschlussprüfung, wissen, desto besser können wir zusammenarbeiten und desto höher ist auch Ihr Mehrwert!

Ausführlichere Antworten finden Sie unter unserem Blog. Soweit die Frage ausführlicher beantwortet wird, ist ein komfortabler Link eingefügt, der Sie innerhalb der Seite weiterleitet.

Für die „klassische“ Wirtschaftsprüfung des deutschen Mittelstandes stehen Ihnen Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Michael Jonas als auch Frau Wirtschaftsprüferin/Steuerberaterin Martina Jung sehr gerne zur Verfügung!
Wirtschaftsprüfer Hakimi berät Sie bei Sachverhalten zu regulatorischen und handelsrechtlichen Fragestellungen, fokussiert auf Banken.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim durchstöbern der Seiten!

Aus welchen Teilen besteht ein Jahresabschluss?

Ein Jahresabschluss besteht lt. § 242 HGB grundsätzlich aus einer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (kurz: GuV). Für Kapitalgesellschaften sowie Personengesellschaften mit ausschließlich einer Kapitalgesellschaft als Vollhafter (sogenannte KapCo-Gesellschaften) wird diese Definition gem. § 264 Abs. 1 HGB um den Anhang erweitert.

Sofern die Gesellschaft mittelgroß im Sinne des § 267 HGB ist, muss Sie zusätzlich zum Jahresabschluss einen Lagebericht aufstellen. Dieser stellt keinen Teil des Jahresabschlusses dar, sondern ist ein technisch gesehen zusätzliches Informationsmedium.

Kapitalmarktorientierte Unternehmen müssen zusätzlich eine Kapitalflussrechnung und einen Eigenkapitalspiegel erstellen.

Welche Größenklassen gibt es im Handelsgesetzbuch und im Publizitätsgesetzbuch?

Das Handelsgesetzbuch (HGB) unterscheidet in § 267 HGB kleine, große und mittelgroße Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften. Mit dem Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG) kam im Jahres 2012 die Begrifflichkeit Kleinstkapitalgesellschaft hinzu.

Die Bewertung und Einteilung einer Gesellschaft erfolgt auf Basis der Größen Umsatzerlöse, Bilanzsumme und Mitarbeiteranzahl.
Sofern Unternehmen zwei der drei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen nicht überschreiten finden Sie sich in der jeweiligen Klasse wieder.

Folgende Größenklassen finden sich in § 267, 267a HGB sowie im § 1 PublG:

Beispiel:
Ein Unternehmen hat folgende Merkmale

Wie zu sehen ist, ist nur eins der Merkmale an zwei Stichtagen überschritten, so dass die Rechtswirkung die ist, dass eine kleine Kapitalgesellschaft vorliegt.

Einen ausführlicheren Beitrag von WP/StB Michael Jonas zu diesem Thema finden Sie hier.

 

In welche Phasen ist eine Abschlussprüfung gegliedert?

Ganz grob lässt sich eine Abschlussprüfung in vier Bereiche einteilen. Wie bei vielen anderen längeren Prozessen im Leben ist auch eine Abschlussprüfung zu planen, die wäre die erste Phase und Planungsphase.

In der Planungsphase werden die Eckdaten einer Abschlussprüfung festgelegt, das heisst es wird das Unternehmen erstmal analysiert auf dieser Basis das Person und bspw. die zeitliche Dauer geplant. Die Planungsphase ist aber an sich keine starre Phase zu Beginn sondern ist während der gesamten Prüfungsdauer revolvierend, denn ständig müssen Anpassungen an die Planung gemacht werden.

An diese Planungsphase schließen sich die Kontrollprüfungen an, d.h. das Unternehmen wird von Grund auf analysiert und insbesondere die Prozesse im Rechnungswesen sowie bei den Kernprozessen werden analysiert und auf mögliche Kontrollen untersucht. Die tätsöchliche Umsetzung der Kontrollen wird zum großen Teil auch in dieser Phase geprüft. Diese Tätigkeiten werden meist in einer sogenannten Vorprüfung im November bzw. Dezember durchgeführt.

An die Kontrollprüfungen schliessen sich die Einzelfallprüfungen an. Einzelfallprüfungshandlungen bedeutet, dass auf Basis einer risikoorientierten Stichprobe Belege, die konkrete Buchungsvorfälle betreffen, untersucht werden.

Dem angeschlossen ist die Berichtsphase, in der nochmals die Arbeitspapiere vom Wirtschaftsprüfer untersucht werden und der Bericht geschrieben wird. Ebenso fallen in die Phase die Stellung der Rechnung oder Gespräche mit dem Aufsichtsrat.

Wie wird man Wirtschaftsprüfer?

Der klassische Weg – zumindest früher – den Wirtschaftsprüfertitel zu erlangen basierte zunächst auf einem Hochschulstudium der Betriebswirtschaftslehre. Anschliessend wurde nach 3 Jahren der Steuerberatertitel abgelegt und idealweise im nächsten Jahr im Anschluss der Wirtschaftsprüfertitel. Dies bedeutete, dass man die Steuerklausuren aufgrund des Steuerberaters beim WP Examen erlassen bekam.

In der heutigen Zeit kann der Interessierte aus mehreren Möglichkeiten, auch der obigen, wählen.

Der „8a WP“ ist in den letzten Jahren in Mode gekommen, d.h. nach einer längeren beruflichen Praxis im Anschluss des Studiums wird berufsbegleitend ein Master speziell an zertifizierten Hochschulen erworben. Durch den Master werden die BWL und Rechtsklausur im Examen angerechnet

Daneben kann auch ein 13b Master absolviert werden, ebenso an speziellen Hochschulen. Im späteren Examen werden auch Leistungen, die während des Studiums erworben worden angerechnet.

Einen ausführlicheren Beitrag von WP/StB Michael Jonas zu diesem Thema finden Sie hier.

Wann liegt eine Pflichtprüfung, wann liegt eine freiwillige Abschlussprüfung vor?

Eine Verpflichtung zur Prüfung des Jahresabschlusses liegt bei einer mittelgroßen Gesellschaft gemäß § 267 HGB vor. Sofern zwei Größenkriterien zweimal hintereinander überschritten werden muss der Abschluss geprüft werden.

Ein Unternehmen, das eine natürliche Person als Vollhafter hat, ist ebenso prüfungspflichtig, wenn zwei Grenzen des § 1 PublG zweimal hintereinander überschritten sind.

Insofern unterscheidet man zum einen von einer Prüfungspflicht nach HGB und nach PublG.

Darüberhinaus kann eine verpflichtende Prüfung nach der Satzung bzw. dem Gesellschaftsvertrag vorliegen. Diese ist statusmässig verpflichtend, aber dennoch eine freiwillige Abschlussprüfung, wenn die Gesellschaft eine kleine Kapitalgesellschaft ist.

Von einer freiwilligen Abschlussprüfung spricht man dann, wenn es keine prüfungspflichtige Gesellschaft ist. Hierunter fallen alle Kleinstkapitalgesellschaften und kleinen Kapitalgesellschaften nach HGB oder aber auch Gesellschaften nach § 3 PublgG, die nicht die Grenzen des § 1 PublG übersteigen.

Was ist der Grundsatz der Unternehmensfortführung (going-concern)?

Das going-concern-Prinzip ist ein Bewertungsprinzip, welches in § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB geregelt ist: „Bei der Bewertung ist von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen.“

Die Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden ist zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter der Annahme durchzuführen, daß das Unternehmen über den Abschlussstichtag fortgeführt wird, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gesichtspunkte entgegenstehen.

Das Betrachtungsfenster für die going-concern-Prognose ist in der Regel 12 Monate ab dem Abschlussstichtag.

Entfällt eine positive Fortführungsprognose ist zu Zerschlagungswerten zu bilanzen.

Einen ausführlicheren Beitrag von WP/StB Michael Jonas zu diesem Thema finden Sie hier.

Was sind Prüfungsziele bzw. Assertions?

In der Wirtschaftsprüfung gibt es Prüfungsziele, die bei der Durchführung sehr wichtig sind. Grundsätzlich sind diese je nach Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weniger oder mehr und auch gelegentlich anders bezeichnet, aber im Grunde zielen alle auf die gleichen Ziele ab.

Folgende Ziele existieren in den big4:

  • Completeness – Vollständigkeit
    Die Prüfungshandlungen sollen die Vollständigkeit der Position abdecken. Wichtig bspw. auf der Passivseite der Bilanz u.a. bei Rückstellungen
  • Existence – Existenz
    Es soll bei den Prüfungen die Existenz der Position sichergestellt werden. Dies ist insbesondere interessant bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, d.h. der Aktivseite.
  • Accuracy – Genauigkeit
    Die Assertion Genauigkeit zielt auf Ordnungsmässigkeit der Buchführung bzw. des Jahresabschlusses ab – also ob entsprechend der GoB verfahren wurde. Dieses Prüfungsziel kann wegen der doch recht allgemein gehaltenen Definition bei nahezu jedem Prüfgebiet angewandt werden.
  • Valuation – Bewertung
    Bei den Kontroll- als auch den Einzelfallprüfungshandlungen soll die Position auf richtige Bewertung hin untersucht werden. Ist bspw. die Rückstellung in der richtigen Höhe verbucht. Valuation spielt in der Regel bei nahezu allen Prüfungsgebieten eine Rolle.
  • Obligation – rechtlicher Besitz
    Gehört dem Unternehmen das Grundstück? Ist eine korrekte Unterscheidung zwischen rechtlichem und wirtschaftlichem Besitz getroffen? Solche Fragen deckt diese assertion bzw. das Prüfungsziel ab. In der Regel ist dies bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens interessant zu untersuchen.
  • Presentation – Ausweis
    Es wird untersucht, ob das Prüfungsgebiet bzw. die einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden in der richtigen Position gemäß § 266 und 275 HGB (Bilanz und GuV), gemäß § 284 HGB (Anhang) und § 289 HGB (Lagebericht) ausgewiesen sind.

Welches Unternehmensorgang bestellt den Wirtschaftsprüfer?

Der gesetzliche Abschlussprüfer erhält diese Stellung durch Wahl und Beauftragung (Bestellung, § 318 HGB).

Für die Wahl des Abschlussprüfers ist rechtsformabhängig zuständig:

  • bei der Aktiengesellschaft die Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats(§ 318 Abs. 1 Satz 1 HGB, § 119 Abs. 1 Nr. 4 AktG, § 124 Abs. 3 Satz 1 AktG)
  • bei der GmbH die Gesellschafterversammlung (§ 46 Nr. 6 GmbHG, § 318 Abs. 1 Satz 1 HGB), soweit nicht der Gesellschaftsvertrag etwas anderes bestimmt (§ 318 Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • bei Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a HGB die Gesellschafterversammlung,
    soweit nicht der Gesellschaftsvertrag etwas anderes bestimmt (§ 318
    Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • bei publizitätspflichtigen Unternehmen, soweit nicht anders geregelt, die Gesellschafter
    (§ 6 Abs. 3 PublG).

Dies können Sie im PS 220 Tz. 4 vom 9. September 2009 nachlesen.

Wie erfolgt die Beauftragung des Wirtschaftsprüfers durch Geschäftsführung bzw. Vorstand?

Die Beauftragung ist zeitlich gesehen nach der Bestellung und erfolgt durch Abschluss eines Vertrages über die Prüfung (Prüfungsauftrag).
Der Prüfungsauftrag kommt durch schuldrechtliche Vereinbarung (Angebot und Annahme) zwischen Gesellschaft und Abschlussprüfer zustande, wobei die Gesellschaft durch das nach Gesetz oder Gesellschaftsvertrag vertretungsberechtigte Organ handelt.

Dies ist bei der Aktiengesellschaft der Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 2 Satz 3 AktG), bei der GmbH die Geschäftsführung (§ 35 GmbHG), wenn nicht nach Gesetz oder Gesellschaftsvertrag ein Aufsichtsrat oder Beirat zuständig ist (§ 52 GmbHG i.V.m. § 111 Abs. 2 Satz 3 AktG). Bei mitbestimmten GmbH ist immer der Aufsichtsrat zuständig (§ 25 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 MitbestG, § 1 Abs. 1 Nr. 3 DrittelbG i.V.m. mit § 111 Abs. 2 Satz 3 AktG). Bei Zuständigkeit des Aufsichtsrats entscheidet dieser durch Beschluss; die Erklärung wird in der Regel durch den dazu ermächtigten Vorsitzenden abgegeben.

Die Kommanditgesellschaft, ebenso wie die offene Handelsgesellschaft, schließt den Auftrag durch vertretungsberechtigte persönlich haftende Gesellschafter ab, soweit der Gesellschaftsvertrag nichts anderes bestimmt.

Dies ist im PS 220 Tz. 5 vom 9. September 2009 nachzulesen.

Was bedeutet der Grundsatz der Wesentlichkeit in der Jahresabschlussprüfung?

Es gibt drei Wesentlichkeiten in der Wirtschaftsprüfung gemäß PS 250:

  • Wesentlichkeit für den Abschluss als Ganzes
  • Toleranz- bzw. postenbezogene Wesentlichkeit
  • Nichtaufgriffsgrenze

Die Festlegung der Wesentlichkeiten dienen der Konzentration der Prüfung auf entscheidungserhebliche Sachverhalte und Kontrollen, die das Auftreten wesentlicher Fehler vermeiden bzw. aufdecken sollen. Hierdurch wird in einem hohen Maße die Effektivität und Effizienz beeinflusst.
Dies wird auch schon aus der Bestimmung einer risikoorientierten Abschluss klar, denn die Prüfung des Jahresabschluss ist darauf auszurichten, dass mit hinreichender Sicherheit falsche Aussagen aufgedeckt werden, die wegen ihrer Größenordnung oder Bedeutung einen Einfluss für den Adressaten haben.

Die festgestellten Risiken sind zu beurteilen, um ihre Auswirkungen auf den Abschluss als Ganzes und auf einzelne Aussagen in der Rechnungslegung einzuschätzen.

Einen ausführlicheren Beitrag von WP/StB Michael Jonas zu diesem Thema finden Sie hier.

Was ist eine Abstimmungsprüfung?

Bei einer Abstimmungsprüfung werden zwei Daten miteinander verglichen, die aufgrund Ihrer Zusammensetzung miteinander übereinstimmen müssen.

Beispiele für solche Abstimmungsprüfungen:

  • Abstimmung Abschreibungen lt. Anlagenspiegel mit GuV
  • Abstimmung der Bankbestände mit Kontoauszügen
  • Abstimmung des Jahresüberschusses in Bilanz und GuV
  • Abstimmung des Rückstellungsspiegels mit Bilanz

Die Abstimmungsprüfung richtet sich auf die richtige und vollständige Erfassung von Daten.

Was sind die big4 Prüfungsgesellschaften?

Der Berufsstand der Wirtschaftsprüfer (WP) ist seit Jahrzehnten geprägt durch eine starke Konzentration des Markts auf große Gesellschaft, die zumeist die Unternehmen des deutschen Aktienindizes prüfen.

Die vier Gesellschaften sind

Siehe hierzu auch einen interessanten Artikel im Handelsblatt über die Konzentration der Gesellschaften.

Was ist Interreg CENTRAL EUROPE?

Was ist das neue Ziel des Interreg Programms?

Das Programm wiederum orientiert sich stark an der Europa 2020 Strategie, deren zentraler Wachstumsfokus sivh in drei bereiche differenzieren lässt:
  • Intelligentes Wachstum: Hierzu gehören die Verbesserung der Bildung, die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie die Stärkung der digitalen Gesellschaft.
  • Nachhaltiges Wachstum: Im Mittelpunkt stehen die Verringerung von Emissionen, eine bessere Ressourceneffizienz, der Umweltschutz, die Entwicklung des Stromnetzes sowie die Förderung von KMUs.
  • Integratives Wachstum: Unter diesem Ziel wird angestrebt, die Beschäftigungsquote zu steigern, die stärkere Integration aller Altersgruppen in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft sowie die Modernisierung der Arbeitsmärkte und der Sozialsysteme.

Die Programmstrategie soll auch dazu beitragen die Herausforderungen der Territorialen Entwicklung, wie sie in der Territorialen Agenda 2020 formuliert wurden, zu bewältigen. In diesem Dokument werden z.B. strukturelle Veränderungen durch die Globalisierung, EU-Integration, demografischer und sozialer Wandel, Klimawandel, Energie, Gefährdung des Natur-, Landschafts- und Kulturerbes angesprochen.

Das INTERREG V B Programm CENTRAL EUROPE

Das INTERREG V B Programm CENTRAL EUROPE ist ein Strukturfondsprogramm der Europäischen Union zur Förderung  der Zusammenarbeit zwischen den mitteleuropäischen Ländern.

Schwerpunkte der Förderung liegen auf den Bereichen Innovationen,  CO2-Reduzierung, Umwelt und Kultur sowie Verkehr.

Im Rahmen von INTERREG V B Mitteleuropa werden finanzielle Mittel in Höhe von 246,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) aufgewendet, um Projekte für die transnationale Zusammenarbeit zu unterstützen. Der finanzielle Rahmen der Projekte liegt in der Regel zwischen 1-5 Mio. Euro. Die Förderung für deutsche Projektpartner beträgt 80% ihrer Gesamtkosten.

An diesem Programm können sich sowohl öffentliche als auch private Institutionen aus Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn beteiligen.

Die Programmperiode beginnt offiziell 2014 und läuft bis 2020. Die Projekte haben eine durchschnittliche Laufzeit von 3 Jahren.

Interessierte Partnerschaften sind aufgerufen, ihre Projekte im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen, sog. Projektaufrufe (eng. Calls) einzureichen.

Das KOOPERATIONSPROGRAMM

Das Kooperationsprogramm CENTRAL EUROPE (ehemals Operationelles Programm) bildet die Grundlage für die gemeinsame Arbeit als Projekt im Programmraum und beinhaltet die Ziele und Strategien, welche das Programm verfolgt. Das Programm wurde im Dezember 2014 von der Europäischen Kommission genehmigt und kann hier heruntergeladen werden.

Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Michael Jonas steht Ihnen mit seinen Prüfungsleistungen als First-Level-Controller sehr gerne zur Verfügung!

Was ist ein first-level-controller (FLC)?

Jeder Partner in einem Projekt des Interreg Programm muss halb- oder ganzjährlich einen Finanzbericht erstellen und einer unabhängigen Prüfung unterziehen lassen – der so genannten First-Level-Control (FLC). Sofort nach Genehmigung des Projektes muss jeder Partner daher einen eigenen First-Level-Controller auswählen. Ein First-Level-Controller ist zumeist ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer, der bereits über Erfahrung in der Prüfung von Fördermitteln oder Mittelverwendungsprüfungen bzw. Horizon2020 aufweist.

Diese Kontrolle dient dazu, nur Ausgaben beim Sekretariat einzureichen, welche gemäß Projektantrag, Programm sowie nationaler und europäischer Regelungen förderfähig sind. Sollten dem Prüfer Ausgaben auffallen, welche nicht in diesem Sinne förderfähig sind, rechnet  er sie aus dem Erstattungsantrag heraus.

Das internationale Programmsekretariat bereitet ein Handbuch zur Durchführung des First-Level-Control Verfahrens vor, welches rechtzeitig zum Beginn der ersten Projekte auf der internationalen Programmwebsite heruntergeladen werden kann und sämtliche wichtigen Informationen zu diesem Thema enthält. Auch ein Fact Sheet zu diesem Thema wird erstellt und in Kürze online gestellt.

Jeder Projektpartner kann sich einen eigenen Prüfer suchen.

Herr Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Michael Jonas hat bereits Erfahrung in der Funktion eines First-Level-controllers und steht Ihnen gerne zur Verfügung!

Muss bei der Kapitalerhöhung aus Gewinnvorträgen einer GmbH ein geprüfter Jahresabschluss vorliegen?

Zur Erhöhung der Kreditwürdigkeit und damit des Ratings sowie eines leichteren Zugangs einer GmbH zu Krediten wird häufig die Erhöhung des Stammkapitals aus Gesellschaftsmitteln angestrebt. Denn diese Form der Kapitalerhöhung ist ohne den Einsatz von Liquidität möglich.

Bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln werden freie, nicht zweckgebundene Kapital- und Gewinnrücklagen einschließlich der Zuführungen lt. Gewinnverwendungsbeschluss in Stammkapital umgewandelt, soweit nicht in der der Umwandlung zu Grunde gelegten Bilanz ein Verlust einschließlich eines Verlustvortrages ausgewiesen wird.

Voraussetzung für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln ist ein mit einer Dreiviertelmehrheit notariell gefasster Gesellschafterbeschluss. Diesem muss eine geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Bilanz zu Grunde liegen, in der die umzuwandelnden Rücklagen als Kapital- oder Gewinnrücklagen ausgewiesen sind.

Dies kann entweder die Jahresbilanz oder eine auf einen vom Wirtschaftsjahr abweichenden Stichtag aufgestellte Zwischenbilanz sein. Der umzuwandelnde Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres muss ebenfalls als Rücklage ausgewiesen sein, entweder indem die Jahresbilanz unter Berücksichtigung der Ergebnisverwendung aufgestellt oder indem eine Zwischenbilanz erstellt wird.

Die dem Kapitalerhöhungsbeschluss zu Grunde liegende Bilanz ist auf einen höchstens acht Monate vor der Anmeldung zum Handelsregister liegenden Zeitpunkt aufzustellen. Maßgeblich ist der Termin des Eingangs der Anmeldung beim Registergericht.

Zwischen Bilanzstichtag und Zeitpunkt der Anmeldung zum Handelsregister darf jedoch keine Vermögensminderung eingetreten sein, die der Kapitalerhöhung entgegensteht, d.h. es dürfen keine Verluste eingetreten sein, welche die Rücklagen „angreifen“.

Der geprüfte und testierte Jahresabschluss muss von der Gesellschafterversammlung festgestellt sowie die Gewinnverwendung entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Vorgaben beschlossen worden sein.

Rechtlich wirksam wird die Kapitalerhöhung erst mit Eintragung ins Handelsregister. Ab diesem Zeitpunkt ist das erhöhte Stammkapital auch in der Bilanz auszuweisen.

Eine Checkliste über alle Punkte, die bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln bei einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) GmbH oder Aktiengesellschaft zu beachten sind finden Sie im Downloadbereich als kostenlose pdf Datei.

Was versteht man unter einem Anhang und wie ist dieser gegliedert?

Der Anhang ist ein Bestandteil des Jahresabschlusses bei Kapitalgesellschaften (§ 264 I HGB) bzw. des Konzernabschlusses (§ 297 I HGB). Er enthält Erklärungen und Ergänzungen zu einzelnen Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung. Je nach Größenklasse des Unternehmens wird auch der zugehörige Anhang von den Pflichtangaben umfangreicher (§ 288 HGB).

Im Handelsgesetzbuch sind Informationen über den Anhang und dessen Pflichtangaben sowie größenabhängige Erleichterungen in den §§ 284 bis 288 HGB zu finden.

Ein Anhang ist grundsätzlich in folgende Gliederungspunkte (hier eine große Kapitalgesellschaft) strukturiert:

A. Grundlegende Angaben zum Unternehmen und zur Bilanzierung

  • Eckdaten zum Unternehmen, Gliederung, Vorjahresbeträge
  • Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

B. Weitere Angaben zur Bilanz

  1. Entwicklung des Anlagevermögens
  2. Angaben zu Finanzanlagen
  3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
  4. Rechnungsabgrenzungsposten
  5. Latente Steuern
  6. Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung
  7. Eigenkapital
  8. Rückstellungen für Pensionen
  9. Sonstige Rückstellungen
  10. Verbindlichkeiten

C. Weitere Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

  1. Aufgliederung der Umsatzerlöse
  2. Periodenfremde Erträge und Aufwendungen
  3. Abschreibungen auf Finanzanlagen

D. Sonstige Angaben

  1. Anzahl der Mitarbeiter
  2. Geschäftsführung
  3. Haftungsverhältnisse
  4. Außerbilanzielle Geschäfte
  5. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
  6. Abschlussprüferhonorar
  7. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
  8. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

 

Was ist ein Lagebericht und wer muss einen Lagebericht erstellen?

Definition und Funktionen

Der Lagebericht hat die Aufgabe, den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage so darzustellen, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird. Analog hierzu hat der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so darzustellen, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird. (siehe hierzu auch § 289 HGB)

Welche Funktionen nimmt ein Lagebericht ein?

Lagebericht und Konzernlagebericht haben eine Informationsfunktion und dienen darüberhinaus als Ergänzung zur Rechnungslegung.

Die Informationsfunktion sagt nichts anderes aus, als dass der Lagebericht die sachlich die durch den Jahresabschluss (Bilanz, GuV und Anhang) gegebenen Informationen ergänzen soll. Darüberhinaus dient er insbesondere dazu über die zukünftige Entwicklung mit den Chancen und Risiken zu berichten.

Wer muss einen Lagebericht erstellen und wer ist dafür verantwortlich?

Die Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts besteht für:

  • Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften, (siehe hierzu den Beitrag über Größenklassen)
  • Mittelgroße und große Personengesellschaften, bei denen nicht mindestens ein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist,
  • Unternehmen, die nach dem PublG rechnungslegungspflichtig sind und keine Einzelkaufleute oder Personenhandelsgesellschaften sind; im Falle der Kapitalmarktorientierung i.S.d. § 264d HGB  ist jedoch stets ein Lagebericht aufzustellen.

Die Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernlageberichts besteht auch in dem Falle, dass inländische Muttergesellschaften entweder die IFRS-Rechnungslegung verpflichtend oder freiwillig anwenden.

Ebenso bleibt die Verpflichtung zur Aufstellung eines Lageberichts auch in dem Falle bestehen, dass Gesellschaften freiwillig nach § 325 Abs. 2a HGB einen IFRS-Einzelabschluss veröffentlichen.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaften sind verantwortlich für die Aufstellung und denInhalt des Lageberichts.

Ist das Unternehmen verpflichtet den Lagebericht prüfen zu lassen?

Sofern ein Unternehmen verpflichtet ist einen Lagebericht aufzustellen, muss dieser auch geprüft werden.

Muss ein Lagebericht veröffentlicht werden?

Zur Offenlegung verpflichtet sind alle Unternehmen, die einen Lagebericht erstellen müssen, insbesondere

  • mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sowie Kapitalgesellschaften & Co.,
  • publizitätspflichtige Gesellschaften.

Was ist ein Bestätigungsvermerk, welche Funktion hat dieser und welche Arten gibt es?

Was ist ein Bestätigungsvermerk?

Der Bestätigungsvermerk ist das abschließende Gesamturteil, das nach einer nach anerkannten Berufsgrundsätzen(der Wirtschaftsprüfer) durchgeführten ordnungsmäßigen Prüfung abgegeben wird (§ 322 I 1, 2 HGB).

Mit einem Bestätigungsvermerk bestätigt der Abschlussprüfer, dass Jahresabschluss und Buchführung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und dass der Lagebericht keine falschen Vorstellungen von der Lage der Unternehmung erweckt.

Ein unmittelbares Urteil über die wirtschaftliche Lage der Unternehmung ist mit dem Bestätigungsvermerk nicht verbunden.

Welche Funktion hat ein Bestätigungsvermerk?

Durch den Bestätigungsvermerk sollen Adressaten, z.B. Gesellschafter, Gläubiger, Arbeitnehmer, Aufsichtsrat und Öffentlichkeit, über das Ergebnis einer Prüfung unterrichtet werden. Der volle Wortlaut des Bestätigungsvermerks ist in allen Veröffentlichungen und Vervielfältigungen des Jahresabschlusses wiederzugeben.

Welche Arten von Bestätigungsvermerken gibt es?

  1. Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk:
    Sind während der Prüfung keine signfikanten Prüfungsdifferenzen aufgetreten und entspricht der Jahresabschlus aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft bzw. des Konzerns, hat der Abschlussprüfer einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk zu erteilen.
    Ist die Gesellschaft mittelgroß bzw. größer, ist darauf einzugehen, ob der Lagebericht bzw. Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Unternehmens bzw. Konzerns vermittelt und Risiken der künftigen Entwicklung richtig darstellt.
  2. Eingeschränkter Bestätigungsvermerk
    Sind in klar definierbare Teile des Abschlusses wesentliche Fehler gefunden worden, die nicht beseitigt wurde, ist der Jahresabschluss einzuschränken.
  3. Versagung
    Ist der Abschluss so fehlerhaft, dass er im Ganzen falsch ist, ist der Bestätigungsvermerk einzuschränken (Versagungsvermerk). Dies ist oftmals der Fall, wenn der Abschluss nach Fortführungsprognose aufgestellt ist, aber die going-concern Prognose negativ ausfällt.

Was versteht man unter einer Mittelverwendungsprüfung?

Von der öffentlichen Hand und sonstigen Institutionen die Fördermittel erhalten, wird erwartet, dass sie mit dem eingesetzten Geld, seien es Steuergelder, Spenden, Stiftungsmittel oder andere Zuwendungen, nachhaltig und verantwortungsvoll umgehen. Gleichzeitig auch umfassend und nachvollziehbar über den zielgerichteten sowie wirtschaftlichen Einsatz der Mittel gegenüber dem Mittelgeber berichten.

Aufbau bzw. Prüfung des internen Kontrollsystems

Neben der angemessenen Konzeption des durchzuführenden Vorhabens (siehe unten), muss ein funktionierendes internes Kontrollsystem existieren, das eine konstant hohe Qualität gewährleistet. Dieses muss insbesondere ein vier-Augen-Prinzip bei wichtigen Handlungen beinhalten.

Überprüfung der Einhaltung interner und externer Förderrichtlinien bei der Planung und Durchführung

Um die effiziente Umsetzung des Projektes sicherzustellen, sind von der durchführenden Organisation oder Unternehmenseinheit in der Regel diverse interne und/oder externe Vorgaben zu beachten. Diese reichen von der den Vorgaben entsprechenden Planung des Projektes, über die Vergabe von Aufträgen, das interne Monitoring inklusive der Überwachung der Mittelverwendung sowie die vorgabengemäßen Auszahlungen aus Projektmitteln bis hin zur Berichterstattung an den Auftrag- bzw. Finanzmittelgeber.

Welche Mittelverwendungen führen wir durch?

Insbesondere Herr WP/StB Jonas in der Funktion als auditor hat bereits ein umfangreiches Know-How an Mittelverwendungsprüfungen im Bereich FP7, Horizon 2020, INTERREG EUROPE sowie individuellen Grant Agreements. Sprechen Sie ihn einfach an!

Was ist ein Prüfungsbericht eines Wirtschaftsprüfers?

Ein Prüfungsbericht ganz allgemein ist die Berichterstattung über Gegenstand, Art und Umfang sowie Ergebnis einer Prüfung.

Der Prüfungsumfang richtet sich dabei immer nach dem Prüfungsauftrag. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, die im HGB als auch im PublG festgelegt sind, ist ein schriftlicher Prüfungsbericht vorgeschrieben bei Prüfungen von Jahresabschlüssen von Gesellschaften nach dem HGB und PublG.

Der Abschlussprüfer hat den Prüfungsbericht zu unterzeichnen und den gesetzlichen Vertretern vorzulegen (Jahresabschlussprüfung). Bei Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat ist der Prüfungsbericht diesem vorzulegen.

Wie ist ein Prüfungsbericht aufgebaut?

Der Inhalt und Aufbau des Prüfungsberichts ist nach § 321 HGB normiert.

Hierzu gibt es vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) ergänzend den Prüfungsstandard (PS) PS 450 „Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung bei Abschlussprüfungen“, der die folgende Gliederung empfiehlt:

Gliederung des Prüfungsberichts:

(1) Prüfungsauftrag;
(2) Grundsätzliche Feststellungen (Lage des Unternehmens, Unregelmäßigkeiten);
(3) Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung;
(4) Feststellungen und Erläuterungen zur Rechnungslegung (Buchführung, Jahresabschluss, Lagebericht);
(5) Feststellungen zum Risikofrüherkennungssystem;  (nicht in allen Fällen)
(6) Feststellungen aus Erweiterungen des Prüfungsauftrags; (nur bei besonderer Beauftragung)
(7) Bestätigungsvermerk.

Obligatorische Anlagen zum Prüfungsbericht:

  • Bilanz
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Anhang
  • Lagebericht (bei mittelgroßen Gesellschaften und größer bzw. bei Pflicht durch Satzung)
  • Auftragsbedingungen sowie
  • fakultative Anlagen z.B. rechtliche und/oder steuerliche Verhältnisse, wirtschaftliche Grundlagen.

Was sind die Berufspflichten eines Wirtschaftsprüfers?

Die Berufspflichten aber auch die Rechte sind in der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) geregelt und hier insbesondere in § 43 WPO – Allgemeine Berufspflichten.

Folgende Berufspflichten werden hier in Absatz 1 genannt:

Die Berufspflichten werden im vom IDW herausgegebenen WP-Handbuch (2006), das auf die WP-Ordnung Bezug nimmt, wie folgt umschrieben.

Unabhängigkeit
„Der Beruf des WP muss unabhängig ausgeübt werden. Die Unabhängigkeit ist eine Kardinaltugend für jeden Berufsangehörigen und ihre Wahrung seine elementare Pflicht. Die Unabhängigkeit umfasst sowohl die innere als auch die äußere Unabhängigkeit. Innere Unabhängigkeit (= Unbefangenheit) meint die innere Einstellung, die ausschließlich die zur Erfüllung des vorliegenden Auftrags relevanten Aspekte in Betracht zieht. Die äußere Unabhängigkeit (das Nichtbestehen der Besorgnis der Befangenheit) wird aufgefasst als Vermeidung von Tatsachen und Umständen, die so schwer ins Gewicht fallen, dass ein sachverständiger und informierter Dritter die Fähigkeit des Abschlussprüfers zur objektiven Wahrnehmung seiner Aufgaben in Zweifel ziehen würde.

Unabhängigkeit in einem umfassenden Sinne bedeutet, dass der WP in objektiver und subjektiver Hinsicht seine Feststellungen unbeeinflusst von sachfremden Erwägungen und ohne Rücksichtnahme auf eigene Belange oder Interessen Dritter treffen kann.

Gewissenhaftigkeit:
Wirtschaftsprüfer sind bei der Durchführung ihrer Aufgaben an das Gesetz gebunden und haben die für die Berufsausübung geltenden Bestimmungen sowie die gesetzlichen Regeln zu beachten.

Mandate dürfen nur übernommen werden, wenn der WP über die dafür erforderliche Sachkunde und die zur Bearbeitung erforderliche Zeit verfügt.

Verschwiegenheit: 
Die Verschwiegenheit bildet das Fundament für das Vertrauen, das dem Wirtschaftsprüfer entgegengebracht wird. Alle Tatsachen und sonstigen Dinge, die einem Wirtschaftsprüfer während seiner Berufsausübung anvertraut werden, müssen streng vertraulich behandelt werden.

Eigenverantwortlichkeit:
Der Wirtschaftsprüfer hat sein Handeln in eigener Verantwortung zu bestimmen, sich selbst ein Urteil zu bilden und seine Entscheidungen selbst zu treffen. Er ist verantwortlich für die Ausübung der Tätigkeit seiner Mitarbeiter und muss diese hierfür auch überwachen und beurteilen. Letztentlich muss er in eigener Verantwortung eine Entscheidung über die Prüfung treffen.

Er darf keinen fachlichen Weisungen unterliegen, die ihn verpflichten, insbesondere Prüfungsberichte und Gutachten auch dann zu unterzeichnen, wenn sich ihr Inhalt nicht mit seiner Überzeugung deckt.

Unparteilichkeit: 

Der Wirtschaftsprüfer hat sich bei der Prüfungstätigkeit und der Erstellung von Gutachten unparteiisch zu verhalten, ein Gebot, das vom Wirtschaftsprüfer in seiner Funktion als Prüfer oder Gutachter unbedingte Neutralität verlangt.

 

Was ist ein internes Kontrollsystem (IKS)?

 Das interne Kontrollsystem (IKS) stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen, Verfahren und Grundsätze dar, die zur systematischen Prüfung aller Geschäftsprozesse eingesetzt werden und dient als zentraler Bestandteil des Internen Überwachungssystems zur Sicherstellung einer effektiven Geschäftsführung.

Ein internes Kontrollsystem setzt sich zum einen aus den internen Kontrollen (technische Einrichtung und Prinzipien sowie einer internen Revision zusammen. Die interne Revision ist hierbei zuständig für die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung des internen Kontrollsystems.

Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich verpflichtet bspw. den Vorstand und die Geschäftsführung der Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und bestimmte GmbHs dazu , ein ganzheitliches Überwachungs- und Kontrollsystem einzurichten. Ziel ist dabei das frühzeitige Erkennen von Risiken und Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, sowie die Sicherstellung der Einhaltung rechtlicher und ethischer Richtlinien i. S. einer guten Corporate Governance.

Mit der Einrichtung eines IKS einher geht meist die Optimierung der Effizienz aller unternehmerischen Vorgänge und damit das Erreichen strategischer und operativer Ziele unterstützt werden.

Im Falle einer Nichteinhaltung der Sorgfaltspflicht haften die verantwortlichen Organe für den entstandenen Schaden gegenüber der Gesellschaft.

Was ist eine Dauerakte?

Eine Dauerakte ist ein Teil der Arbeitspapiere eines Wirtschaftsprüfers, die er für eine Abschlussprüfung benötigt. In der Dauerakte werden die Unterlagen aufbewahrt, die über die Jahre hinaus bei der Prüfung eines Unternehmens benötigt wurden. Dies sind insbesondere gesellschaftsrechtliche Unterlagen aber auch Unterlagen wie Kreditverträge oder bedeutende Lieferantenverträge.

Wie mit den meisten Unterlagen auch wurde die Dauerakte zunehmend digitalisiert und steht auf den Servern den Teammitgliedern zur Verfügung. Früher wurde die Dauerakte in Papier dem Prüfungsteam des nächsten Jahres übergeben.

Was ist eine externe Qualitätssicherung?

Jeder Abschlussprüfer, sofern er Prüfungen entsprechend § 2 WPO durchführt (sogenannte Pflichtprüfungen) muss sicherstellen, dass er entsprechend der Berufsgrundsätze ein Mindestmaß an Qualität während der Prüfung umsetzt.

Das Verfahren zu Sicherstellung der externen Qualitätssicherung wird auch peer review genannt.

Jeder Wirtschaftsprüfer muss, um gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen durchführen zu dürfen, an der externen Qualitätskontrolle teilnehmen.

Die gesetzlichen Grundlagen hierfür definieren §§ 57a ff. WPO sowie die „Satzung für Qualitätskontrolle“ der Wirtschaftsprüferkammer. Hierbei handelt es sich um Regelwerke in denen die Erfordernisse zur Teilnahme an der externen Qualitätskontrolle im Einzelnen festgelegt sind.

Was ist das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)?

Das IDW ist die Fachorganisation der Wirtschaftsprüfer (WP) und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf freiwilliger Basis; Sitz in Düsseldorf.

Was sind die Aufgaben des IDW?
Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland fördert die Fachgebiete des Wirtschaftsprüfers und tritt für die Interessen des Wirtschaftsprüferberufes ein.

Wichtig ist, dass das IDW eine Fachinstanz der Mitglieder darstellt. In fachlichen Zweifelsfragen können sich die Mitglieder für einen geringen Betrag an die Fachabteilung des IDW wenden, die ihnen entweder eine mündliche oder eine schriftliche Antwort mitteilt.

Die Fachausschüsse erstellen Prüfungsstandards/sonstige Standards, die die Auffassung des Berufes zu fachlichen Fragen darstellen und zur Entwicklung beitragen sollen.

Welche wichtigen Veröffentlichungen kommen vom IDW?

Das IDW publiziert „die“ Zeitschrift des Berufsstands „Die Wirtschaftsprüfung”, veröffentlicht Fachnachrichten für Mitglieder und ist Herausgeber des Wirtschaftsprüfer-Handbuchs.

Was ist eine interne Revision?

Die interne Revision ist innerhalb des Unternehmens eine Einheit, die direkt dem Vorstand oder Geschäftsführung unterstellt ist und prozeßunabhängig ist.

Mitarbeiter der internen Revision prüfen unabhängig das interne Kontrollsystem auch bestimmte Prozeß im Unternehmen an sich und helfen auf Basis ihrer Feststellungen Verbesserungen in den Prozessen zu generieren.

Die Hauptaufgaben der internen Revision ist die Überprüfung des Finanz- und Rechnungswesen (financial audit) sowie die Überprüfung im organisatorischen Bereich (operational audit).
Daneben gibt es weitere Aufgaben im prüferischen Bereich wie die Mitarbeit bei der Inventur.

Wichtig für den Abschlussprüfer in der Abschlussprüfung ist eine funktionierende interne Revision. Die Ergebnisse der Prüfungen sind oftmals sehr hilfreich um hierauf aufzusetzen. Allerdings ist es nicht gestattet, Prüfungsergebnisse und -urteile der internen Revision unreflektiert zu übernehmen oder mit ihr, z.B. im Wege der Arbeitsteilung, zusammenzuarbeiten; er würde gegen die ihm berufsrechtlich auferlegte Pflicht zur Eigenverantwortlichkeit (Berufsgrundsätze für Wirtschaftsprüfer) verstoßen.

Was ist eine EDV Systemprüfung?

Bei der immer wichtiger werdenden EDV-Systemprüfung wird auf Basis der EDV basierten Buchungssätze und sonstigen Eingaben in der Buchhaltung in einer Prüfung Rückschluss auf die Ordnungsmässigkeit der Buchführung (GOB) gezogen. Vorteil an dieser Methode ist, dass es sich um eine Vollprüfung handelt und somit alle Buchhungssätze erfasst sind.
Aufgrund der Skalierung der Abschlussprüfung ist diese Methode immer stärker im Fokus

Was sind die Prüfungsinhalte?

Die Prüfung der Programmdokumentation sucht nach der Geeignetheit der EDV-Dokumentation, dh. ob die notwendigen Prozesse entsprechend dokumentiert sind.

Die Prüfung des Verarbeitungsverfahrens prüft die entsprechende Umsetzung der in der Dokumentation niedergeschriebenen Abläufe und Anweisungen.

Was ist eine Softwarebescheinigung?

Basis einer EDV-Systemprüfung ist zumeist die Softwarebescheinigung für die Software, die im Rechnungswesen eingesetzt wird. Jede rechnungslegungsrelevante Software muss auf Basis des IDW PS 880 (sog. „Softwarebescheinigung“) in Hinblick auf die Einhaltung der Grundsätze der Ordnungsmäßigkeits-, Sicherheits- und Kontrollanforderungen überprüft werden.

Was sind die Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung?

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung (GoA) stellen ein System überindividueller Normen dar, die der Verhaltenssteuerung von Prüfern dienen. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung sind dabei eng mit den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) verwoben. Die GoA determinieren im Gegensatz zu den GoB die Struktur der Abschlussprüfung, konkretisieren den Prüfungsumfang und dienen allgemein der Sicherung der Vertrauenswürdigkeit des Prüfungswesens.

Dabei gibt es auf der einen Seite niedergeschriebene und nicht nicht kodifizierte GoA, welche ausgelegt werden müssen.

Die zentralen beruflichen Pflichten eines Wirtschaftsprüfer gemäße § 43 WPO spielen dabei eine zentrale Rolle, daneben die §§ 323 Abs. 1, 319 , 319a , 319b HGB.

Die Grundsätze sind demnach:

  • Gewissenhaftigkeit,
  • Unparteilichkeit,
  • Verschwiegenheit,
  • Unabhängigkeit und
  • Eigenverantwortlichkeit

Darüberhinaus gibt es weitere nicht kodifizierte ethische, soziale und sonstige Grundsätze, die auf freiwilliger Basis eine höhere Prüfungsqualität als der rechtlich gebotene Standard generieren (z. B. der Aufbau von Reputation).

Hierbei gilt die gerade erwähnt Reputation als ein sehr zentraler Bestandteil der Theorie, ähnlich der in der Wirtschaft oftmals verwendeten Theorie vom ordentlichen Kaufmann.

Alle diese Grundsätze münden in der Zielsetzung, dass eine gehobene Qualität beim Prüfungsurteil sichergestellt ist.

Was ist eine Inventurprüfung?

Die Inventurprüfung, zumeist in der Zeit um den Abschlussstichtag herum ist Teil der Jahresabschlussprüfung und bei produzierenden Unternehmen ein sehr wichtiger Baustein. Sofern keine Inventurteilnahme des Abschlussprüfers durchgeführt wurde, ist grundsätzlich der Bestätigungsvermerk einzuschränken. Aber auch unabhängig der Prüfung des Bilanzwertes gibt die Inventurteilnahme dem Abschlussprüfer einen sehr guten Eindruck in das Unternehmen und die Abläufe. In den Gesprächen mit den Lagerarbeitern kann man oftmals über den Tellerrand hinaus sehr interessante „Interna“ erfahren.

Was umfasst die Inventurprüfung?
Die Inventurprüfung ist eine Zählung meist zum Geschäftsjahresende, um den Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Halb- und Fertigerzeugnissen sowie fertig bezogenen Waren, also des gesamten Vorratsvermögens, festzustellen.

Wie wird eine solche Prüfung durchgeführt
Im Rahmen der Prüfungsplanung wird eine sachlich, zeitliche und personelle Planung getätigt – diese ist logischerweise eng mit dem Unternehmen abzustimmen. Die Prüfung vom Unternehmen selbst erfolgt meist durch ausgewählte Mitarbeiter oder bei großen Konzern auch durch Aushilfen.

Was läuft eine Inventurprüfung ab?

  1. Zunächst wird sich anhand der Inventuranweisung inkl. einem Verzeichnis der Lagerorte ein erstes Bild über das IKS gemacht.
  2. Bei der Inventurprüfung im Unternehmen werden auf Basis der Zahlzettel (sheet-floor) bzw. umgekehrt anhand der Ware (floor-sheet) Stichproben genommen und auf Übereinstimmung überprüft.
  3. Die Bewertung wird anhand einer Aufstellung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgeglichen und auf die Ordnungsmässigkeit der Ermittlung geprüft.

Wie wird der Kassenbestand überprüft?

Eine Kassenprüfung ist die Übereinstimmung des tatsächlichen Bargeldbestandes mit dem Kassenbuch.
Auch wenn die Prüfungshandlung sehr trivial klingt ist sie dennoch für einen ersten Überblick über die Arbeitsweisen im Rechnungswesen sehr hilfreich.

Die Kassenprüfung soll möglichst überraschend durchgeführt werden, so dass Manipulationen vermieden werden. Aufgrund des Grundsatzes der Wesentlichkeit sollten größere Posten lückenlos und die Übrigen stichprobenweise geprüft werden (Soll-Ist Abgleich).
Insbesondere bei Urlaubszeiten des Kassieres oder sonstigen Verantwortlichkeiten ist ein größeres Risiko auf Unregelmässigkeiten zu vermuten.

Hilfsmittel bei der Kassenprüfung sind Belege, Tagesauszüge und Buchungsprimanoten.

Wichtig bei der Prüfung auf den Jahresabschlusstichtag ist, dass dem Kassenbestand ein unterschriebenes Kassenprotokoll zurgrundeliegt..

Was versteht man unter einer Konzernabschlussprüfung?

Eine Konzernabschlussprüfung ist eine betriebswirtschaftliche Prüfung eines Konzernabschlusses gemäß § 316 II HGB.

Prüfungsumfang und -gegenstand
Die Prüfung des Konzernabschlusses hat sich darauf zu erstrecken, ob die gesetzlichen Vorschriften und ggf. die Ergänzungen in der Satzung der Obergesellschaft über die Aufstellung des Konzernabschlusses beachtet wurden.

Müssen auch die Einzelabschlüsse geprüft werden?
Die Besonderheit eines Konzernabschlusses liegt in der Tatsache, dass sich der Konzernabschluss aus den Einzelabschlüssen aller Konzernunternehmen ergibt. Um die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss angemessen beurteilen zu können, muss der Abschlussprüfer auch die jeweiligen Einzelabschlüsse der Konzernunternehmen prüfen (§ 317 Abs. 3 Satz 1 HGB). Sofern diese von einen anderen Abschlussprüfer geprüft wurden, „(…) hat der Konzernabschlussprüfer dessen Arbeit zu überprüfen und dies zu dokumentieren“ (§ 317 Abs. 3 Satz 2 HGB).

 

Was ist ein Management letter und welchem Zweck dient dieser?

Der Management Letter ist neben Prüfungsbericht und Bestätigungsvermerk Bestandteil der schriftlichen Berichterstattung des Abschlussprüfers. Diese Berichterstattung betrifft Feststellungen, die im Rahmen des Prüfungsauftrags nicht als wesentlich anzusehen oder nicht unmittelbar Gegenstand des Prüfungsauftrags sind, die sich aber bei sachgerechter Durchführung einer Abschlussprüfung häufig ergeben und deren Kenntnis für das geprüfte Unternehmen von Nutzen ist

Aufgrund der Aufgaben, die dem Management Letter neben dem Prüfungsbericht zugeordnet werden können, kommt als Adressat der Vorstand bzw. die Geschäftsführung des geprüften Unternehmens in Betracht.

Was sind analytische Prüfungshandlungen?

Bei der Durchführung sog. aussagebezogener Prüfungshandlungen werden Prüfungsnachweise gewonnen, die eine hinreichende Sicherheit über die in der Rechnungslegung enthaltenen Angaben verschaffen sollen. Hierbei werden analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungen unterschieden.

Wie werden analytische Prüfungshandlungen definiert?
Analytische Prüfungshandlungen sind Plausibilitätsbeurteilungen von Verhältniszahlen und Trends, durch die Beziehungen von prüfungsrelevanten Daten eines Unternehmens zu anderen Daten aufgezeigt sowie auffällige Abweichungen festgestellt werden. Hierzu gehört z.B. die Untersuchung von Schwankungen und Zusammenhängen, die in Widerspruch zu anderen einschlägigen Informationen stehen oder von erwarteten Beträgen abweichen. [Siehe IDWPS 312 Tz. 5]

Beispiele für analytische Prüfungshandlungen

  • Vorjahresvergleich
  • Kennzahlenanalyse (z.B. Verschuldungsgrad, Kundenziel, Umschlagshäufigkeit der Forderungen, Umschlagsdauer der Vorräte, usw
  • Trendanalyse (z.B. Extrapolation, Regressionsanalysen, usw.)
  • Benchmarking (Vergleich des zu prüfenden Unternehmens mit möglichst ähnlichen Unternehmen)
  • Planzahlen
  • Andere Gesetzmäßigkeiten (z.B. Benford‘s Law)

Was sind Einzelfallprüfungshandlungen (substantive testing)?

Prüfungshandlungen des Wirtschaftsprüfers im Rahmen einer Jahresabschlussprüfungen werden dem Zweck nach in

  • Risikobeurteilungen,
  • Funktionsprüfungen und
  • aussagebezogene Prüfungshandlungen

eingeteilt.

Die aussagebezogenen Prüfungshandlungen wird in analytische Prüfungshandlungen (PS 312) und Einzelfallprüfungshandlungen (IDW PS 300) unterteilt.

Die abschlusspostenorientierte Prüfung (balance sheet audit) setzt an den zu prüfenden Abschlussposten an. Dabei stehen Einzelfallprüfungen stärker im Vordergrund. Der Nachteil einer abschlusspostenorientierter Prüfung ist, dass zusammengehörige Abschlussposten isoliert voneinander betrachtet werden.

Im Rahmen der Einzelfallprüfungen kommen in Betracht (vgl. IDW PS 300, A12 ff.):

  • Einsichtnahme in Unterlagen des Unternehmens
  • Inaugenscheinnahme von materiellen Vermögensgegenständen
  • Beobachtung von Verfahren oder einzelnen Maßnahmen
  • Befragungen und Einholung von Bestätigungen
  • Berechnungen
  • Nachvollziehen von Verfahren und Kontrollmaßnahmen

 

Was ist ein Prüfungsstandard und wie werden diese unterteilt?

In Deutschland werden Prüfungsstandards vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) entwickelt. Sie stellen die Berufsauffassung der Wirtschaftsprüfer (WP) zu bestimmten prüferischen Fragestellungen und Themen dar und gelten als Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung (Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung GoA).

Aus diesem Grunde sind diese von den Wirtschaftsprüfern bei der Durchführung von Abschlussprüfungen grundsätzlich zu beachten.
Die Prüfungsstandards des IDW werden als IDW Prüfungsstandards (IDW PS) bezeichnet.

 

Überblick über die Prüfungsstandards

IDW PS 100                       Zusammenfassender Standard

IDW PS 120–199              Qualitätssicherung

IDW PS 200–249              Prüfungsgegenstand und Prüfungsauftrag

IDW PS 250–299              Prüfungsansatz

IDW PS 300–399              Prüfungsdurchführung

IDW PS 400–499              Bestätigungsvermerk, Prüfungsbericht und Bescheinigungen

IDW PS 500–799              Abschlussprüfung von Unternehmen bestimmter Branchen

IDW PS 800–999              andere Reporting-Aufträge


Auflistung der IDW Prüfungsstandards

IDW PS 140        Die Durchführung von Qualitätskontrollen in der Wirtschaftsprüferpraxis

IDW PS 200        Ziele und allgemeine Grundsätze der Durchführung von Abschlussprüfungen

IDW PS 201        Rechnungslegungs- und Prüfungsgrundsätze für die Abschlussprüfung

IDW PS 202        Die Beurteilung von zusätzlichen Informationen, die von Unternehmen zusammen mit dem Jahresabschluss veröffentlicht werden

IDW PS 203        Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

IDW PS 205        Prüfung von Eröffnungsbilanzwerten im Rahmen von Erstprüfungen

IDW PS 208        Zur Durchführung von Gemeinschaftsprüfungen (Joint Audit)

IDW PS 210        Zur Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 220        Beauftragung des Abschlussprüfers

IDW PS 230        Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit sowie das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des zu prüfenden Unternehmens im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 240        Grundsätze der Planung von Abschlussprüfungen

IDW PS 250        Wesentlichkeit im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 255        Beziehungen zu nahestehenden Personen im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 260        Das interne Kontrollsystem im Rahmen der Abschlussprüfung (ersetzt durch IDW PS 261)

IDW PS 261        Feststellung und Beurteilung von Fehlerrisiken und Reaktionen des Abschlussprüfers auf die beurteilten Fehlerrisiken

IDW PS 270        Die Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 300        Prüfungsnachweise im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 301        Prüfung der Vorratsinventur

IDW PS 302        Bestätigungen Dritter

IDW PS 303        Erklärungen der gesetzlichen Vertreter gegenüber dem Abschlussprüfer

IDW PS 312        Analytische Prüfungshandlungen

IDW PS 314        Die Prüfung von geschätzten Werten in der Rechnungslegung einschließlich von Zeitwerten

IDW PS 315        Die Prüfung von Zeitwerten

IDW PS 318        Prüfung von Vergleichsangaben über Vorjahre

IDW PS 320        Verwendung der Arbeit eines anderen externen Prüfers

IDW PS 321        Interne Revision und Abschlussprüfung

IDW PS 322        Verwertung der Arbeit von Sachverständigen

IDW PS 330        Abschlussprüfung bei Einsatz von Informationstechnologie

IDW PS 331        Abschlussprüfung bei teilweiser Auslagerung der Rechnungslegung auf Dienstleistungsunternehmen

IDW PS 340        Die Prüfung des Risikofrüherkennungssystems nach § 317 Abs. 4 HGB

IDW PS 345        Auswirkungen des Deutschen Corporate Governance Kodex auf die Abschlussprüfung

IDW PS 350        Prüfung des Lageberichts

IDW PS 400        Grundsätze für die ordnungsmäßige Erteilung von Bestätigungsvermerken bei Abschlussprüfungen

IDW PS 450        Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung bei Abschlussprüfungen

IDW PS 460        Arbeitspapiere des Abschlussprüfers

IDW PS 470        Grundsätze für die mündliche Berichterstattung des Abschlussprüfers an den Aufsichtsrat

IDW PS 480        Prüfung von Abschlüssen, die nach Rechnungslegungsgrundsätzen für einen speziellen Zweck aufgestellt wurden

IDW PS 490        Prüfung von Finanzaufstellungen oder deren Bestandteilen

IDW PS 520        Besonderheiten und Problembereiche bei der Abschlussprüfung von Finanzdienstleistungsinstituten (aufgehoben am 25. November 2011 / ersetzt durch IDW PH 9.520.1)

IDW PS 521        Die Prüfung des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 36 Abs. 1 Satz 1 WpHG

IDW PS 522        Prüfung der Adressenausfallrisiken und des Kreditgeschäfts von Kreditinstituten

IDW PS 525        Die Beurteilung des Risikomanagements von Kreditinstituten im Rahmen der Abschlussprüfung

IDW PS 560        Die Prüfung der Schadenrückstellung im Rahmen der Jahresabschlussprüfung von Schaden-/Unfallversicherungsunternehmen

IDW PS 570        Beurteilung von Embedded Value Berichten von Versicherungsunternehmen nach Art des marktkonsistenten Embedded Value (MCEV) entsprechend den Prinzipien des CFO Forums

IDW PS 610        Prüfung von Energieversorgungsunternehmen

IDW PS 650        Zum erweiterten Umfang der Jahresabschlussprüfung von Krankenhäusern nach Landeskrankenhausrecht

IDW PS 700        Prüfung von Beihilfen nach Artikel 107 AEUV insbesondere zugunsten öffentlicher Unternehmen

IDW PS 710        Prüfung des Rechenschaftsberichts einer politischen Partei

IDW PS 720        Berichterstattung über die Erweiterung der Abschlussprüfung nach § 53 HGrG

IDW PS 721        Berichterstattung über die Erweiterung der Abschlussprüfung nach § 16d Abs. 1 Satz 2 Rundfunkstaatsvertrag

IDW PS 730        Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts einer Gebietskörperschaft

IDW PS 740        Prüfung von Stiftungen

IDW PS 750        Prüfung von Vereinen

IDW PS 800        Beurteilung eingetretener oder drohender Zahlungsunfähigkeit bei Unternehmen

IDW PS 810        Die Prüfung der Substanzwertrechnung von Leasingunternehmen

IDW PS 821        Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung oder prüferischer Durchsicht von Berichten im Bereich der Nachhaltigkeit

IDW PS 830        Zur Prüfung Gewerbetreibender i.S.d. § 34c Abs. 1 GewO gemäß § 16 Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV)

IDW PS 850        Projektbegleitende Prüfung bei Einsatz von Informationstechnologie

IDW PS 880        Die Prüfung von Softwareprodukten

IDW PS 890        Die Durchführung von WebTrust-Prüfungen

IDW PS 900        Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen

IDW PS 901        Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Überleitungsrechnungen nach § 4h EStG in Zusammenhang mit dem Betriebsausgabenabzug für Zinsaufwendungen (Zinsschranke) (aufgehoben am 06.06.2012)

IDW PS 902        Prüfung des Soll-Ist-Vergleichs in Leistungsnachweisen über durchgeführte Vermögensanlagen

IDW PS 910        Grundsätze für die Erteilung eines Comfort Letter

IDW PS 951        Die Prüfung des internen Kontrollsystems beim Dienstleistungsunternehmen für auf das Dienstleistungsunternehmen ausgelagerte Funktionen

IDW PS 970        Prüfungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz

IDW PS 971        Prüfungen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

IDW PS 980        Grundsätze ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen

Was ist die Wirtschaftsprüferkammer und was sind ihre Aufgaben?

Die Wirtschaftsprüferkammer ist eine Institution der beruflichen Selbstverwaltung gemäß Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (Wirtschaftsprüferordnung). Die Wirtschaftsprüferkammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (§ 4 WPO); Sitz in Berlin.

Wie ist die Organisation der Wirtschaftsprüferkammer?


Müssen alle Wirtschaftsprüfer Mitglied sein? Was ist ein Pflichtmitglied?

Pflichtmitglieder sind gemäß § 58 I 1 WPO die bestellten bzw. anerkannten Wirtschaftsprüfer (WP), die Mitglieder des Vorstandes von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, nach dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz verbundene Personen, Geschäftsführer oder vertretungsberechtigte persönlich haftende Gesellschafter von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die nicht Wirtschaftsprüfer sind, sowie die anerkannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften; außerdem gemäß § 128 III WPO vereidigte Buchprüfer und Buchprüfungsgesellschaften.

Was sind die Aufgaben der Wirtschaftsprüferkammer?

Die Wirtschaftsprüferkammer hat gemäß § 57 WPO die Aufgabe, die beruflichen Belange der Gesamtheit ihrer Mitglieder zu wahren und die Erfüllung der beruflichen Pflichten zu überwachen.

Die Aufgaben, die der WPK per Gesetz übertragen wurden, sind insbesondere

  • die Funktion der WPK als Ansprech- und Informationspartner ihrer Mitglieder
  • die Vertretung der Belange und Positionen des Berufsstandes gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik
  • die Durchführung des bundeseinheitlichen Wirtschaftsprüfungsexamens
  • die Bestellung von Wirtschaftsprüfern und vereidigten Buchprüfern sowie die Anerkennung von Wirtschaftsprüfungs- und Buchprüfungsgesellschaften wie auch deren Widerruf
  • die Führung des Berufsregisters
  • der Erlass von Regelungen zur Berufsausübung in Form von Satzungen
  • die Berufsaufsicht, ausgenommen Prüfungsmandate bei Unternehmen von öffentlichem Interesse, für die die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig ist
  • die Durchführung des Qualitätskontrollverfahrens bei Prüferpraxen, soweit nicht Prüfungsmandate von öffentlichem Interesse betroffen sind.

Was ist ein start-up und was unterscheidet es von einer „normalen“ Existenzgründung?

Der Begriff start-up ist nicht genau definiert und so nähern sich verschiedene Lexika und Institutionen diesem Begriff von mehreren Seiten.

Das Gabler Onlinelexikon schreibt beispielsweise, dass ein start-up „ein junges, noch nicht etabliertes Unternehmen, das zur Verwirklichung einer innovativen Geschäftsidee (häufig in den Bereichen Electronic Business, Kommunikationstechnologie oder Life Sciences) mit geringem Startkapital gegründet werden und i.d.R. sehr früh zur Ausweitung ihrer Geschäfte und Stärkung ihrer Kapitalbasis entweder auf den Erhalt von Venture-Capital bzw. Seed Capital(evtl. auch durch Business Angels) angewiesen sind.“
Das ist natürlich ein recht langer Satz und schwer zu verdauen, aber der Fokus liegt auf Innovativität, geringem Startkapital und Wachstum durch Venture-Capital.

Es gibt vom Bundesverband Deutscher Startups (BVDS) und hier genauer im Startup-Monitor eine Art Definition. Zunächst einmal ist das Alter des Unternehmens ein entscheidender Faktor: Es muss jünger als 10 Jahre sein. Ab 11 Jahren ist man im Geschäftsleben also schon „erwachsen“ und kein Start-up mehr.
Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist das schnelle Wachstum des Business. Die Wachstumskurve muss steil nach oben zeigen. Nicht in jedem Aspekt und nicht von heute auf morgen, aber zumindest in einem Bereich muss sich deutlich und zeitnah eine starke Entwicklung abzeichnen.
Das dritte zentrale Motiv eines Start-ups ist der Innovationsgrad. Dieser ist typischerweise hoch.

Wie anhand der beiden Beispiele erkennbar, ist die hohe Innovation, das starke Wachstum verbunden mit einem bis dato kurzen Businessleben für ein start-up kennzeichnend.
Hier ist auch recht deutlich der Unterschied zu einer „normalen“ Existenzgründung ersichtlich, die trotz jungem Alters über eine meist deutlich geringere Innovationskraft und Wachstum verfügt.

Was ist der High-Tech Gründerfonds und welche Unternehmen sind Anteilseigner?

Der High-Tech Gründerfonds (kurz: HTGF) ist Deutschlands aktivster Frühphaseninvestor. Mit einem Fondsvolumen von rund 820 Mio. EUR (272 Mio. EUR Fonds I, 304 Mio. EUR Fonds II, 245 Mio. EUR Fonds III, 1. Closing) finanziert er junge innovative Technologie Startups und unterstützt diese aktiv bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen.

Die drei Investmentteams fokussieren auf hardwarenahe Ingenieurwissenschaften, Life Science, Chemie und Material Science sowie Software, Media Internet.

In der Anfangsphase beteiligt sich der Fonds mit 600.000 Euro, in späteren Phasen stehen bis zu zwei Millionen Euro pro Unternehmen zur Verfügung.

Zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, der KfW-Bankengruppe, sind einige hochrangige deutsche Wirtschaftsunternehmen wie Altana, BASF, B. Braun Melsungen, Robert Bosch GmbH, Cewe-Stiftung, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Evonik Industries, Lanxess, Metro Group, RWE Innogy und noch viele weitere als Investoren involviert.

Der Gründerfonds für Spitzentechnologie verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 576 Mio. Euro (272 Mio. Euro Fonds I und 304 Mio. Euro Fonds II), wobei allerdings 500 Mio. Euro (d.h. 87 Prozent) vom Bund und der KfW zur Verfügung gestellt werden, und ca. 13 Prozent von den Wirtschaftsunternehmen.

Welche Prüfungsaussagen trifft der Abschlussprüfer im Prüfungsbericht gemäß PS 450?

Folgende Prüfungsaussagen trifft der Abschlussprüfer in dem Hauptteil des Prüfungsberichts (insbesondere nachzulesen in § 321 HGB):

  • Stellungnahme zur Beurteilung der Lage des Unternehmens oder Konzerns durch die gesetzlichen Vertreter (§ 321 Abs. 1 Satz 2 HGB); auf die Besonderheiten bei nicht vorliegendem Lagebericht wird verwiesen
  • Darstellung, ob bei der Durchführung der Prüfung Unrichtigkeiten oder Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften sowie Tatsachen festgestellt worden sind, die den Bestand des geprüften Unternehmens oder seine Entwicklung wesentlich beeinträchtigen
    können oder die schwerwiegende Verstöße der gesetzlichen Vertreter oder von Arbeitnehmern gegen Gesetz, Gesellschaftsvertrag oder die Satzung darstellen (§ 321 Abs. 1 Satz 3 HGB)
  • Darstellung, ob die Buchführung, die weiteren geprüften Unterlagen, der Jahresabschluss, der Lagebericht, der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht den gesetzlichen und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags oder der Satzung entsprechen (§ 321 Abs. 2 Satz 1 HGB). Hierzu zählt auch die Darstellung, ob der Lagebericht bzw. Konzernlagebericht mit dem Jahresabschluss bzw. Konzernabschluss und den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen des Abschlussprüfers in Einklang steht, er insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage des Unternehmens bzw. Konzerns vermittelt und ob im Lagebericht bzw. Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dargestellt sind
  • Darstellung, ob die gesetzlichen Vertreter die verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht haben (§ 321 Abs. 2 Satz 1 HGB)
  • Aussage, ob der Abschluss insgesamt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz und Ertragslage der Kapitalgesellschaft unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung vermittelt (§ 321 Abs. 2 Satz 2 HGB). In den Fällen, in denen die anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften eine solche Aussage nicht vorsehen und eine solche auch nicht auf freiwilliger Grundlage gegeben wird, beschränkt sich die Aussage des Abschlussprüfers darauf, ob der Abschluss insgesamt den für die Rechnungslegung geltenden gesetzlichen Vorschriften entspricht
  • Aufgliederung und ausreichende Erläuterung der Posten des Jahresabschlusses, soweit dadurch die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich verbessert wird und diese Angaben im Anhang nicht enthalten sind (§ 321 Abs. 2 Satz 3 HGB).

Vergleiche hierzu im Einzelnen IDW Prüfungsstandard: Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung bei Abschlussprüfungen
(IDW PS 450)

Welche Prüfungsaussagen werden im Bestätigungsvermerk (PS 400) getroffen?

Prüfungsaussagen, die im Bestätigungsvermerk (PS 400) getroffen werden (§ 322 HGB):

  • Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses (§ 322 Abs. 1 Satz 1 HGB) einschließlich dessen allgemein verständlicher und problemorientierter Beurteilung (§ 322 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Satz 1 HGB)
  • Erklärung, ob die Prüfung zu Einwendungen geführt hat und ob der Jahres bzw. Konzernabschluss aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse nach der Beurteilung des Abschlussprüfers unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens bzw.
    des Konzerns vermittelt (§ 322 Abs. 1 Satz 3 HGB)
  • Gesondertes Eingehen auf bestandsgefährdende Risiken (§ 322 Abs. 2 Satz 2 HGB)
  • Aussage, ob der Lagebericht bzw. Konzernlagebericht insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage des Unternehmens bzw. des Konzerns vermittelt und ob die Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dargestellt sind (§ 322 Abs. 3 HGB).

Was sind die Ziele und der Gegenstand der Abschlussprüfung?

Was sind die Ziele der Abschlussprüfung?

Durch die Abschlussprüfung soll die Verlässlichkeit der in Jahresabschluss und Lagebericht enthaltenen Informationen bestätigt und insoweit deren Glaubhaftigkeit erhöht werden. Die Verlässlichkeit dieser Informationen schließt auch deren Ordnungsmäßigkeit
ein, da diese von den Adressaten bei ihrer Interpretation mit herangezogen wird.

Die Adressaten des Bestätigungsvermerks sowie die Adressaten des Prüfungsberichts, insb. die Aufsichtsorgane, können die Ergebnisse der Abschlussprüfung bei ihren Entscheidungen berücksichtigen, wobei sie sich der Grenzen der Aussagefähigkeit eines Jahresabschlusses und Lageberichts sowie der Erkenntnismöglichkeiten einer Abschlussprüfung bewusst sein müssen.
Der Wirtschaftsprüfer führt die Abschlussprüfung mit dem Ziel durch, die Aussagen über das Prüfungsergebnis (Prüfungsaussagen) unter Beachtung des Grundsatzes der Wirtschaftlichkeit mit hinreichender Sicherheit treffen zu können.

Die Prüfungsaussagen des Abschlussprüfers werden im Prüfungsbericht und im Bestätigungsvermerk getroffen und – sofern ein Aufsichtsrat besteht – in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats erläutert.

Was ist der Gegenstand der Abschlussprüfung?

Der Gegenstand der Jahresabschlussprüfung schließt neben dem aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und ggf. Anhang bestehenden Jahresabschluss die zugrunde liegende Buchführung und ggf. den Lagebericht mit ein und erstreckt sich darauf, ob die für die Rechnungslegung geltenden gesetzlichen Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und sie ergänzende
Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages oder der Satzung beachtet sind. Zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften gehört insbesondere, dass die Buchführung nachvollziehbar, unveränderlich, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen wird, dass der Jahresabschluss klar, übersichtlich und vollständig in der vorgeschriebenen Form mit den vorgeschriebenen Angaben aufgestellt ist und dass alle Posten zutreffend ausgewiesen sowie die Vermögensgegenstände und Schulden sämtlich richtig bewertet worden sind. Bei Kapitalgesellschaften und diesen gleichgestellten Gesellschaften gehört ergänzend zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaft vermittelt. Der Lagebericht muss mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen des Abschlussprüfers in Einklang stehen und insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage des Unternehmens vermitteln; die Risiken der künftigen Entwicklung müssen zutreffend dargestellt und die gesetzlich geforderten weiteren Angaben enthalten sein. In bestimmten Fällen wird dieser Umfang gesetzlich erweitert.

Siehe hierzu PS 200 Tz. 8ff

Was sind die Grundsätze für die Durchführung von Abschlussprüfungen?

Die Grundsätze für die Durchführung von Abschlussprüfungen umfassen sowohl berufliche als auch fachliche Grundsätze. Diese sind in IDW PS 201 im Einzelnen dargestellt.

Die Abschlussprüfung ist mit einer kritischen Grundhaltung zu planen und durchzuführen; die erlangten Prüfungsnachweise sind kritisch zu würdigen. Bei Anhaltspunkten für Verstöße durch die gesetzlichen Vertreter oder die Mitarbeiter des geprüften Unternehmens hat er ergänzende Prüfungshandlungen vorzunehmen und die Prüfungsnachweise im Hinblick auf den Verdacht gezielt zu würdigen.
Ein über diese kritische Grundhaltung hinausgehendes besonderes Misstrauen des Abschlussprüfers ist im Rahmen der Jahresabschlussprüfung i.d.R. nicht erforderlich.

Was versteht man unter dem Konzept der hinreichenden Sicherheit?

Eine Abschlussprüfung ist darauf auszurichten, dass die Prüfungsaussagen mit hinreichender Sicherheit getroffen werden können.

Das Konzept der hinreichenden Sicherheit bezieht sich auf die für diese Beurteilung erforderliche Gewinnung von Prüfungsnachweisen und somit auf die gesamte Prüfung. Die Prüfung dient nicht dem Ziel, unwesentliche Fehler festzustellen.

Hinreichende Sicherheit bedeutet nicht absolute Sicherheit, die bei der Abschlussprüfung nicht zu erreichen ist. Aufgrund der jeder Abschlussprüfung innewohnenden begrenzten Erkenntnis- und Feststellungsmöglichkeiten besteht auch bei ordnungsmäßiger Planung und Durchführung ein unvermeidbares Risiko, dass der Abschlussprüfer wesentliche falsche Aussagen nicht entdeckt.

Was sind deutsche Rechnungslegungsgrundsätze?

Zu den deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen gehören alle für die Rechnungslegung geltenden Vorschriften einschließlich der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) und ggf. einschlägiger Normen der Satzung oder des Gesellschaftsvertrages.

Die gesetzlichen Vorschriften, deren Einhaltung im Rahmen der Abschlussprüfung festzustellen ist, umfassen insbesondere die Vorschriften des HGB über

  • die Buchführung und das Inventar (§§ 238 – 241a HGB),
  • über den Ansatz, die Bewertung und die Gliederung der Posten des Jahresabschlusses (§§ 242 – 278 HGB) sowie
  • über die Angaben in Anhang und Lagebericht (§§ 284 – 289 HGB).

Die gesetzlich normierten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) werden ergänzt durch nicht gesetzlich festgeschriebene GoB, die durch die Verweisung in § 238 HGB für die Buchführung, in § 243 Abs. 1 und § 264 Abs. 2 HGB für den Jahresabschluss sowie in § 297 Abs. 2 HGB für den Konzernabschluss den Rang gesetzlicher Vorschriften haben.

Siehe hierzu PS 201 Tz. 5ff

 

Was sind Ereignisse nach dem Bilanzstichtag (subsequent events) und wie werden diese geprüft?

Ereignisse, die in dem Zeitraum zwischen dem Abschlussstichtag des zu prüfenden Geschäftsjahres und dem Datum des Vermerks über die Abschlussprüfung eintreten oder bekannt werden, können sich auf die Rechnungslegung für das zu prüfende Geschäftsjahr auswirken.

Bei Ereignissen ist zu unterscheiden, ob

  • ob sie nachträglich bessere Erkenntnisse über die Verhältnisse zum Abschlussstichtag liefern. Hierzu gehören auch spätere  Erkenntnisse über die Zulässigkeit der Annahme der Unternehmensfortführung (sog. Werterhellung)  oder
  • ob sie neue, wertverändernde Verhältnisse nach dem Abschlussstichtag begründen (sog. wertbegründende Ereignisse).
    Unbeschadet möglicher Berichterstattungspflichten im Lagebericht ist eine Berücksichtigung solcher Ereignisse im Jahresabschluss nicht zulässig.

Stellt der Abschlussprüfer Ereignisse nach dem Abschlussstichtag fest, die sich auf die Rechnungslegung wesentlich auswirken, ist zu beurteilen, ob diese Ereignisse zutreffend berücksichtigt wurden, und sind ggf. entsprechende Konsequenzen für den Bestätigungsvermerk zu ziehen.

Siehe hierzu PS 203 Tz. 8ff

 

Aber wie werden die Ereignisse genau geprüft? Welche Unterlagen dienen als Basis?

Zur Erlangung dieser Informationen sind vor der Erteilung des Bestätigungsvermerks zusätzliche Prüfungshandlungen durchzuführen. Als Prüfungshandlungen kommen in Betracht:

  • Untersuchungen der Maßnahmen der Unternehmensleitung nach Stichtag
  • kritisches Lesen von Protokollen der Gesellschafterversammlungen und Sitzungen der Organe zwischen Abschlussstichtag und Erteilung des Bestätigungsvermerks
  • Nutzung von Informationen aus Zwischenabschlüssen
  • Befragung der Unternehmensleitung und anderes Auskunftspersonen

Was sind Eröffnungsbilanzwerte und wie werden diese geprüft?

Eröffnungsbilanzwerte sind die Beträge, die sich aus den Posten der Schlussbilanz des vorhergehenden Geschäftsjahres ergeben (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB). Eröffnungsbilanzwerte in diesem Sinne umfassen auch andere nach den Rechnungslegungsgrundsätzen erforderliche Angaben zu Sachverhalten, die zu Beginn des Geschäftsjahres vorlagen (z.B. Eventualverbindlichkeiten).

Wie werden die Eröffnungsbilanzwerte geprüft?

Die Art und Umfang der Prüfungshandlungen zur zutreffenden Erfassung der Eröffnungsbilanzwerte hängen davon ab, ob

  • der Vorjahresabschluss geprüft wurde,
  • der Vorjahresabschluss ungeprüft ist oder
  • ein Jahres- oder Konzernabschluss erstmals aufgestellt wird

Hiervon ist letztendlich abhängig in welcher Intensität die Vorjahreszahlen geprüft oder kritisch durchgesehen werden.

Meist wird die tatsächliche Prüfung auf Basis der Summen- und Saldenliste des Vorjahres bzw. des Kontos, über das die EB-Werte eingebucht werden, durchgeführt wobei die Eröffnungsbilanzwerte in Summe null ergeben müssen.

Siehe hierzu IDW PS 205 Tz 7ff

Was sind Unrichtigkeiten (error) und Verstösse (fraud)?

Die Abschlussprüfung ist grundsätzlich nicht darauf ausgerichtet, strafrechtliche Tatbestände (z. B. Untreuehandlungen, Unterschlagungen, Kollusion) und außerhalb der Rechnungslegung begangene Ordnungswidrigkeiten aufzudecken und aufzuklären. Gemäß § 317 Abs. 1 Satz 3 HGB hat der Abschlussprüfer seine Prüfung so anzulegen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften und die sie ergänzenden Bestimmungen oder der Satzung bei gewissenhafter Berufsausübung erkannt werden. Sofern der Abschlussprüfer derartige Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung seiner Tätigkeit feststellt, hat er im Vorspann des Prüfungsberichts darüber zu berichten (§ 321 Abs. 1 Satz 3 HGB).

Die Verantwortung für die Vermeidung und die Aufdeckung von Unrichtigkeiten und Verstößen liegt zunächst bei den gesetzlichen Vertretern des Unternehmens, die hierzu organisatorische Maßnahmen einzuführen und zu unterhalten haben. Dazu gehört ein geeignetes internes Kontrollsystem.

Unrichtigkeiten (Error) sind unbeabsichtigt falsche Angaben im Abschluss und Lagebericht.

Beispiele für Unrichtigkeiten:

  • Schreib- oder Rechenfehler in der Buchführung,
  • Übersehen oder einer unzutreffenden Einschätzung von Sachverhalten

Verstöße (Fraud) sind falsche Angaben im Abschluss und Lagebericht, die auf einem beabsichtigten (vorsätzlichen) Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften oder Rechnungslegungsgrundsätze beruhen.

Verstösse können sein:

  • Buchungen ohne tatsächliches Vorliegen von Geschäftsvorfällen,
  • Unterdrückung von Buchungsbelegen,
  • unterlassene Buchungen

Siehe hierzu IDW PS 210 Tz. 7ff

Warum ist ein Verständnis von dem wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld des Unternehmens so wichtig?

Der Abschlussprüfer muss über ausreichende Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit sowie das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Unternehmens verfügen bzw. sich diese Kenntnisse verschaffen, um wesentliche Einflüsse auf den Jahresabschluss und den Lagebericht zu erkennen.

Die Kenntnisse müssen daher dem Abschlussprüfer eine Identifikation der

  • für den Unternehmenserfolg zentralen Einflussfaktoren,
  • Unternehmensstrategie,
  • den Erfolg der Strategie möglicherweise gefährdenden Geschäftsrisiken und der
    Reaktionen des Unternehmens auf diese Risiken sowie
  • Geschäftsprozesse, ihrer wesentlichen Risiken und der diesbezüglichen Kontrollmechanismen
    ermöglichen.

Siehe hierz PS 230 Tz. 5ff

Was sind nahestehende Personen und warum ist die Beurteilung der Beziehung wichtig?

Für ein Nahestehen ist nach neuer Definition jede Beziehung zwischen Gesellschafter und einem Dritten ausreichend, die den Schluß zuläßt, daß diese die Vorteilszuwendungen an den Dritten beeinflußt hat.

Derartige Beziehungen können familienrechtlicher, gesellschaftsrechtlicher, schuldrechtlicher oder auch rein tatsächlicher Art sein. Somit zählen hierzu z. B. auch enge persönliche Freundschaften oder eheähnliche Lebensgemeinschaften .

Warum ist eine Überprüfung der Geschäfte mit nahestehenden Personen wichtig:

Die gesetzlichen Vertreter haben sicherzustellen, dass Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen in der Buchführung ordnungsgemäß erfasst sowie im Jahres- bzw. Konzernabschluss und im Lage- bzw. Konzernlagebericht entsprechend den angewandten
Rechnungslegungsgrundsätzen dargestellt sind.

Bei Geschäften mit nahe stehenden Personen besteht ein hohes Kontrollrisiko, diese Geschäfte vollständig zu erfassen und die Ernsthaftigkeit der Geschäfte sowie ihrer Konditionen festzustellen.
Der Abschlussprüfer hat solche Prüfungshandlungen durchzuführen, die angemessene und ausreichende Prüfungsnachweise liefern, um beurteilen zu können, ob das interne Kontrollsystem angemessen und wirksam in Bezug auf Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Personen ausgestaltet wurde. Darüberhinaus hat er auf Basis von Einzelfallprüfungshandlungen weitere Nachweise einzuholen.

Muss der Wirtschaftsprüfer bei der Vorratszählung anwesend sein?

Die gesetzlichen Vertreter des Unternehmens sind gemäß § 240 HGB dafür verantwortlich, dass einmal jährlich eine Inventur des Vorratsvermögens stattfindet, es sei denn, gemäß § 241a HGB besteht eine Befreiung von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars.

Sind die Vorräte von wesentlicher Bedeutung für den Jahresabschluss, muss der Abschlussprüfer – soweit durchführbar – die körperliche Bestandsaufnahme beobachten, um auf diesem Wege ausreichende und angemessene Prüfungsnachweise insb. über das Vorhandensein, die Vollständigkeit und die Beschaffenheit der Vorräte zu erlangen.

Siehe hierzu PS 301 Tz. 7

Was sind Bestätigungen Dritter und worauf legt ein Abschlussprüfer großen Wert bei der Prüfung?

Ein Prüfungsnachweis, den der Abschlussprüfer unmittelbar als schriftliche Antwort eines Dritten in Papierform oder mittels eines elektronischen oderanderen Mediums erlangt.

Welche Arten von Bestätigungsanfragen gibt es?

Dabei ist eine positive Bestätigungsanfrage eine Anfrage,

  • mit der ein Dritter gebeten wird, dem Abschlussprüfer mitzuteilen, ob er den Informationen in der Anfrage zustimmt oder nicht (geschlossene Anfrage), oder
  • die angeforderten Informationen mitzuteilen (offene Anfrage).

Negative Bestätigungsanfrage ist eine Anfrage, mit der ein Dritter gebeten wird, dem Abschlussprüfer nur dann zu antworten, wenn dieser den in der Anfrage enthaltenen Informationen nicht zustimmt.

Welche sehr formale Vorgehensweise ist lt. IDW PS 302 Tz. 8 vorgeschrieben?

Bei der Einholung von Bestätigungen Dritter muss der Abschlussprüfer die Kontrolle über das Bestätigungsverfahren bewahren.

Dies schließt Folgendes ein:

  • Festlegung der einzuholenden Informationen
  • Auswahl eines geeigneten Dritten
  • Ausgestaltung der Bestätigungsanfragen; dies umfasst auch die richtige Adressierung
    und die Aufforderung, die Antwort auf die Bestätigungsanfrage unmittelbar an den Abschlussprüfer zurückzusenden
  • Versendung der Anfragen sowie eventueller Folgeanfragen

Bei jeder Nichtbeantwortung muss der Abschlussprüfer alternative Prüfungshandlungen durchführen, um relevante und verlässliche Prüfungsnachweise zu erlangen

Welche Erklärungen geben die gesetzlichen Vertreter im Laufe einer Prüfung ab?

Der Abschlussprüfer hat im Rahmen der Abschlussprüfung geeignete Erklärungen der gesetzlichen Vertreter als Prüfungsnachweise einzuholen. Die Erklärungen sind von denjenigen gesetzlichen Vertretern einzuholen, welche die Verantwortung für den Abschluss und den Lagebericht haben sowie über die Kenntnisse der betreffenden Sachverhalte verfügen.

Erklärungen der gesetzlichen Vertreter können in verschiedener Form erfolgen:

  • mündliche und schriftliche Erklärungen
  • schriftliche Bestätigungen der vom Abschlussprüfer zusammengefassten mündlichen Erklärungen der gesetzlichen Vertreter
  • Sitzungsprotokolle der Unternehmensorgane,
  • eine von den gesetzlichen Vertretern unterschriebene Fassung des Jahres-, Konzern bzw. Zwischenabschlusses und
  • die Vollständigkeitserklärung als Prüfungsnachweis

Erklärungen der gesetzlichen Vertreter können kein Ersatz für andere Prüfungsnachweise sein, von deren Verfügbarkeit der Abschlussprüfer normalerweise ausgehen kann.

In welche Bereiche ist das Handelsgesetzbuch aufgeteilt?

Das Handelsgesetzbuch (HGB) ist mit späteren Änderungen vom 10. Mai 1897 am 1. Januar 1900 in Kraft getreten. Es enthält ein Sonderrecht für die wirtschaftliche Betätigung bestimmter gewerblicher Unternehmer (Kaufleute), um den Erfordernissen des Handelsverkehrs gerecht zu werden.

Das HGB besteht aus insgesamt fünf Büchern:

  • 1. Buch (§§ 1 – 104): Handelsstand
  • 2. Buch (§§ 105-236): Regelungen für Handelsgesellschaften und stille Gesellschaften
  • 3. Buch (§§ 238-342e): Regelungen zur Führung von Handelsbüchern
  • 4. Buch: (§§ 343-475h): Normen zur kaufmännischen Betätigung
  • 5. Buch (§§ 476-905): Vorschriften zum Seehandel

Für die Berufsausübung des Wirtschaftsprüfers sind insbesondere die §§ 316-324a sowie 332 HGB wichtig.

Was sind geschätzte Werte und wie werden diese vom Abschlussprüfer gewürdigt?

Große Teile der Rechnungslegung basieren auf geschätzten Werten, die sowohl vergangene als auch künftig erwartete Entwicklungen berücksichtigen. Schätzungen beinhalten Ermessensentscheidungen und Unsicherheiten bei der Bewertung bereits eingetretener oder erst in der Zukunft wahrscheinlich eintretender Ereignisse.
Bei geschätzten Werten besteht deshalb ein erhöhtes Risiko falscher Angaben (fehlerhafte oder vorschriftswidrig unterlassene Angaben) in der Rechnungslegung.

Beispiele für geschätzte Werte sind:

  • planmäßige Abschreibungen eines abnutzbaren Vermögensgegenstandes des Anlagevermögens über dessen voraussichtliche Nutzungsdauer
  • außerplanmäßige Abschreibungen des Anlage- und Umlaufvermögens
  • Rückstellungen
  • aktivierte Eigenleistungen

Wie prüft der Wirtschaftsprüfer Werte die auf Schätzungen (estimates) beruhen?

Der Abschlussprüfer hat ausreichende und angemessene Prüfungsnachweise einzuholen, die belegen, dass die geschätzten Werte in Übereinstimmung mit den zugrunde gelegten Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelt und in der Rechnungslegung abgebildet wurden. Nachweise, die geschätzte Werte belegen, sind häufig schwieriger zu erhalten und haben weniger Aussagekraft als Nachweise, die andere
Werte in der Rechnungslegung belegen.

Zunächst beurteilt der Wirtschaftsprüfer die Funktion und den Aufbau der Verfahren zur Erlangung der Werte.

Folgende Prüfungshandlungen werden lt. IDW PS 314 vorgeschlagen:

  • zu beurteilen, ob die angewandten Bewertungsverfahren angemessen sind,
  • zu beurteilen, ob die vom Management zugrunde gelegten wesentlichen Annahmen sachgerecht und schlüssig und alle verfügbaren relevanten Informationen in die Bewertung eingeflossen sind sowie
  • die Berechnungen auf mathematische Richtigkeit zu prüfen,die für vorhergehende Geschäftsjahre vorgenommenen Schätzungen mit den späteren tatsächlichen Ergebnissen zu vergleichen.

Was steckt hinter dem neumodischen Begriff „Skalierte Abschlussprüfung“?

Die Berufssatzung nennt den Begriff der skalierten Prüfung nicht explizit. Jedoch wurde er mit einer Revision des § 24b BS WP/vBP umschrieben:

Nach Absatz 1 hat sich der WP/vBP bei der Durchführung einer Prüfung an den tatsächlichen Gegebenheiten des Prüfungsgegenstandes, namentlich Größe, Komplexität und Risiko, zu orientieren und damit den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten (so genannte skalierte Prüfungsdurchführung).

Das bedeutet, dass sich ungeachtet des Erfordernisses einer im Ergebnis stets gleich hohen Prüfungsqualität und Verlässlichkeit des Prüfungsurteils der Weg zu deren Erreichung größen-, komplexitäts- und risikoabhängig von Prüfungsgegenstand zu Prüfungsgegenstand unterscheiden kann. Diesen Weg der Zielerreichung, d.h. Festlegung und Umsetzung von Art, Umfang und Dokumentation der Prüfungsdurchführung, hat der verantwortliche Abschlussprüfer i.S.d. § 24a BS WP/vBP im Rahmen seiner Eigenverantwortlichkeit nach pflichtgemäßem Ermessen zu bestimmen. Dabei sind etwaige gesetzliche Anforderungen zu beachten.

Art und Umfang der Prüfungsdurchführung bezieht sich insbesondere auf die Bestimmung von Wesentlichkeiten, die Festlegung von Art und Anzahl von Prüfungsaktivitäten, den Umfang der Prüfungsnachweise sowie die Festlegung von Stichproben und Stichprobenverfahren.

Dabei ist der risikoorientierte Prüfungsansatz ist meist in drei Phasen unterschieden:

  • Phase 1: Risiko-Identifikation (Feststellung von Fehlerrisiken durch Verstehen der Einheit und ihres Umfeldes sowie ihres IKS)
  • Phase 2: Risikoanalyse und -beurteilung (Beurteilung der Fehlerrisiken und Ableitung der Prüfungsstrategie)
  • Phase 3: Prüfungshandlungen als Reaktion auf die beurteilten Fehlerrisiken

Die Skalierung wird in allen Phasen der Prüfung angewandt, die auf Risiken und wesentliche Prüfungsfelder basierte Abschlussprüfung unterscheidet seit einigen Jahren noch genauer in Prüfungsfelder, die einem wesentlichen Prüfungsrisiko (signifikant risk) unterliegen und solche, die meist unwesentlichen Risiken unterworfen sind.

Fokus ist daher auf Feldern, in denen voraussichtlich Fehler entdeckt werden können, die wesentlich für den Bestätigungsvermerk sind – die non-signifikant accounts werden zumeist analytisch und mittels Befragung überprüft.

Was sind agreed-upon procedures?

Bei den agreed-upon procedures handelt es sich um zwischen dem Mandanten und dem Wirtschaftsprüfer vereinbarte prüfungsnahe Handlungen. Diese stellen neben den compilations verwandte Dienstleistungen (related services) dar.
Im Unterschied zu den Prüfungsdienstleistungen werden agreed-upon procedures ohne Prüfungssicherheit erbracht.

In den klassischen Abschlussprüfungen findet man weniger agreed-upon procedures als bspw. bei Mittelverwendungsprüfungen. Hier werden dem Wirtschaftsprüfer von der europäischen Union die Prüfungshandlungen vorgegeben, so dass eine über alle Fördermittelempfänger gleiche Prüfungssicherheit erkennbar ist. Insbesondere bei Horizon 2020 sind solche Prüfungshandlungen zu sehen.

Was ist das Deutsche Börse Venture Network?

Das Deutsche Börse Venture Network bietet Unternehmen den direkten Zugang zum größten Netzwerk Europas aus nationalen und internationalen Investoren aus den Bereichen Venture Capital, Private Equity, Business Angels und High-Net-Worth Individuals – online und auf zahlreichen Investor Talks im ganzen Jahr. Dabei ist der besondere Clou, dass sich das deutsche Börse Venture Network um ein direktes Matching zwischen Kapitalbedarf (Unternehmen) und Kapital (Investoren) bemüht.

Für Investoren erhalten Sie Zugang zum größten Netzwerk aufstrebender Unternehmen Europas, von der Early bis zur Growth und Later Stage. Das Serviceangebot ist insbesondere auf vorbörsliche Unternehmensinvestitionen spezialisiert. Durch den Venture Match-Service erhalten die Investoren vorausgewählte Deals, die zu Ihrem Investitionsprofil passen.

Im September 2017 haben das Deutsche Börse Venture Network und der High-Tech Gründerfonds (HTGF)  ihre bestehende Zusammenarbeit mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung formalisiert. Ziel der Partnerschaft ist es, die bestehenden Programme weiter miteinander zu verknüpfen, um Startups entlang der gesamten Finanzierungs- und Wachstumsphase eng zu begleiten.

So ist der HTGF erster Ansprechpartner in Sachen Frühphasen-Finanzierung, im weiteren Wachstumsverlauf erhalten die Unternehmen eine vergünstigte Mitgliedschaft im Deutsche Börse Venture Network – und damit Zugang zu einem Netzwerk von derzeit mehr als 260 internationalen Investoren.

Siehe hierzu auch Pressemitteilung des High-Tech Gründerfonds.

Was ist crowdfunding?

Crowdfunding ist eine Form der Finanzierung („funding“) durch eine Menge („crowd“) von Internetnutzern.

Über die Methode des Crowdfundings kann beispielsweise ein Startup neues Kapital generieren. Dies kann zum einen in der Form von Fremdkapital bspw. über Darlehen oder stille Beteiligungen oder aber auch in Eigenkapital erfolgen.

Es gibt zahlreiche Crowd-funding Plattformen, bei denen interessierte Investoren je nach Geschmack zu ihrem passenden Invest, sei es Eigen- oder Fremdkapital finden. Beispielhaft sei an dieser Stelle an folgende Übersicht verwiesen.

Was ist bei der Prüfung von Vergleichsangaben über Vorjahre zu beachten?

Gemäß § 265 Abs. 2 Satz 1 HGB ist in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einer Kapitalgesellschaft zu jedem Posten der entsprechende Betrag des vorhergehenden Geschäftsjahres anzugeben. Diese Angabepflicht führt dazu, dass die Vorjahreszahlen Bestandteil des zu prüfenden Jahresabschlusses werden und somit auch Gegenstand der Abschlussprüfung nach §§ 316 ff. HGB sind.

Nach dem Grundsatz der Bilanzidentität (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB) müssen die Wertansätze in der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres mit denen der Schlussbilanz des vorhergehenden Geschäftsjahres übereinstimmen. Die anzugebenden Vorjahreszahlen sind deshalb – vorbehaltlich einer Anpassung – dem festgestellten Jahresabschluss des vorhergehenden Geschäftsjahres zu entnehmen.

Die Prüfungshandlungen zur Prüfung der Übernahme der Vorjahresbeträge sind wesentlich geringer als diejenigen zur Beurteilung der entsprechenden Beträge für das zu prüfende Geschäftsjahr, da in diesem Rahmen keine materielle Prüfung der Vorjahresbeträge erfolgt.

Wie spielen interne Revision und Abschlussprüfung zusammen?

Unter der internen Revision wird eine unternehmenseigene prozessunabhängige, prüfende, beurteilende und beratende Tätigkeit verstanden, die innerhalb eines Unternehmens oder Konzerns durchgeführt wird. Sie unterstützt das (Mutter-)Unternehmen bei der Erreichung seiner unternehmerischen Ziele.

Im Rahmen der Abschlussprüfung stützt sich der Abschlussprüfer regelmäßig auf Feststellungen der Internen Revision. Zur Entwicklung einer wirksamen und wirtschaftlichen Prüfungsstrategie und zur Planung der Abschlussprüfung muss sich der Abschlussprüfer ausreichende Kenntnisse über die Arbeit der Internen Revision verschaffen. Eine wirksame interne Revision ermöglicht es oft, die Art und den zeitlichen Ablauf der durch den Abschlussprüfer durchzuführenden Prüfungshandlungen zu ändern und deren Umfang zu verringern.

Der Abschlussprüfer hat dabei Aufgabenstellung und Arbeitsanweisungen der gesetzlichen Vertreter an die Interne Revision sowie deren Tätigkeit zur Kenntnis zu nehmen und im Interesse einer wirksamen und wirtschaftlichen Prüfung abzuwägen, ob und inwieweit deren Ergebnisse bei der Festlegung der Prüfungshandlungen im Rahmen der Abschlussprüfung zu berücksichtigen sind.
Um die Auswirkung der Arbeit der Internen Revision auf das Kontrollrisiko einschätzen zu können, ist zu beurteilen, ob das Vorgehen und der Umfang der Arbeiten der internen Revision angemessen waren und ob die vorläufige Einschätzung der Wirksamkeit der Internen Revision bestätigt wird.

Wie zu erkennen ist, darf die Arbeit der internen Revision verwendet aber nicht einfach übernommen werden. Der Wirtschaftsprüfer ist auch in dem Falle eigenverantwortlich tätig und muss in eigenem Ermessen ein Prüfungsurteil treffen.

Siehe hierz die Ausführungen in PS 321.

Was gibt es bei der Verwertung der Arbeit eines Sachverständigen zu beachten?

Wenn Fachkenntnisse auf einem anderen Gebiet als dem der Rechnungslegung oder Prüfung notwendig sind, um ausreichende und angemessene Prüfungsnachweise zu erlangen, muss der Abschlussprüfer bestimmen, ob die Arbeit eines Sachverständigen zu berücksichtigen ist.

Der Abschlussprüfer muss beurteilen, ob der Sachverständige über die Kompetenz, die Fähigkeiten sowie die Objektivität verfügt, die für die Zwecke des Abschlussprüfers notwendig sind.

Insbesondere bei folgenden Beispielen (Bewertung, Schätzung) könnte die Arbeit eines Sachverständigen angebracht sein:

  • komplexen Finanzinstrumenten,
  • Grundstücken und Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen,
  • immateriellen Vermögenswerten,
  • erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden bei Unternehmenszusammenschlüssen
    sowie
  • Vermögenswerten, die eine Wertminderung erfahren haben können
  • die versicherungsmathematische Berechnung von Verpflichtungen im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen oder Leistungszusagen an Mitarbeiter
  • die Schätzung von Öl- und Gasreserven

Siehe hierzu auch IDW PS 322 für weiterführende Informationen.

Was ist das Anschaffungskostenprinzip?

Bei der Bilanzierung entgeltlich erworbener Vermögensgegenstände werden die Anschaffungskosten als Bewertungsmaßstab herangezogen. Die Anschaffungskosten stellen nach deutschem Recht die Wertobergrenze für alle von Dritten erworbenen Güter dar (§ 253 Abs. 1 HGB).

Die Begrenzung in der Bewertung von Aktiva wird als Anschaffungskostenprinzipg bezeichnet. Es ist Ausfluss des Realisationsprinzips, welches wiederum eine Ausprägung des Vorsichtsprinzips darstellt.

Das Realisationsprinzip besagt, dass nur realisierte Gewinne in der Bilanz ausgewiesen werden dürfen. Würde bspw. ein Vermögensgegenstand oberhalb der Anschaffungskosten bewertet werden, könnte dieser Mehr“wert“ ausgeschüttet werden. Dies wiederum würde dem Gedanken des Gläubigerschutzes widersprechen.

Was sind Arbeitspapiere des Wirtschaftsprüfers?

Arbeitspapiere (working papers) sind gemäß IDW PS 460 alle Aufzeichnungen und Unterlagen, die der Abschlussprüfer in Zusammenhang mit der Abschlussprüfung selbst erstellt, sowie alle Schriftstücke und Unterlagen, die er von dem geprüften Unternehmen oder von Dritten als Ergänzung seiner eigenen Unterlagen zum Verbleib erhält.

In dern Arbeitspapieren sind sämtliche Prüfungsfeststellungen zu dokumentieren, die Prüfungsnachweise zur Stützung des Prüfungsurteils liefern.

Dabei müssen die Arbeitspapiere zusammen mit dem Prüfungsbericht sämtliche Informationen enthalten, um sowohl das Prüfungsergebnis als auch die einzelnen Prüfungsfeststellungen nachvollziehen zu können.

Arbeitspapiere sind für den internen Gebrauch und grundsätzlich nicht zur Weitergabe an Dritte bestimmt.

Die Arbeitspapiere erfüllen eine Nachweisfunktion für die Übereinstimmung einer durchgeführten Abschlussprüfung mit den GoA.

Was ist bei der Kapitalerhöhung einer Unternehmergesellschaft (UG) (haftungsbeschränkt) aus dem Gewinnvortrag zu beachten?

Bei der Gründung einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist das Ziel von den Gründern und auch das Ziel vom Gesetzgeber diese bei ausreichend vorhandenem Eigenkapital in eine GmbH umwandeln zu können.

Die UG (haftungsbeschränkt) kann sich durch die Erhöhung ihres Stammkapitals auf mindestens 25.000 EUR in eine normale GmbH umwandeln. Sie ist dazu jedoch, obwohl es sich nach der Vorstellung des Gesetzgebers um eine „Einstiegsvariante“ speziell für Existenzgründer handelt, gesetzlich nicht verpflichtet. Vielmehr kann eine UG (haftungsbeschränkt) dauerhaft als solche bestehen bleiben.

Die Umwandlung der UG (haftungsbeschränkt) in eine GmbH vollzieht sich nach § 5a GmbHG außerhalb des Umwandlungsgesetzes. Insbesondere ist kein Formwechsel erforderlich und möglich, da es sich bei der UG (haftungsbeschränkt) um eine Unterform der GmbH und nicht um eine eigenständige Gesellschaftsform handelt.

Wie läuft der Prozeß der Kapitalerhöhung durch Umwandlung des Gewinnvortrags ab?

Dem Beschluss der Gesellschafterversammlung über die Kapitalerhöhung ist eine Bilanz zugrunde zu legen, in der die Rücklage ausgewiesen ist (§ 57d GmbHG). Der Stichtag der Bilanz darf höchstens acht Monate vor der Anmeldung der Kapitalerhöhung zum Handelsregister liegen (§ 57e und 57f Abs. 1 GmbHG). Eine Umwandlung der Rücklage ist nicht möglich, wenn in der Bilanz einen Verlust oder Verlustvortrag ausgewiesen ist (§ 57d Abs. 2 GmbHG). Der Beschluss über die Kapitalerhöhung bedarf der notariellen Beurkundung und muss mit einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen gefasst werden (§ 57c Abs. 3 i.V.m. § 53 Abs. 2 GmbHG). Die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln wird mit ihrer Eintragung im Handelsregister wirksam.

Mit der Kapitalerhöhung auf mindestens 25.000 EUR entfällt nicht nur die Verpflichtung zur Bildung einer neuen Rücklage, sondern auch die Zweckbindung der noch bestehenden Rücklage. Die nach § 5a Abs. 3 GmbHG gebildete Rücklage kann, soweit sie nicht für die Erhöhung des Stammkapitals verwendet wurde, aufgelöst und an die Gesellschafter als Gewinn ausgeschüttet werden. Entsprechendes gilt, wenn die gemäß § 5 Abs. 3 GmbHG gebildete Rücklage von vornherein nicht zur Erreichung des Mindeststammkapitals eingesetzt wurde.

Herr Wirtschaftsprüfer/Steuerberater Michael Jonas aus Trier sowie Frau Jung aus Berlin-Mitte steht Ihnen sehr gerne für eine solche Kapitalerhöhung zur Verfügung.

Was ist eine Aufbauprüfung?

Eine Aufbauprüfung ist ein Bestandteil der Systemprüfung und sollte sich an der konkreten Ausgestaltung des internen Kontrollsystems durch die Unternehmensleitung orientieren. Ziel der Aufbauprüfung ist eine vorläufige Systembeurteilung (test of design).

Dazu sind folgende Komponenten zu prüfen:

  • Kontrollumfeld
    Feststellung der Einstellungen, des Problembewusstseins und des Verhaltens der Unternehmensleitung und der mit der Überwachung des IKS betrauten Personen
  • Risikobeurteilungen
    Gewinnung eines Verständnisses, wie im Unternehmen Risiken identifiziert werden, die sich auf die Rechnungslegung auswirken können und wie deren Tragweite im Bezug auf die Eintrittswahrscheinlichkeit ist
  • Kontrollaktivitäten
    Überprüfung, ob die vom Unternehmen durchgeführten Kontrollaktivitäten in der Lage sind, wesentliche Fehler in der Rechnungslegung zu verhindern
  • Information und Kommunikation
    Beurteilung des betrieblichen Informationssystems im Hinblick darauf, ob alle rechnungslegungsrelevanten Informationen erfasst und verarbeitet werden
  • Überwachung des IKS
    Beurteilung der wesentlichen, auf die Überwachung des IKS bezogenen Maßnahmen.

Die Prüfungsnachweise kann er durch eigene Beobachtungen von Aktivitäten und Arbeitsabläufen erlangen, zum anderen sind auch Befragungen von Mitgliedern der Unternehmensleitung, Personen mit Überwachungsfunktion sowie sonstigen Mitarbeitern möglich.

Auf die Aufbauprüfung setzt in einem nachfolgenden Schritt die Funktionsprüfung auf. Hierbei wird das von der Unternehmensleitung modellierte IKS auf die tatsächliche Wirkung im täglichen „Leben“ überprüft.

Was ist die Balanced Scorecard?

Die Balanced Scorecard wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Unternehmen entwickelt.

Die Kritik an der Eindimensionalität klassischer Kennzahlensysteme führte zu der Überzeugung, dass die Analyse lediglich quantitativer Kennzahlen für die Unternehmenplanung und -steuerung nicht ausreichend ist.
Entsprechend wurde die Balanced Scorecard als ein umfassendes Managementsystem entworfen, das nicht nur finanzielle sondern auch nicht finanzielle Kennzahlen einschließt.

Die Balanced Scorecard ist wie folgt vierdimensional aufgebaut:

  • Finanzperspektive
    Die Finanzperspektive zeigt mittels finanzwirtschaftlicher Ziele und Kennzahlen den Beitrag zur Ergebnisverbesserung.
  • Kundenperspektive
    Die Kundenperspektive betrachtet die Ziele des Unternehmens hinsichtlich der Kundenwünsche und der Markterfordernisse
  • interne Prozeßperspektive
    Die interne Prozeßperspektive erfasst die innerbetriebliche Wertschöpfung, indem sie die wesentlichen Prozesse erfasst und analysiert
  • Lern- und Entwicklungsperspektive
    Die Lern- und Entwicklungsperspektive betrachtet insbesondere die Fähigkeit des Unternehmens und seiner Mitarbeiter, zu lernen und Innovationen hervorzubringen

Anwendungsmöglichkeiten der Balanced Scorecard ergeben sich vor allem im Bereich der geschäftsrisikoorientierten Prüfung.

Welche Funktion hat die Berichtskritik?

Die Berufssatzung der WP/vBP enthält in § 24d BS WP/vBP die Verpflichtung, vor Auslieferung des Prüfungsberichts eine Berichtskritik durch einen prozeßunabhängigen Wirtschaftsprüfer oder einen anderen qualifizierten prozeßunabhängigen Mitarbeiter durchführen zu lassen. Prozeßunabhängig sind nur Personen, die nicht zum Prüfungsteam gehören. Steht eine solche Person nicht zur Verfügung, ist ein externer WP/vBP zu beauftragen.

Die formelle Berichtskritik hat primär die Berichtsgliederung, die Klarheit des Ausdrucks sowie die korrekte Orthographie und Interpunktion zum Gegenstand. Außerdem ist darauf zu achten, dass der Bericht sich auf das Wesentliche beschränkt.

Ein Schwerpunkt der materiellen Berichtskritik ist die Überprüfung der Vollständigkeit des Berichts. Es ist zu überprüfen, ob sämtliche in den gesetzlichen Vorschriften oder vertraglichen Vereinbarungen geforderten Feststellungen getroffen und die Grundsätze ordnungsgemäßer Berichterstattung beachtet worden sind.

 

Was sind die Berufsrisiken eines Wirtschaftsprüfers?

Zu den berufsinhärenten Risiken des Wirtschaftsprüfers gehören

  • das Geschäftsrisiko,
  • das Prüfungsrisiko und
  • das Auftragsrisiko

Das Geschäftsrisiko ist das allgemeine Unternehmerrisiko der WP Tätigkeit. In erster Linie kommen hier das Risiko der Verletzungen von Berufspflichten durch Nachlässigkeit in Betracht.

Das Prüfungsrisiko stellt im Wesentlichen das Risiko eines Fehlurteils durch den Prüfer dar (Alpha & Beta Fehler). Unter dem Prüfungsrisiko im engeren Sinnen ist zu verstehen, dass der Abschlussprüfer ungerechtfertigterweise zu einem Positivurteil kommt (Beta Fehler).

Das Auftragsrisiko hingegen ist abhängig von der Branchenzugehörigkeit des Mandanten sowie der Qualifikation des Managements und der Bonität.

Gibt es eine Verpflichtung ein Berufssiegel zu führen?

Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind verpflichtet dann ein Siegel zu verwenden, wenn sie im Rahmen von Tätigkeiten, die WP/vBP gesetzlich vorbehalten sind, Erklärungen abgeben. Sie sind darüber hinaus berechtigt, ein Siegel zu führen, sofern sie in ihrer Berufseigenschaft Erklärungen über Prüfungsergebnisse abgeben oder Gutachten erstatten.

Anlässe für eine Siegelführung sind betriebswirtschaftliche Prüfungen i.S.d. § 2 WPO.

Die Siegelführungsbefugnis beruht ausschließlich auf der Qualifikation als WP oder der Anerkennung als WPG. Das Berufssiegel darf ausschließlich von Berufsangehörigen selbst verwendet werden. Andere Berufsbezeichnungen dürfen im Siegel nicht erwähnt werden, akademische Grade schon.

Sofern es sich um eine WPG handelt, muss die gesamte Firma, einschließlich Rechtsform, im äußeren Ring des Siegels angegeben werden.

Im inneren Ring darf nur die Bezeichnung Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erscheinen. Die genaue Form, Größe, Art und Beschriftung ergibt sich aus der Siegelverordnung.

Was steckt hinter der Bewertungsstetigkeit?

Die bei der Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden angewandten Methoden sind beizubehalten (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB).

Ziel ist eine Vergleichbarkeit der aufeinanderfolgenden Jahresabschlüsse, wovon nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden darf. Auf diese Weise werden die abschlusspolitischen Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt.

Der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit erstreckt sich auf alle Vermögensgegenstände und Schulden, also auch auf solche, die im Geschäftsjahr neu entstanden oder zugegangen sind.

Die Bewertungsstetigkeit ist gegeben, sofern im Rahmen übereinstimmender Bewertungsbedingungen dieselbe Bewertungsmethode wie im vorangegangenen Jahresabschluss angewandt wird.

Beispiele für die Durchbrechnung der Bewertungsstetigkeit:

  • Änderungen von Gesetzen und Rechtsprechung
  • Vermittlung eines besseren Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
  • Anpassung an konzerneinheitliche Bewertungsmethoden
  • Anpassung an international anerkannte Rechnungslegungsgrundsätze

Was ist eine bewusste Stichprobenauswahl?

Eine bewusste Auswahl liegt vor, wenn die Auswahl der in die Stichprobe einzubeziehenden Elemente einer Grundgesamtheit vom Prüfer subjektiv aufgrund seines Sachverstandes getätigt und diese Entscheidung eigenverantwortlich, selbständig und nach pflichtgemäßem Ermessen getroffen wird. Dabei lässt sich die Auswahlwahrscheinlichkeit für die einzelnen Elemente der Grundgesamtheit nicht angeben, ein Repräsentationsschluss („hochrechnen“) ist nicht möglich

Welchen Zweck hat die Buchführung?

Die Buchführung dient der lückenlosen und ordnungsgemäßen Erfassung und Aufzeichnung aller wirtschaftlich bedeutsamen Gecshäftsvorfälle im Unternehmen.

Entsprechend handels- und steuerrechtlicher Vorschriften ist es für jeden Kaufmann, aber auch für andere Gewerbetreibende verpflichtend Bücher zu führen (§ 238 Abs. 1 HGB)

Diese zahlenmässige Aufzeichnung der Buchführung beginnt mit der Gründung und endet ggf. mit der Liquidation. Das Ziel der Buchführung ist primär die Dokumentation der Geschäftsvorfälle wozu die formellen (Eröffnungsbilanz- und Schlußbilanzbuchungen) und die materiellen Geschäftsvorfälle (laufende Geschäftsvorfälle und materielle Abschlussbuchungen) zählen.

Im Rahmen der Finanzbuchführung wird zwischen einfachen und der doppelten Buchführung unterschieden. Bei der einfachen Buchführung werden lediglich alle Geschäftsvorfälle auf Bestandskonten erfasst, so dass diese Methode nur einen geringen Aussagegehalt besitzt. Die doppelte Buchführung ist die in der Praxis vorherrschende Methode. Sie unterscheidet zwischen Bestands- und Erfolgskonten und ermöglicht eine zweifache Erfolgsermittlung, sowohl aus der Bilanz als auch aus der GuV.

Ausgangspunkt einer jeden Buchung ist der Buchungsbeleg, auf dessen Grundlage die chronologische Erfassung der Geschäftsvorfälle im Grundbuch erfolgt.

Welche Funktion hat der Bundesanzeiger und welche Fristen gelten?

Der Bundesanzeiger wird vom Bundesministerium der Justiz herausgegeben und von der Bundesanzeiger-Verlagsgesellschaft verlegt. Es ist das amtliche Publikationsorgan der Bundesrepublik Deutschland, bis 2002 wurde es täglich in Papierform herausgegeben.

Was ist offenzulegen?

Der Umfang der zur Offenlegung einzureichenden Rechnungslegungsunterlagen hängt grundsätzlich von der Größe des Unternehmens ab (§§ 267, 267a HGB).

Kleinstkapitalgesellschaften brauchen nur ihre Bilanz offenzulegen und können auf einen Anhang verzichten, wenn sie die in §264 Absatz 1 Satz 5 HGB aufgeführten Angaben (z. B. zu Haftungsverhältnissen), soweit erforderlich, unter der Bilanz angeben. Dies gilt jedoch nur für Jahresabschlüsse ab dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2012.

Kleine Unternehmen müssen – bei Inanspruchnahme der Erleichterung des § 326 Absatz 1 HGB – nur Bilanz und Anhang einreichen, wobei es im Anhang keiner Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung bedarf.

Mittelgroße Gesellschaften müssen grundsätzlich die für große Gesellschaften geltenden Anforderungen erfüllen, können aber von den Erleichterungen nach § 327 HGB Gebrauch machen.

Große Gesellschaften müssen grundsätzlich sämtliche der in § 325 Absatz 1 HGB genannten Unterlagen einreichen. Das sind:

  • der Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang) mit dem Bestätigungs-/Versagungsvermerk des Abschlussprüfers oder der (IAS-) Einzelabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards;
  • der Lagebericht;
  • der Bericht des Aufsichtsrats;
  • der Ergebnisverwendungsvorschlag und -beschluss;
  • die Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex nach § 161 AktG (börsennotierte AG bzw. KGaA)


Welche Fristen gelten bei der Offenlegung?

Die Offenlegungsfrist beträgt höchstens zwölf Monate, gerechnet vom Abschlussstichtag. Ein z. B. zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2014 aufzustellender Jahresabschluss ist damit spätestens am 31. Dezember 2015 beim Betreiber des Bundesanzeigers einzureichen. Diese Frist ist grundsätzlich nicht verlängerbar. Für bestimmte kapitalmarktorientierte Unternehmen gilt nach § 325 Absatz 4 Satz 1 HGB eine kürzere Frist von nur vier Monaten.

Ist eine Befreiung von der Offenlegungspflicht oder eine Fristverlängerung möglich?

Die Offenlegungsfristen sind nicht verlängerbar. Dem Ordnungsgeldverfahren steht nicht entgegen, dass eine der Offenlegung vorausgehende Pflicht, insbesondere die Aufstellung des Jahres- oder Konzernabschlusses oder die unverzügliche Erteilung des Prüfauftrags, noch nicht erfüllt ist (§ 335 Absatz 1 Satz 3 HGB). Steuerrechtliche Aspekte wie die verlängerte Abgabefrist, eine vereinfachte Steuermeldung oder eine Betriebsprüfung bleiben für die Einhaltung der Frist außer Betracht.

Waren die Beteiligten unverschuldet – z. B. durch schwere Krankheit – gehindert, Einspruch einzulegen oder die Offenlegung nachzuholen, kommt eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand in Betracht.

Können einzelne Unterlagen nachgereicht werden?

Werden zur Wahrung der Frist der Jahresabschluss und der Lagebericht ohne die anderen erforderlichen Unterlagen eingereicht, sind der Bericht und der Vorschlag nach ihrem Vorliegen, die Beschlüsse nach der Beschlussfassung und der Vermerk nach der Erteilung unverzüglich nachzureichen (§ 325 Absatz 1 Satz 5 HGB). Bilanz oder Anhang können nicht nachgereicht werden.

Was ist ein Prüfungshemmnis?

Was ist ein Prüfungshemmnis und welche Beispiele gibt es?

Ein Prüfungshemmnis liegt vor, wenn der Abschlussprüfer abgrenzbare Teile der Rechnungslegung aufgrund bestimmter Umstände nicht mit hinreichender Sicherheit beurteilen kann.

Sachverhalte, die zu Prüfungshemmnissen führen können, sind zB die durch das zu prüfende Unternehmen verweigerte direkte Kontaktaufnahme mit dem Rechtsanwalt des zu prüfenden Unternehmens, Unregelmässigkeiten bei der Einholung von Saldenbestätigungen sowie die fehlende Verwendbarkeit der Ergebnisse anderer Prüfer.

Welche Auswirkung hat ein Prüfungshemmnis auf den Bestätigungsvermerk?

Das Vorliegen eines Prüfungshemmnisses kann die Erteilung des Bestätigungsvermerks  beeinflussen.

Ist trotz des Vorliegens wesentlicher Beanstandungen zu abgrenzbaren Bereichen des Abschlusses, des Lageberichts oder der Buchführung ein Positivbefund zu wesentlichen Bereichen der Rechnungslegung möglich, hat der Abschlussprüfer einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk zu erteilen.

Ist es dem Abschlussprüfer aufgrund einer wesentlichen Auswirkung eines Prüfungshemmnisses auf den gesamten Abschluss nach Ausschöpfung aller angemessenen Möglichkeiten zur Klärung des Sachverhalts nicht möglich, ein Prüfungsurteil abzugeben, ist gemäß § 322 Abs. 2 Satz 2 HGB ein Versagungsvermerk zu erteilen.

Was versteht man unter einer Verletzung der Berichtspflicht des Wirtschaftsprüfers?

§ 332 Abs 1 HGB nennt die Tatbestände, die eine Verletzung der Berichtspflicht beinhalten:

  • unrichtige Berichterstattung
  • Verschweigen erheblicher Umstände im Prüfungsbericht
  • Erteilung eines unrichtigen Bestätigungsvermerks

Verletzungen der Berichtspflicht können nur dann strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie vorsätzlich begangen wurden.

Unrichtigkeit der Berichterstattung liegt vor, wenn sich das Ergebnis der Prüfung nicht mit dem Inhalt des Prüfungsberichts deckt. Entscheidend ist hier, dass das Gesetz von einem falschen Bericht über das Prüfungsergebnis und nicht von einem Bericht über ein falsches Ergebnis der Prüfung spricht. Die Strafbarkeit ist hierbei auf erhebliche Umstände beschränkt.

Das Verschweigen erheblicher Umstände im Prüfungsbericht ist gegeben, wenn Umstände, die während der Prüfung bekannt geworden sind, nicht berichtet werden. Es kommt nicht darauf an, ob die verschwiegenen Umstände mündlich oder außerhalb des Berichts schriftlich mitgeteilt werden – die Nicht-Erwähnung im Prüfungsbericht ist entscheidend.

Ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk ist inhaltlich unrichtig, wenn nach dem Ergebnis der Jahresabschlussprüfung eine Einschränkung oder Versagung hätte erfolgen müssen. Eine inhaltliche Unrichtigkeit ist auch in einem umgekehrten Fall gegeben, wenn das Prüfungsurteil eingeschränkt wurde, obwohl es hätte uneingeschränkt werden müssen.

Welchen Berufseid muss der Wirtschaftsprüfer bei der Bestellung ableisten?

Der künftige Wirtschaftsprüfer hat den Berufseid (§ 17 Abs. 1 WPO) in folgender Form abzuleisten:

„Ich schwöre, daß ich die Pflichten eines Wirtschaftsprüfers verantwortungsbewußt und sorgfältig erfüllen, insbesondere Verschwiegenheit bewahren und Prüfungsberichte und Gutachten gewissenhaft und unparteiisch erstatten werde, so wahr mir Gott helfe.“

Dabei ist es möglich auf eine religiöse Beteuerung zu verzichten.

Muss ein Wirtschaftsprüfer eine Berufshaftpflichtversicherung abschliessen?

Selbständige Berufsangehörige und Berufsgesellschaften sind verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der sich aus ihrer Berufstätigkeit (§ 2 WPO) ergebenden Haftpflichtgefahren für Vermögensschäden abzuschließen und die Versicherung während der Dauer ihrer Bestellung oder Anerkennung aufrecht zu erhalten (§ 54 Abs. 1 WPO).

Die Mindestversicherungssumme muss für den einzelnen Versicherungsfall 1.000.000 EUR betragen. Der Umfang der Mindestversicherungssumme ergibt sich aus § 54 Abs. 1 WPO iVm § 323 Abs. 2 S. 1 HGB. Die Versicherungssumme muss für jeden Versicherungsfall zur Verfügung stehen. Eine Begrenzung der Jahreshöchstleistung ist nicht zulässig.

Vielfach wird die Mindestversicherungssumme nicht ausreichen und nicht den tatsächlichen Risiken entsprechen. Bei der
Wahl der Versicherungssumme ist die Struktur der Praxis, insbesondere Art, Umfang und Zahl der Aufträge sowie die Zahl und Qualifikation der Mitarbeiter zu beachten. Bei Haftungsbegrenzung durch Allgemeine Auftragsbedingungen (AAB) weisen wir auf § 54 a Abs. 1 Nr. 2 WPO und die Veröffentlichungen der Wirtschaftsprüferkammer zu diesem Thema hin. Danach muss die Haftungssumme in AAB dem 4-fachen der gesetzlichen Mindestversicherungssumme entsprechen.

Was ist ein Cashflow und wie errechnet er sich?

Der Cashflow (CF) stellt die zentrale Liquiditätsgröße eines Unternehmens dar.

Als eine aus dem erzielten Jahresergebnis (indirekte Methode) oder aus dem Saldo von Ein- und Auszahlungen (direkte Methode) abgeleitete Stromgröße gibt der CF den erwirtschafteten Finanzmittelüberschuss einer vorangegangenen Periode an und bezeichnet die Netto-Zahlungsströme aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus der Investitions- sowie aus der Finanzierungstätigkeit, die in der Kapitalflussrechnung gesondert darzustellen sind.

Ein auf historischen Daten basierender CF dient zur Bestimmung der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Da bei seiner Ermittlung auch nicht ergebnis- aber zahlungswirksame Vorgänge erfasst werden und der CF nicht durch den Ansatz von Abschreibungen, Zuschreibungen oder die Auflösung oder Dotierung von Rückstellungen beeinflusst wird, gilt er als Indikator für das Ausschüttungspotential, die Investitionskraft und das Unternehmenswachstum

Warum arbeitet ein Wirtschaftsprüfer mit Checklisten?

Checklisten finden sowohl im Bereich der Systemprüfung, als auch im Bereich aussagebezogener Prüfungshandlungen Anwendung und dienen als Leitfaden oder Prüfungsanweisung zur Erlangung von Prüfungsnachweisen.

Im Unterschied zu den manuellen Checklisten erlauben IT basierte Checklisten anhand zuvor eingegebener Basisangaben irrelevante Fragen von vornherein auszublenden.

Zwar ermöglichen Checklisten auch bei geringer Erfahrung einen raschen Zugang zu komplexen Prüfungsobjekten, allerdings besteht aufgrund des schematischen Vorgehens die Gefahr, dass relevante Sachverhalte, die der Prüfungsfragebogen im Einzelfall nicht erfasst, ausgeblendet werden.

Was ist mit den DRS und was ist das DRSC?

Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V. ist das deutsche Rechnungslegungskommittee, welches 1998 als privates Rechnungslegungsgremium gegründet wurde

Mit dem im April 1998 durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) eingefügten § 342 HGB wurde die Voraussetzung für die Etablierung eines privatrechtlich organisierten Rechnungslegungs-Standard-Setters nach den Vorbildern Financial Accounting Standards Board und International Accounting Standards Board geschaffen.

Was sind die Aufgaben des DRSC?

Die Aufgaben sind in § 342 HGB niedergelegt und umfassen die Entwicklung von Empfehlungen zur Anwendung der Grundsätze über die Konzernrechnungslegung (sog. Deutsche Rechnungslegungs Standards (DRS)), die Beratung des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) bei Gesetzgebungsvorhaben zu Rechnungslegungsvorschriften, die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in internationalen Standardisierungsgremien und die Erarbeitung von Interpretationen der internationalen Rechnungslegungsstandards.

Um die Aufgaben zu bewältigen gibt es innerhalb des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committees insbesondere den deutschen Standardisierungsrat (DSR) sowie zahlreiche Arbeitsgruppen. Bei der Entscheidungsfindung des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committees ist zudem die interessierte Öffentlichkeit einzubinden.

Die Autorisierung der Empfehlungen des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committees erfolgt über die Bekanntmachung durch das BMJ.

Was versteht man unter dem Begriff EBITDA?

In der Praxis findet im Rahmen der Jahresabschlussanalyse oftmals die Kennzahl EBITDA Verwendung.

Hierbei handelt es sich um das Jahresergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Im Gegensatz zum EBIT werden beim EBITDA auch noch die planmässigen Abschreibungen und das Sachanlagevermögen (depreciation) sowie auf das immaterielle Vermögen (amotisation), einschließlich dem Geschäfts oder Firmenwert herausgerechnet.

Das EBITDA soll wie die Kennzahl EBIT der besseren internationalen Vergleichbarkeit von Unternehmen dienen. Zusätzlich wird durch die Hinzurechnung der planmässigen Abschreibungen der Effekt aus einer unterschiedlichen Vermögensstruktur und der damit verbundenen Bewertungspolitik beseitigt.

Es ist somit unbeachtlich, welche Abschreibungsmethode ein Unternehmen verwendet, wie alt die Vermögenspositionen sind oder ob diese geleast statt gekauft wurden. (Bilanzpolitik bleibt weitestgehend außen vor)

Was versteht man unter Eigenkapital und wie wird es geprüft?

Wie ist die Definition von Eigenkapital?

Eigenkapital umfasst die dem Unternehmen durch die rechtlichen Eigentümer unbefristet zur Verfügung gestellten Mittel.
Es stellt ihren in Geld ausgedrückten nominellen Unternehmensanteil dar und beinhaltet die von außen (z.B. Kapitalerhöhung) sowie von innen (z.B. durch Gewinnerhöhung) zu geführten Mittel.

Meist ist das Eigenkapital mit geringeren Prüfungsrisiken verbunden, so dass aussagebezogene Prüfungshandlungen ausreichen.

Prüfung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital stellt das Kapital dar, auf das die Haftung des Gesellschafters für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Gläubigern beschränkt ist.
Für die Prüfung hat der Prüfer folgende Unterlagen anzufordern:

  • Konten der Buchführung
  • Satzung bzw. Gesellschaftsvertrag
  • Handelsregisterauszug
  • Protokolle von Sitzungen der Gesellschafterversammlungen und des Aufsichtsrats sowie Vorstand

Die Verbuchung und der Ausweis des EK müssen mit der Satzung und dem HR-Auszug übereinstimmen. Sonstige signifikante Einflüsse sind in den Protokollen festzustellen.

Prüfung der Rücklagen

Bei den Rücklagen wird zwischen Kapitalrücklage und Gewinnrücklage unterschieden. Die Kapitalrücklage beinhaltet alle Einlagenanteile, die kein Nominalkapital darstellen. Die Gewinnrücklage werden nur Beträge eingestellt, die im Geschäftsjahr oder früher aus dem Ergebnis gebildet worden sind.
Bei der Prüfung liegt der Schwerpunkt auf der Überprüfung des Bestands und den Veränderungen. Bei der Prüfung der Rücklagen ist der Abschlussprüfer verpflichtet, die Rechtswirksamkeit der notwendigen Beschlüsse und die rechtswirksame Durchführung der Maßnahmen zu untersuchen.

Was ist mit der Berufspflicht „Eigenverantwortlichkeit“ des Wirtschaftsprüfers gemeint?

Der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit zählt nach § 43 Abs. 1 WPO explizit zu den allgemeinen Berufspflichten der Wirtschaftsprüfer (ethische Prüfungsnormen). Eine Negativabgrenzung regel diesen Grundsatz in § 11 näher.

Eigenverantwortlichkeit bedeutet demnach, dass ein Prüfer sich sein Urteil selbst zu bilden und seine Entscheidungen selbst zu treffen hat. Er darf insbesondere nicht nach Weisungen Dritter handeln. Wir eine Aufgabe an Mitarbeiter delegiert, so ist diese so auszuführen, dass der Aufgabenträger seine Entscheidung aus eigener Überzeugung und aus eigenen Kenntnissen triffft.

Der WP muss in der Lage sein, die Tätigkeiten seiner Mitarbeiter derart zu überblicken und und beurteilen, dass er sich ein eigenes Urteil bilden kann. Es ist jedoch gestattet, Urteile Dritter zu übernehmen oder zu verwerten. Dritte stellen bspw. die interne Revision des zu prüfenden Unternehmens oder Sachverständige dar.

Was versteht der Wirtschaftsprüfer unter dem Entdeckungsrisiko?

Das Entdeckungsrisiko (detection risk (DR)) ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Prüfer während seiner Prüfung durch das interne Kontrollsystem nicht rechtzeitig verhinderte oder aufgedeckte wesentliche Fehler nicht aufdeckt.

Das Risikomodell berechnet das Prüfungsrisiko durch Multiplikation:  AD = IR x CR x DR
AD – audit risk (Prüfungsrisiko)
IR – inhärentes Risiko
CR – Kontrollrisiko

Das Entdeckungsrisiko stellt die vom Prüfer zu kontrollierende Variable dar und muss so angepasst werden, dass das Prüfungsrisiko auf das vorgegebene Niveau reduziert wird.

Die Kontrolle des Entdeckungsrisikos erfolgt durch eine Modifikation des Prüfungsprogramms, d.h. insbesondere durch eine Anpassung von Art und Umfang der geplanten Prüfungshandlungen Ein geringes zulässiges Entdeckungsrisiko erfordert zuverlässigere und umfangreichere Prüfungen.

Darf der Abschlussprüfer Erfolgshonorare vereinbaren?

Erfolgshonorare bezeichnen Vergütungen deren Höhe von dem Ergebnis einer Tätigkeit abhängig gemacht wird. Die Vereinbarung von Erfolgshonoraren durch einen Wirtschaftsprüfer ist unzulässig, da sie eine Verletzung des Unabhängigkeitsgebotes und einen Verstoß gegen die Berufssatzung darstellt.

Die Honorarabrechnung für Prüfungsleistungen erfolgt regelmässig auf Basis der geleisteten Stunden, möglicherweise zuzüglich einer von der Bilanzsumme des geprüften Unternehmens abhängigen Wertgebühr.

Ein zuvor vereinbartes angemessenes Pauschalhonorar kann ebenfalls in Ansatz gebracht werden, wenn gleichzeitig vereinbart wird, dieses Honorar zu vereinbaren, sofern für den Prüfer eine nicht vorhersehbare erhebliche Erhöhung des Prüfungsaufwands notwendig wird (sog. Öffnungsklausel).

 

Darf ein Wirtschaftsprüfer bei der Erstellung des Jahresabschlusses mitwirken?

Die Mitwirkung des amtierenden Abschlussprüfers bei der Erstellung des Jahresabschlusses ist unzulässig (§ 23 BS vBP/WP). Dieser nation und international bestehende Berufsgrundsatz wurde in die gesetzlichen Ausschlußgründe des § 319 Abs. 3 u. 3 HGB aufgenommen.

Wirkt ein WP bei der Führung der Bücher oder der Aufstellung des Jahresabschlusses eines Unternehmens mit, darf er oder eine Person, mit der er seinen Beruf gemeinsam ausübt, nicht Abschlussprüfer dieses Unternehmens sein (Selbstprüfungsverbot).

Die Beseitigung wesentlicher Mängel eines Jahresabschlusses kann zu einer über die Prüfungstätigkeit hinausgehenden unzulässigen Mitwirkung führen. Dennoch ist es die Aufgabe des Abschlussprüfers, den Mandanten zur Beseitigung von erkannten Mängeln zu veranlassen.

Im Einzelfall, und das wird hier deutlich, ist die Abgrenzung zwischen geforderter Einwirkung und unzuverlässiger Mitwirkung problematisch.

Wie ist die Ertragslage definiert und wie wird diese geprüft?

Wie ist die Ertragslage definiert?

Gemäß der Generalnorm des § 264 a Abs. 2 HGB hat der Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln was auch für den Konzernabschluss gilt.

Grundsätzlich umfasst die Ertragslage all jene Faktoren, durch die die Erfolgssituation des Unternehmens determiniert wird.

Wie wird die Ertragslage bei der Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer behandelt?

Die Prüfung der Ertragslage ist als Plausibilitätsprüfung (analytische Prüfungshandlung) zu verstehen, in der die offen zu legenden Informationen über die Ertragslage des zu prüfenden Unternehmens auf die inhaltliche und rechtliche Richtigkeit hin zu untersuchen sind.

Das Erfordernis zur Prüfung der Ertragslage erwächst zum einen darauf, dass im Rahmen des Prüfungsberichts wesentliche Veränderungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aufgeführt und ausreichend erläutert werden müssen.
Zum anderen ist die Ertragslage wichtige Voraussetzung für die Beurteilung der going concern-Annahme gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB. Außerdem dient die Prüfung der Ertragslage zur Einschätzung des Geschäftsrisikos.

Prüfungshandlungen

Eine mögliche Vorgehensweise bei der Prüfung der Ertragslage ist es, zunächst einen Periodenvergleich vorzunehmen und ggf. on-top einen Betriebsvergleich mit entsprechenden Unternehmen der Branche. Im Rahmen der Prüfung der Ertragslage muss zunächst die Ausübung bestehender Bilanzierungswahlrechte analysiert werden. Entsprechende Anhaltspunkte zur Ausübung der Bilanzierungswahlrechte finden sich in den Anhangangaben.

Neben der betragsmässigen und strukturellen Ergebnisanalyse ist ein Vergleich von Rentabilitätskennzeichen über die Jahre ein dankbarer Hinweis auf mögliche Prüfungsfehler.

Was versteht man unter einem fast close bei der Abschlusserstellung?

Unter einem fast close werden die beschleunigte Aufstellung, Prüfung und Veröffentlichung von Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen sowie die damit in Zusammenhang stehenden organisatorischen Maßnahmen verstanden. Die zunehmende Verbreitung eines fast close ergibt sich aus den insbesondere gegenüber kapitalmarktorientierten Unternehmen bestehenden Forderungen seitens der Investoren nach einer möglichst zeitnahen und damit entscheidungsnützlicheren Unternehmensberichterstattung.

Das beschleunigte Reporting soll vornehmlich durch die Verbesserung der erforderlichen Abschluss- und Berichterstattungsprozesse erreicht werden.

Häufig erfolgt in der Praxis auch die Aufstellung eines hard close, bei dem bereits unterjährig auf einen Stichtag vor dem eigentlichen Bilanzstichtag ein vorläufiger Abschluss erstellt und entsprechend geprüft werden kann.
Nur noch die Geschäftsvorfälle, die innerhalb des Restzeitraums anfallen, bzw. die korrespondierenden Nachbuchungen müssen dann noch nach Ablauf des Geschäftsjahres geprüft werden.

Was ist eine Prüfungsdifferenz und welche Fehlerarten gibt es?

Bei Fehlern im Jahresabschluss oder im Lagebericht kann einerseits zwischen

  • systematischen und
  • unsystematischen Fehlern und

andererseits zwischen

  • beabsichtigten und
  • unbeabsichtigten Fehlern

differenziert werden.

Bei systematischen Fehlern werden Geschäftsvorfälle einer bestimmten Kategorie im gesamten Geschäftsjahr falsch bearbeitet, bspw. aufgrund entsprechender falscher Programmierungen oder bei fehlenden Rechnungslegungskenntnissen.

Unsystematische Fehler hingegen treten nur zufällig auf und erscheinen im gesamten Geschäftsjahr definitionsgemäß nur wenige oder ein einziges Mal. Häufig treten sie bei manuellen Buchführungssystemen in Form von Abstimmungs- und Übertragsungsfehlern auf.

Die Differenzierung zwischen beabsichtigten und unbeabsichtigten Fehlern entspricht der Einteilung des PS 240 – fraudulente Handlungen.
Von beabsichtigten Fehlern spricht man von Verstössen, die aufgrund von Wissen und Wollen des Mitarbeiters bzw. der Führungskräfte beruhen und auf unberechtigte oder rechtswidrige Vorteile gerichtet sind.

Unbeabsichtigte Fehler, es wird auch von Unrichtigkeiten gesprochen, werden durch unbeabsichtigte Falschaussagen im Abschluss und Lagebericht verursacht und sind etwa auf die fehlerhafte Datenerfassung bzw. – verarbeitung, auf unzutreffende Schätzungen zum Zweck der Rechnungslegung oder auf die unabsichtliche falsche Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen zurückzuführen.
Weitere Gründe stellen fehlende oder unvollständige Arbeitsanweisungen, das Unvermögen von Mitarbeitern aufgrund von unzureichender Einarbeitung oder fehlerhafter Organisation von Arbeitsabläufen dar.

Was versteht man unter der Feststellung des Jahresabschlusses?

Die Feststellung des Jahresabschlusses ist ein Rechtsakt, durch den der Jahresabschluss verabschiedet und damit entgültig wird. Festgestellt werden kann nur ein Einzel-, nicht aber ein Konzernabschluss.

Die Feststellung obliegt grundsätzlich den Gesellschaftern bzw. der Gesellschafterversammlung ( §§42a Abs. 2, 46 Nr. 1 GmbHG). Eine Ausnahme gilt für die Aktiengesellschaft: Bei dieser hat der Vorstand den Jahresabschluss dem Aufsichtsrat vorzulegen. Billigt der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, ist dieser damit festgestellt (§ 172 Abs. 1 AktG).

Die Feststellung des Jahresabschlusses als Rechtsakt ist bedeutsam, weil rechtlich wirksame Ergebnisverwendungsbeschlüsse (und damit auch Ausschüttungen) nur auf Basis eines festgestellten Jahresabschlusses erfolgen können. Ohne eine vorhergehende Feststellung sind derartige Beschlüsse nichtig.

Falls eine gesetzliche Prüfungspflicht für den Jahresabschluss besteht, ist der Jahresabschluss vom Vorstand dem Aufsichtsrat nach abgeschlossener Abschlussprüfung vorzulegen.
Besteht eine Prüfungspflicht, so ist die Prüfung notwendige Voraussetzung für die Feststellung. Ohne Prüfung kann ein Jahresabschluss nicht festgestellt werden. Ein dennoch erfolgter Feststellungsbeschluss ist nichtig und damit rechtlich nicht existent. Daraus folgt außerdem, dass ohne eine Prüfung auch keine Ergebnisverwendungsbeschlüsse wirksam gefasst werden können.

Was versteht man unter der Finanzlage und wie wird diese geprüft?

Was versteht man unter der Finanzlage?

Die Finanzlage bestimmt, neben der Ertrags- und der Vermögenslage, die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens. Sie beschreibt die Fähigkeit des Unternehmens, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit uneingeschränkt und termingerecht erfüllen zu können.

Die Finanzlage steht in engem Zusammenhang mit der Kapital- und Vermögensstruktur sowie der Liquidität.

Abgebildet wird die Finanzlage sowohl in Bilanz, GuV und Anhang aber auch im Lagebericht. Dabei spielt die Kapitalflussrechnung eine wichtige Rolle in der Darstellung der Finanzlage.

Wie wird die Finanzlage geprüft?

Das Gesetz sieht keine eigenständige Prüfung der Finanzlage vor. Jedoch muss sich der Abschlussprüfer ein Bild von der Finanzlage verschaffen, um die Ordnungsmässigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts zu beurteilen.

Auch für den Fortbestand eines Unternehmens spielt die Finanzlage eine zentrale Rolle. So hat der Abschlussprüfer im Prüfungsbericht zur Beurteilung der Lage, und damit auch der Finanzlage, durch die gesetzlichen Vertreter Stellung zu nehmen.

Geprüft wird die Finanzlage zunächst anhand von Plausibilitätsbeurteilungen auf Basis der bisherigen und voraussichtlich zukünftigen Entwickung der Finanzlage unter Beachtung bestehender Risiken.

Idealerweise wird die Finanzlage daneben im Zeitablauf über verschiedenen aussagekräftige Kennzahlen überprüft.

Was wird unter einer Funktionsprüfung (test of operating-effectivness) verstanden?

Die Funktionsprüfung ist ein Bestandteil der Systemprüfung und schließt an die Aufbauprüfung (test of design) an, die das IKS erfasst und vorläufig beurteilt.

Mit Hilfe einer Stichprobenauswahl ist festzustellen, ob das von dem Unternehmen geplante IKS von den Mitarbeitern in der geplanten Form kontinuierlich praktiziert wird und ob diese Kontrollen funktionieren, d.h. ob sie wesentliche Verstöße gegen Rechnungslegungsnormen verhindern oder aufdecken und korrigieren können. Die Prüfungshandlungen werden auch oft als compliance tests bezeichnet.

Die Prüfungshandlungen sind insbesondere Befragungen und Beobachtungen sowie ein single purpose test. Die bei einem walk through festgestellten Kontrollen werden auf Basis von repräsentativen Stichproben auf die tatsächliche Durchführung geprüft.

Folgen eines wirksamen bzw. unwirksamen internen Kontrollsystems

Lassen die Systemtests ein wirksames IKS vermuten, so können die aussagebezogenen Prüfungshandlungen eingeschränkt werden. Je wirksamer das interne Kontrollsystem im täglichen doing arbeitet, desto geringer ist das Kontrollrisiko.
Bei unbefriedigendem Ergebnis ist der Prüfungsumfang auszudehnen.

Im Rahmen von Vorprüfungen (Zwischenprüfung) gewonnene Erkenntnisse über die Kontrollrisiken müssen um eine Beurteilung des IKS für den Zeitraum zwischen Vorprüfung und Abschlussstichtag ergänzt werden.

Warum ist eine Funktionstrennung (Vier-Augen-Prinzip) wichtig?

Für die Organisation der Aufgabenbildung und der Aufgabenverteilung in einem internen Kontrollsystem gilt der Grundsatz der Funktionstrennung, wonach dispositive, ausführende und überwachende Funktionen nicht durch alle Bearbeitungsstufen von einer Person ausgeführt werden sollen.

Diese Grundsatz beinhaltet zwangsläufig eine Kontrollwirkung, da mindestens zwei Personen an der Bearbeitung eines Geschäftsvorfalles beteiligt sind. (Vier-Augen-Prinzip – four-eye-principle – 4ep).
Eine klare Abgrenzung von Zuständigkeit und Verantwortung soll schriftlich in Dienstanweisungen festgehalten werden. Die Aufgaben sind so auf die Mitarbeiter zu verteilen, dass ein Mitarbeiter nur eine bestimmte Teilaufgabe übernimmt und bei deren Ausführung zugleich überwacht, ob vorgeschaltete Funktionsstellen korrekt tätig geworden sind.

Was versteht man unter der Geheimhaltungspflicht und welche Folgen hat eine Verletzung durch den WP?

Damit ein Geheimnis vorliegt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die Tatsache darf nicht offenkundig sein (objektives Geheimniselement) und
  • es muss ein Geheimhaltungswille (subjektives Geheimniselement) sowie
  • ein berechtigtes Geheimhaltungsinteresse (normatives Geheimniselement)

der geprüften Gesellschaft vorliegen.

Nach § 333 HGB beinhalten zwei Tatbestände eine Verletzung der Geheimhaltungspflicht: Zum einen das unbefugte Offenbaren und das unbefugte Verwerten von Geheimnissen.

Beim Offenbaren teilt der Täter das Geheimnis mit, gibt es schriftlich oder mündlich an Personen weiter, die bisher keine Kenntnis davon haben, oder macht es sonst so zugänglich, dass sich der bisherige Kreis der Mitwisser erweitert oder doch zumindest in einer vom Täter nicht mehr zu kontrollierenden Weise erweitern kann.

Eine Verwertung ist jede Ausnutzung des Geheimnisses, die nach der Vorstellung des Handelnden unmittelbar darauf gerichtet ist, für sich oder für einen anderen einen Vermögensvorteil herbeizuführen.

Hierbei ist zu beachten, dass nur die vollendete Verletzung der Geheimhaltungspflicht strafbar.

Folgen einer Pflichtverletzung durch den Wirtschaftsprüfer

Wer ein Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis als Abschlussprüfer oder Gehilfe unbefugt offenbart, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Sofern diese Geheimnisoffenbarung gegen Entgelt erfolgt, so steigert sich die mögliche Haftstrafe auf bis zu zwei Jahre.

Die Tat wird allerdings nur auf Antrag der Kapitalgesellschaft verfolgt.

Wie wird die Gewinn- und Verlustrechnung überprüft?

Im Rahmen der Prüfung der GuV hat der Prüfer Feststellungen darüber zu treffen, inwieweit sämtliche Aufwendungen und Erträge

  • vollständig,
  • sachgerecht und
  • periodengerecht ausgewiesen sowie
  • richtig bewertet

sind.

Welche möglichen Prüfungshandlungen können durchgeführt werden?

Prüfung der Vollständigkeit

Bei der Prüfung der Vollständigkeit ist das Ziel, dass sichergestellt wird, dass sämtliche wesentlichen Geschäftsvorfälle, die in der betrachteten Periode zu Aufwendungen bzw. Erträgen geführt haben, auch tatsächlich erfasst sind.

Prüfungshandlungen

  • Analytische Betrachtung im Rahmen eines Soll-Ist Abgleichs
  • Kennzahlenvergleich über die Jahre
  • Bildung von Relationen zwischen Bilanz und GuV (bspw. bei Vorräten)
  • Befüllung von Rückstellungschecklisten um möglicherweise fehlende RSt aufzudecken

Prüfung des sachgerechten Ausweises

Im Rahmen der Prüfung des sachgerechten Ausweises der Aufwendungen und Erträge hat sich der Prüfer davon zu überzeugen, dass die gesetzlichen Gliederungsvorschriften gemäß § 275 HGB beachtet wurden. In diesem Zusammenhang ist auch die Einhaltung des Saldierungsverbots zu kontrollieren, nachdem Aufwendungen und Erträge grundsätzlich nicht miteinander saldiert werden dürfen.

Prüfung der Periodenabgrenzung (Cut-off Prüfung)

Die Prüfung der Periodenabgrenzung dient der Sicherstellung der richtigen zeitlichen Abgrenzung angefallener Aufwendungen und Erträge. Bei Erträgen ist der Zeitpunkt der Realisation maßgeblich, bei Aufwendungen kommt es auf die Art an.

Bei den Prüfungshandlungen werden gerne auf Ertragsseite die jeweiligen Verträge analysiert und geschaut wann der Gefahrenübergang (Lieferungen) oder die Fertigstellung (Werklieferung, Dienstleistung) erfolgt ist. Dies geschieht zum einen auf Basis von Lieferscheinen (Incoterms) und zum anderen mittels Abnahmeprotokolle.

Die Aufwandsseite wird wie oben dargestellt mittels Checklisten sowie einem search-for unrecorded Liabilities geprüft. Der Search-for basiert meist auf einer Durchsicht der ersten Monatsrechnungen und signifikanter Eingangsrechnungen nach Stichtag.

Prüfung der Bewertung

Die Frage der Bewertung wird meist bei der Prüfung der entsprechenden Bilanzpositionen überprüft. Insofern ist in der GuV „nur noch“ der korrekte Ausweis zu untersuchen.

Was ist mit dem Grundsatz der Gewissenhaftigkeit (§ 43 WPO) gewollt?

Der Grundsatz der Gewissenhaftigkeit besagt, dass der Prüfer die ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft, das heisst mit Genauigkeit und unter Beachtung aller Umstände auszuführen hat.

Beachtet der Prüfer die derzeit für die Berufsausübung geltenden Normen sowie fachlichen Regelungen, liegt die Vermutung nahe, dass er seinen Auftrag gewissenhaft erfüllt. (fachlichen Normen)

Insbesondere hat der Prüfer gewissenhaft zu prüfen, ob er in der Lage ist, einen Prüfungsauftrag anzunehmen, wobei die für eine sachgerechte Prüfungsdurchführung notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen zu berücksichtigen sind. (Prüfungsannahme)

Es dürfen nur solche Auftrage angenommen werden, die in sachlicher, personeller und zeitlicher Hinsicht ordnungsgemäß abgewickelt werden können. (Prüfungsplanung)

Der Prüfer muss sich vor der Annahme ebenso vergewissern, dass keine Ausschlußgründe vorliegen

Sofern ein Verdacht einer Verletzung des Gewissenhaftigkeitsgrundsatzes vorliegt, so hat die WPK bei schwerwiegenderen Verletzungen ein Berufsaufsichtsverfahren einzuleiten.

Warum gibt es die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB)?

Der Gesetzgeber hat mit dem unbestimmten Rechtsbegriff der Grundsätze ordnungsmässiger Buchführung und Bilanzierung (GoB) ein Konstrukt geschaffen, das sicherstellt, dass der Jahresabschluss bei bestehenden Auslegungsfragen und beim Auftreten neuer Bilanzierungsprobleme den gesetzlichen Anforderungen der Ordnungsmässigkeit entspricht (§§ 238 Abs. 1, 264 Abs. 2 und 297 Abs. 2 HGB).

Die GoB sollen zum einen die gesetzlichen Einzelvorschriften konkretisieren und diese zum anderen ergänzen, wenn für bestimmte zu berücksichtigende Sachverhalte keine anwendbaren gesetzlichen Normen existieren. Die handelsrechtlichen GoB bilden dabei ein System von Regeln, das von jedem Buchführungspflichtigen zu beachten ist.

Neben den Ordnungsmässigkeitsanforderungen an die Buchführung und Bilanzierung umfassen die GoB auch die Grundsätze ordnungsmässiger Inventur.

 

Wann spricht man von einer Gründungsprüfung bei einer Aktiengesellschaft (AG)?

Der Gründungsverlauf einer Aktiengesellschaft ist generell durch deren Vorstand und Aufsichtsrat zu prüfen (§ 33 AktG).

Ist eine externe Gründungsprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer erforderlich?

Eine externe Gründungsprüfung ist erforderlich, wenn mindestens eines dieser Gremien möglicherweise befangen ist oder einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Gründung der Aktiengesellschaft ziehen könnte. Dies liegt zum Beispiel bei Mitgliedschaft eines Gründers im Aufsichtsrat oder im Vorstand und bei Gründung gegen Sacheinlage- oder Übernahme vor (§ 33 Abs. 2 Aktg).
Ein weiterer Anlass ist die Gründung gegen Bareinlage, wenn innerhalb der zwei auf die Handelsregistereintragung folgenden Jahre mindestens 10 % des Grundkapitals dazu verwendet werden, Vermögensgegenstände zu erwerben (§ 52 AktG, Nachgründung).

Kann der Gründungsprüfer frei ausgewählt werden?

Der Gründungsprüfer wird vom Registergericht bestellt (§ 33 Abs. 3 AktG) und ist Personen vorbehalten, die in der Buchführung ausreichend vorgebildet und erfahren sind, oder auch Gesellschaften, wenn mindestens einer der gesetzlichen Vertreter die Voraussetzungen erfüllt, um als Gründungsprüfer bestellt zu werden.

Obwohl die Qualifikation des WP nicht explizit verlangt ist, d.h. keine Vorbehaltsprüfung vorliegt, werden meist WP bzw. WPG mit der Gründungsprüfung beauftragt.

Was ist mit der Prüfung sicherzustellen und was explizit zu verifizieren?

Die Prüfung soll sicherstellen, dass mit der Gründung die Aufnahme des Geschäftsbetriebes beabsichtigt ist, die formellen Gründungsanforderungen beachtet wurden und die Wertansätze in der Gründungsbilanz materiell richtig sind.

Nach § 34 Abs. 1 AktG ist explizit zu verifizieren, ob

  • die Angaben der Gründer über die Übernahme der Aktien, die Einlagen auf das Grundkapital, die Sondervorteile und den Gründungsaufwand sowie die Sacheinlagen und die – überentnahmen richtig und vollständig sind und
  • ob der Wert der Sacheinlagen oder – übernahmen den geringsten Ausgabebetrag der dafür zu gewährenden Aktien oder den Wert der dafür zu gewährenden Leistungen erreicht.

Was sind sonstige finanzielle Verpflichtungen und wie werden diese in der Abschlussprüfung gewürdigt?

Was versteht man unter Haftungsverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen?

Der im § 251 HGB verwendete Begriff der Haftungsverhältnisse, der in der Literatur häufig synonym mit den Begriffen Eventualverbindlichkeit bzw. Schuld verwendet wird, ist im Gesetz nicht explizit definiert.

Allgemein werden darunter künftige Verpflichtungen gegenüber Dritten (sog. Außenverpflichtungen) zusammengefasst, die

  • als solche nicht dem Passivierungsgrundsatz (Aufwendungen) genügen, und
  • bei denen die rechtliche Grundlage für eine mögliche Verpflichtung zum Bilanzstichtag bereits gelegt ist. (Vertragsabschluss)

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3 HGB handelt es sich um solche künftigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht dem handelsrechtlichen Passivierungsgrundsatz genügen und gleichzeitig nicht durch die Regelung des § 251 HGB erfasst werden.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3 HGB handelt es sich um solche künftigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht dem handelsrechtlichen Passivierungsgrundsatz genügen und gleichzeitig durch die Regelung des § 251 HGB erfasst werden. Sonstige finanzielle Verpflichtungen umfassen im Gegensatz zu den Haftungsverhältnissen nicht ausschließlich Außenverpflichtungen, vielmehr zählen hierzu insbesondere auch Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber sich selbst (sog. Innenverpflichtungen).

Wie werden die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen geprüft?

Die Prüfung der Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen ist aufgrund der nicht existenten buchhalterischen Erfassung sehr komplex und hängt davon ab, inwieweit das Unternehmen diese offenlegt. Da diese oftmals eine materielle Bedeutung haben sind diese genau und sorgfältig zu prüfen.

Erster Prüfungsschritt ist eine Befragung der zuständigen Mitarbeiter und die Analyse des internen Kontrollsystems zur Erfassung.

Der von der Unternehmensleitung oder den verantwortlichen Personen übergebene Spiegel der im Anhang aufzuzeigenden Aufwendungen sollte zunächst kritisch durchgesehen und plausibilisiert werden.

Zur Überprüfung der Vollständigkeit ist eine Befragung des Managements und die Unterzeichnung der Vollständigkeitserklärung durch die GF hilfreich. Die Vollständigkeit kann auch mit der Vertragsdatenbank des Unternehmens abgestimmt werden – diese sollte übereinstimmen.

Welche Funktion hat das Handelsregister beim Amtsgericht?

Das Handelsregister ist ein beim zuständigen Amtsgericht geführtes Verzeichnis aller Vollkaufleute der zugeordneten Gerichtsbezirke.

Rechtliche Grundlage bietet der zweite Abschnitt im HGB (§§ 8 – 16 HGB).

Das Handelsregister gliedert sich in zwei Abteilungen, in Abteilung A erfolgen Eintragungen für Einzelunternehmen sowie Personenhandelsgesellschaften und in Abteilung B für Kapitalgesellschaften. Hierbei lassen sich eintragungspflichtige und eintragungsfähige Sachverhalte unterscheiden.

Tritt die Rechtswirksamkeit erst mit der Eintragung in das Handelsregister ein, so handelt es sich um eine rechtsbegründende (konstitutive) Eintragung, bei einer rechtsbekundenden (deklaratorischen) Eintragung hingegeben wird eine bestehende Tatsäche nur öffentlich bekannt gemacht.

Für die Eintragungen besteht ein öffentlicher Glaube, d.h. diejenigen, die gutgläubig auf die Publizität des Handelsregisters vertrauen, werden geschützt.

Was ist unter dem Begriff Herstellungskosten zu verstehen?

Herstellungskosten (HK) sind Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögenspostens, sowie seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dagegen beziehen sich die Anschaffungskosten auf fremdbezogene Vermögensposten.

Die handelsrechtliche Bestimmung der HK-Ermittlung erfolgt ähnlich der geltenden steuerrechtlichen Bewertungskonzeption und der Bewertungskonzeption nach IFRS. Dies fördert die Vergleichbarkeit des handelsrechtlichen Jahresabschlusses.
Die handelsrechtlichen Vorgaben zu den HK sollen sicherstellen, dass nur tatsächlich angefallene Ausgaben aktiviert werden und die Herstellung so zu einer erfolgsneutralen Vermögensumschichtung führt.

Die Wertuntergrenze der aktivierungspflichtigen HK umfasst im Rahmen der Zugangsbewertung gem. § 255 Abs. 2 Satz 2 HGB sämtliche dem einzelnen Erzeugnis unmittelbar zurechenbareAufwendungen. Gemeinkosten, die unabhängig von der Produktionsmenge anfallen und damit Fixkostencharakter aufweisen, wie allgemeine Verwaltungskosten, Kosten für soziale Einrichtungen des Betriebs und freiwillige soziale Leistungen, sowie Kosten der betrieblichen Altersvorsorge können dagegen nach §255 Abs. 2 Satz3 HGB per Wahlrecht einbezogen
werden.

Trotz der Konkretisierungsbestrebungen des Gesetzgebers bestehen Spielräume bei der HK-Ermittlung, die allein aus der Unmöglichkeit resultieren, eine genaue Zurechnung der Kosten auf die Produkte herbeizuführen.

Entsprechend ist eine Verbesserung als wesentlich einzustufen, wenn sie den Gebrauchswert des Vermögensgegenstandes im Ganzen über die zeitgemäße Erneuerung hinaus deutlich erhöht. Der BFH verlangt eine damit einhergehende maßgeblich höherwertige Nutzungsmöglichkeit. Als „ursprünglicherZustand“ ist nach GoB-setzender Rechtsprechung des BFH der Zeitpunkt des entgeltlichen Erwerbs durch den Steuerpflichtigen zu verstehen, sofern die erstmalige Bilanzierung im Unternehmen zu Verkehrswerten erfolgt.
Das IDW spricht bei Gebäuden vom Zustand zum Zeitpunkt der Aufnahme in das Vermögen des Eigentümers.

Wie ist das inhärente Risiko als Bestandteil des Prüfungsrisikos (audit risk) definiert?

Das inhärente Risiko (inherent risk – IR) wird definiert als die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von wesentlichen Fehlern unter der Annahme, dass es keine internen Kontrollen gibt.

Die Beurteilung dieses Risikos ist eine vergleichsweise unstrukturierbare, komplexe Aufgabe und verlangt die Integration einer großen Bandbreite quantitativer und qualitativer Daten. Es wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt, die sich in allgemeine (makroökonomisch, branchen- und mandantenspezifisch) und prüffeldspezifische (Existenz von komplexen Berechnungen oder Ermessensspielräumen ) Faktoren unterscheiden lassen.

Das inhärente Risiko besteht unabhängig vom prüferischen Vorgehen und kann vom Prüfer lediglich geschätzt, nicht aber beeinflusst und kontrolliert werden.

Was fasst man unter dem Begriff der Jahresabschlussanalyse zusammen?

Unter dem Begriff Jahresabschlussanalyse fasst man die Verfahren zusammen, mit denen für die stakeholder entscheidungsnützliche Informationen aus Jahresabschluss und Lagebericht gewonnen und verarbeitet werden, um die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens zu beurteilen.

Anhand der Beschaffbarkeit der vorliegenden Daten wird zwischen externer und interner Jahresabschlussanalyse unterschieden.

Im Rahmen einer internen Jahresabschlussanalyse werden neben den öffentlich zugänglichen Informationen auch unternehmensinterne Angaben zur Untersuchung herangezogen.

Meistens werden u.a folgende Aufbereitungsmaßnahmen durchgeführt:

  • Saldierung von noch nicht aufbereiteten ausstehenden Einlagen auf das gezeichnete Kapital (bei Abschlüssen vor BilMoG)
  • Aufwendungen für die Ingangsetzung oder Erweiterung des Geschäftsbetriebs, der Geschäfts- oder Firmenwert, aktive latente Steuern und ein Disagio sind mit dem Eigenkapital zu saldieren
  • Bei erhaltenen Anzahlungen wird der Bruttoausweis bevorzugt
  • Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind ins Umlaufvermögen umzugliedern
  • der zur Ausschüttung vorgesehene Teil des Jahresergebnisses wird ins kurzfristige Fremdkapital umgegliedert
  • Pensionsrückstellungen werden im langfristigen, Steuerrückstellungen im kurzfristigen Fremdkapital ausgewiesen
  • Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden dem kurzfristigen Fremdkapital zugeordnet

Die traditionelle quantitative Jahresabschlussanalyse arbeitet vor allem mit Kennzahlen. Hier sind vor allem Verhältniszahlen innerhalb der VFE Lage zu nennen.

  • Anlagenintensität: Verhältnis von Anlagevermögen zur Bilanzsumme
  • Wachstumsquote: Verhältnis von Nettoinvestitionen zu Jahresabschreibungen
  • Kundenziel: durchschnittlicher Bestand aus Lieferungen und Leistungen zu Umsatzerlösen
  • Verschuldungsgrad: Fremdkapital zu Eigenkapital
  • Eigenkapitalrentabilität: Jahresergebnis zu durchschnittlichem Eigenkapital
  • Gesamtkapitalrentabilität: EBI zu Gesamtkapital
  • Umsatzrentabilität: ordentliches Betriebsergebnis zu Umsatzerlösen

 

 

Was sind ISA und müssen diese in Deutschland unmittelbar angewendet werden?

Was sind die international standards on auditing?

International Standards on Auditing (ISA) werden vom privatrechtlich organisierten International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) erlassen, einem unabhängigen Komitee der International Federation of Accountants (IFAC).

Der IAASB beabsichtigt, durch die Herausgabe der ISA die Qualität und Einheitlichkeit von Prüfungen weltweit zu erhöhen und dadurch das Vertrauen in die Wirtschaftsprüferbranche zu stärken.

Derzeit stellen über 100 Länder unmittelbar auf die clarified ISA als massgebende Prüfungsstandards ab oder sind im Begriff, diese in naher Zukunft zu nutzen. Darüber hinaus haben, aufgrund ihrer Mitgliedschaft im sog. Forum of Firms , 27 international tätige Prüfungsgesellschaften respektive Netzwerke von Prüfungsgesellschaften die im Jahr 2009 überarbeiteten ISA in ihren Prüfungsansatz integriert.

Müssen die international standards on auditing in Deutschland unmittelbar angewendet werden? (inkl. Erklärvideo)

Mit der Veröffentlichung der Abschlussprüferrichtlinie (Richtlinie 2006//43/EG) im Amtsblatt der Europäischen Union (EU) im Jahr 2006 konnte ein weiterer Meilenstein in der globalen Anerkennung der ISA erreicht werden. So sieht die Richtlinie vor, dass Mitgliedstaaten der EU sich verpflichten, ihren Abschlussprüfern respektive Prüfungsgesellschaften vorzuschreiben, fortan Prüfungen unter Beachtung der von der EU-Kommission angenommenen internationalen Prüfungsstandards durchzuführen

Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) ist Mitglied der IFAC und ist demnach dazu verpflichtet, die Inhalte der jeweils aktuell anzuwendenden ISA in die nationalen IDW Prüfungsstandards (IDW PS) zu transformieren. Jener Transformationsprozess findet seit 1998 fortlaufend statt, so dass die IDW PS im Wesentlichen als konform zu den ISA bezeichnet werden können. Zusätzlich erläuternde Ausführungen zu den ISA werden entsprechend im Wirtschaftsprüferhandbuch berücksichtigt. Die Transformation ist als fortlaufender Prozess notwendig, da die ISA ein sehr dynamisches Regelwerk darstellen, das letztmalig im Jahr 2009 grundlegend überarbeitet worden ist (clarified ISA). Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Prüfungsnormen des IDW von den ISA abweichen können , wenn gesetzliche Vorschriften in Deutschland dies erfordern. Hinsichtlich einer EU-weiten Harmonisierung vertritt auch das IDW die Auffassung, „für alle Abschlussprüfungen in der EU die ISA vorzuschreiben und entsprechende rechtliche Schritte auf EU-Ebene festzulegen.„

Aktuell ist die Vorgehensweise des IDW die, dass die ISA übersetzt und Teil der Grundsätze ordnungsmässiger Abschlussprüfung werden.

In dem unten stehenden Video erklärt Herr WP/StB Dr. Feld die aktuelle Sichtweise des IDW und gibt eine Vorschau – sehr sehenswert.

Welche Änderungen ergeben sich durch das Bilanzrichtlinienumsetzungsgesetz (BilRuG)?

Im Juli 2015 ist das Gesetz zur Umsetzung der Bilanzrichtlinie 2013/34/EU (BilRUG) in Kraft getreten. Durch das BilRUG ergeben sich zahlreiche Änderungen und Neuerungen in verschiedenen Einzelgesetzen (z. B. HGB, AktG, GmbHG), die erstmals verpflichtend für Jahresabschlüsse ab 2016 zu beachten sind. Neben der Ausweitung der handelsrechtlichen Umsatzerlösdefinition (§ 277 Abs. 1 HGB) und der Anhebung der monetären Schwellenwerte zur Bestimmung der Größenklassen (§ 276 HGB) ist durch das BilRUG insbesondere auch eine Überarbeitung der Anhangangaben vorzunehmen.

Welche wesentlichen Änderungen ergeben sich für den Bilanzaufsteller?

Anhebung der Schwellenwerte

Die Schwellenwerte „Bilanzsumme“ und „Umsatzerlöse“ zur Ermittlung der Größenklassen nach § 267 HGB für Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften i. S. d. § 264a HGB werden angehoben. Dadurch wird sich die Anzahl der „kleinen“ Gesellschaften erhöhen. Dies führt zu Erleichterungen, da bei einer eventuellen Neuklassifizierung kein Lagebericht (§ 264 Abs. 1 S. 4 HGB) erstellt werden muss und die gesetzliche Prüfungspflicht entfällt (§ 316 Abs. 1 S. 1 HGB).

Änderungen in der Bilanz

Kann die voraussichtliche Nutzungsdauer von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nicht verlässlich geschätzt werden, sind diese über 10 Jahre abzuschreiben. Dies kann auch auf einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert angewendet werden (§ 253 Abs. 3 S. 3-4 HGB).

Änderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Definition der Umsatzerlöse, und das ist bzgl. dem Jahresabschluss selbst die einschneidenste Änderung, in § 277 Abs. 1 HGB wird geändert. Zukünftig werden darunter alle Erlöse aus dem Verkauf, der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen verstanden.

Änderungen im Anhang

Durch das BilRUG sind im Anhang zahlreiche Angaben neu hinzugekommen oder haben sich inhaltlich geändert und konkretisiert. So ist z. B. der Anhang in der Reihenfolge der Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen. Der Anlagenspiegel ist zwingend im Anhang anzugeben (ab Größenklasse mittel).

Zudem sind die Erläuterungen zu Vorgängen von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag nicht mehr im Lagebericht, sondern im Anhang vorzunehmen, Angaben zu Haftungsverhältnissen nach § 268 Abs. 7 HGB zu tätigen und Angaben zu außergewöhnlichen oder aperiodischen GuV-Posten sind notwendig.

Die Änderungen des BilRuG sind darüberhinaus von den Kollegen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in einem Erklärvideo sehr anschaulich und prägnant dargestellt.

Erklärvideo zu den Änderungen durch BilRuG

Nehmen Sie sich Zeit (knapp 8 Minuten), um neben den obigen Punkten von Seiten des IDW fundierte und nützliche Informationen zu erhalten.

Was versteht man unter einem Genussrecht und wie wird dieses gestaltet?

Was ist ein Genussrecht?

Das Genussrecht ist gesetzlich nicht definiert. Genussrechte entstehen, indem der Genussrechtsinhaber dem Genussrechtsemittenten Genussrechtskapital zur Verfügung stellt. Als Gegenleistung erhält er Vermögensrechte, die denen von Gesellschaftern vergleichbar sind, wie z.B. eine gewinnabhängige Vergütung, eine Beteiligung am Liquidationserlös oder Optionsrechte. 

Genussrechte gewähren grundsätzlich lediglich Gläubigerrechte und regelmäßig keine Mitgliedschaftsrechte, so dass sie dem Genussrechtsinhaber prinzipiell keinen Einfluss auf die Geschäftsführung, keine Kontrollrechte, kein Stimmrecht und kein Anwesenheitsrecht in der Gesellschafterversammlung vermitteln.

Wie ist dieses zu bilanzieren?

Das Genussrechtskapital ist in der Handelsbilanz grundsätzlich in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausgestaltung entweder als Verbindlichkeit oder als Eigenkapital des emittierenden Unternehmens zu passivieren (Stellungnahme HFA 1/1994 des IDW).

Nach Handelsrecht ist es – erfolgsneutral – in Form eines Sonderpostens innerhalb des Eigenkapitals zu passivieren, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ vorliegen:

  • der Rückzahlungsanspruch des Genussrechtsinhabers im Fall der Insolvenz oder einer Liquidation des emittierenden Unternehmens erst nach Befriedigung aller übrigen Fremdkapitalgläubiger entsteht,
  • das Genussrechtskapital an einem Verlust des Unternehmens teilnimmt (Verlustteilnahme) und für seine Überlassung eine erfolgsabhängige Vergütung gezahlt wird und
  • es dem Unternehmen für einen längerfristigen Zeitraum – eine konkrete Mindestlaufzeit wird vom IDW nicht gefordert, in der Literatur aber mit 5 Jahren angenommen – überlassen wird, innerhalb dessen eine Rückzahlung ausgeschlossen ist bzw. vom Gläubiger nicht gefordert werden kann.

Wie werden Genussrechte steuerlich behandelt? (inkl. Erklärvideo)

Vergütungen für die Überlassung beteiligungsähnlichen, als Eigenkapital auszuweisenden Genussrechtskapitals sind körperschaftsteuerlich wie Gewinnausschüttungen zu behandeln und dürfen das Einkommen der Körperschaft nicht mindern.

In dem folgenden Beitrag vom IDW (ca. 4 Minuten) wird die aktuelle steuerliche Behandlung von Genussrechten skizziert – sehenswert!

Was versteht man unter einer due-diligence und welche unterschiedlichen Arten gibt es?

Unter einer due diligence versteht man die sorgfältige und gewissenhafte Prüfung und Analyse eines Unternehmens (targets) auf verschiedene Kernpunkte.

Verschiedene Aspekte einer due diligence

Dabei sind verschiedene Blickwinkel einer due diligence Prüfung zu unterscheiden:

  • wirtschaftlich (operational due diligence),
  • rechtlich (legal due diligence),
  • steuerlich (tax due diligence) und
  • finanziell (financial due-diligence)

Was wird bei einer tax due diligence untersucht?

Bei einer tax due diligence wird das target auf steuerliche Risiken hin untersucht. Es werden bspw. die letzten Veranlagungen in Kombination mit der Steuerbilanz untersucht.

Welche Kriterien spielen bei einer financial due diligence eine Rolle?

Bei einer financial due diligence werden insbesondere die letzten Jahresabschlüsse auf eine korrekte Bilanzierung – ähnlich einer Abschlussprüfung hin untersucht. Dabei wird zum einen auf eine fehlerhafte Abwertung der Aktiva und eine Unterdotierung der Risikovorsorge geachtet.

Die due diligence kann je nachdem, ob das Unternehmen als Verkaufs- oder Kaufgegenstand betrachtet wird in vendor- und buyer due diligence unterschieden werden.

Bei dem Prozeß, u.a. aufgrund einer Auslagerung von Risiken, bedient sich der Verkäufer oder Käufer den jeweils für die Untersuchung passenden Spezialisten. Insbesondere im Bereich financial & tax ist dies ein Wirtschaftsprüfer bzw. Steuerberater, für den Bereich legal ein Anwalt und für den Bereich operational ein mit der Branche vertrauter Fachmann.

Im Rahmen dieser Prüfung werden verschiedene Informationsquellen genutzt, wobei insbesondere Unternehmensunterlagen bzw. -daten analysiert und Gespräche mit dem Management des Zielunternehmens geführt werden.

Muss ein Wirtschaftsprüfer sich zwingend fortbilden?

Wirtschaftsprüfer üben einen staatlich gebundenen freien Beruf aus, der umfangreiche und anspruchsvolle Aufgaben umfasst.

Wie zwischen den Zeilen zu lesen ist, machen es die anspruchsvollen Tätigkeiten und besonderen Anforderungen es auch nach der Ausbildung erforderlich, dass das Wissen auf einem konstanten und qualitativ anspruchsvollen Niveau konserviert wird.

Dabei ist das Ziel, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die sachgerechte und pflichtgemäße Berufsausübung durch den Abschlussprüfer zu erhalten.
Unabhängig von der rechtlichen Verpflichtung (§ 43 Absatz 2 Satz 4 WPO) ist der Wirtschaftsprüfer alleine durch Änderungen der Gesetzgebung, der Rechtsprechung, die Internationalisierung und aus Gründen des Wettbewerbs zur Fortbildung gezwungen.

Im Rahmen der Durchführung von Qualitätskontrollen hat ein Nachweis angemessener Fortbildung zu erfolgen, welcher Einfluss auf die Erteilung eines uneingeschränkten Peer-Review Urteils hat.

Die Fortbildung soll einen Umfang von 40 Stunden jährlich nicht unterschreiten. Hiervon müssen 20 Stunden auf Fortbildungsveranstaltungen entfallen.

Kann ein Wirtschaftsprüfer persönlich haften?

Da dem Abschlussprüfer bei Verstoß gegen bestehende Normen verschiedene Konsequenzen drohen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass fachliche und ethische Prüfungsnormen eingehalten werden.

Sanktionen steigert somit die Achtsamkeit des Wirtschaftsprüfers und schützen somit die Reputation des Berufsstands und Dritte sowie die Allgemeinheit.

Im Rahmen der zivilrechtlichen Haftung unterliegen Abschlussprüfer einem Haftungsrisiko, d.h. sie können zum Ersatz eines Schadens verurteilt werden, der einem Mandanten (Auftragsgeberhaftung) oder einem Dritten (Dritthaftung) aufgrund eines Berufsversehens entstanden ist.

Was versteht man unter einer Auftraggeberhaftung?

Bei der Auftraggeberhaftung nach § 323 Abs. 1 HGB, die

  • eine Pflichtverletzung
  • Verschulden des Abschlussprüfers
  • einen Schaden und
  • Kausalität

voraussetzt, ist zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit zu unterscheiden. Bei Ersterem haftet er gegenüber seinem Auftraggeber uneingeschränkt, bei Fahrlässigkeit grundsätzlich EUR 1 Million.

 

Was ist eine Dritthaftung?

Für eine Dritthaftung kommen zum einen deliktische und zum anderen vertragliche Anspruchsgrundlagen in Frage.

Das Vertragsrecht des BGB kennt keinen Drittschutz. Allerdings gibt es mit Vertrag mit Schutzwirkung zu Gunsten Dritter und dem stillschweigenden Auskunftsvertrag zwei vertragsähnliche Anspruchsgrundlagen.

Erlangt ein Wirtschaftsprüfer Kenntnis davon, dass der zu prüfende Jahresabschluss u. a. für Kreditverhandlungen mit einer Bank benötigt wird, führt dies nicht zur Einbeziehung der Bank in den Schutzbereich des Abschlussprüfervertrags.  

Kann ein Wirtschaftsprüfer seine Haftung vertraglich beschränken?

Ein Wirtschaftsprüfer kann und wird seine Haftung beschränken – dies ist ist in § 323 Abs. 2 HGB geregelt.
Darin heisst es, dass die Ersatzpflicht von Personen, die fahrlässig gehandelt haben, auf eine Million EUR je Prüfung (4 Mio. EUR für börsennotierte Gesellschaften) begrenzt ist.

Diese Haftungsbeschränkung gilt unabhängig von der Höhe des Schadens, von der Anzahl der begangenen Pflichtverletzungen, von der Anzahl der an der Prüfung beteiligten Personen sowie von der Zahl der geschädigten Unternehmen.

Prüfungstätigkeit ist eine im besonderen Maße schadensgeneigte Arbeit mit extrem hohen Risiken, denn bereits leichtes Versehen des Prüfers kann zu höhen Schäden führen. Dies wird als der eine Grund für eine Haftungsbeschränkung aufgeführt, ein anderer wäre der, dass eine unbegrenzte Haftung fast nicht versicherbar wäre.

Was ist eine Kapitalgesellschaft?

Mit diesem Sammelbegriff werden die in der Rechtsform der Aktiengesellschaft, GmbH und KGaA geführten Unternehmen bezeichnet. Kennzeichen ist die Existenz eines betragsmäßig fixierten Gesellschaftskapitals.

Kapitalgesellschaften sind juristische Personen des Privatrechts und besitzen somit eine eigene Rechtsfähigkeit.

Die Geschäftsführung und Vertretung übernehmen natürliche Personen, die als Organe tätig werden.

Die Haftung ist bei Kapitalgesellschaften im Gegensatz zu Personenhandelsgesellschaften, Genossenschaften und Einzelunternehmen meist für alle Gesellschafter auf das betragsmäßig fixierte Gesellschaftskapital beschränkt

Was sind kapitalmarktorientierte Unternehmen?

Unter kapitalmarktorientierten Unternehmen sind Unternehmen zu verstehen, die einen organisierten Markt i.S.v. § 2 Abs. 5 WpHG durch von Ihnen oder eines ihrer Tochterunternehmen ausgegebene Wertpapiere i.S.d. § 2 Abs. 1 WpHG in Anspruch nehmen oder wie Zulassung solcher Wertpapiere zum Handel an einem organisierten Markt beantragt haben.

Wertpapiere im Sinne dieses Gesetzes sind, auch wenn für sie keine Urkunden ausgestellt sind,

  1. Aktien
  2. mit Aktien vergleichbare Anlagewerte und Zertifikate, die Aktien vertreten, sowie
  3. Schuldtitel, insbesondere Inhaberschuldverschreibungen und Orderschuldverschreibungen

einschließlich Genussscheine, Optionsscheine und Zertifikate, die Schuldtitel vertreten, wenn sie an einem Markt gehandelt werden können. Wertpapiere sind auch Anteile an Investmentvermögen, die von einer Kapitalanlagegesellschaft oder einer ausländischen Investmentgesellschaft ausgegeben werden.“

Was ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)?

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ist eine gesellschaftsrechtliche Kombination aus Aktiengesellschaft (AG) und Kommanditgesellschaft (KG), in der es zwei Arten von Gesellschaftern gibt.

Mindestens einem unbeschränkt und persönlich haftenden Komplementär obliegt die Geschäftsführung und Vertretung.

An dem in Aktien zerlegten Kommanditkapital sind mit Kommanditistenrechten ausgestattete Aktionäre beteiligt.
Die Verwandtschaft zur Aktiengesellschaft zeigt sich in den drei Organen:

  • Der Vorstand wird durch den Komplementär übernommen.
  • Die Hauptversammlung wird durch die Kommanditaktionäre gebildet.
  • Sie wählt einen Aufsichtsrat, der die Interessen der Aktionäre gegenüber dem Komplementär vertritt.

Der Aufsichtsrat hat allerdings im Gegensatz zur AG lediglich eine Kontrollfunktion gegenüber dem Komplementär wahr, kann ihn aber nicht bestellen oder abberufen.

Was ist mit dem Kontrollrisiko für den Wirtschaftsprüfer gemeint?

Das Kontrollrisiko (control risk – CR) ist als die Wahrscheinlichkeit definiert, dass existierende wesentliche Fehler nicht rechtzeitig durch das interne Kontrollsystem des Mandanten verhindert oder aufgedeckt werden.

Um ein Verständnis über die Kontrollstruktur des zu prüfenden Unternehmens zu gewinnen, hat der Abschlussprüfer spezifische interne Kontrollen zu identifizieren und zu bewerten.

Wirksame interne Kontrollen reduzieren das Kontrollrisiko, während dieses bei unwirksamen Kontrollen ansteigt. Es kann nie gleich null sein, da die internen Kontrollen nie eine vollständige Sicherheit geben können, dass alle wesentlichen Fehler verhindert oder aufgedeckt werden.

 

Was ist eine Kostenrechnung und wofür dient diese?

Was ist die Kostenrechnung und wofür dient diese als Basis?

Die Kostenrechnung (auch Kosten- und Leistungsrechnung) ist eine kalkulatorische Erfolgsrechnung, die im Rahmen des internen Rechnungswesens eine unabdingbare Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des externen Rechnungswesens darstellt.

Kostenrechnung dient der

  • Planung
  • Kontrolle
  • Dokumentation und der Steuerung

Im Rahmen der Jahresabschlusserstellung und -prüfung ist insbesondere die Ermittlung der Herstellkosten als Ausgangsgrundlage für die Ermittlung der bilanziellen Herstellungskosten im Sinne des HGB. (Bewertung fertiger und unfertiger Erzeugnisse zum Beispiel)

Wie ist die Kostenrechnung aufzuteilen?

  • Startpunkt der Kostenrechnung ist die Kostenartenrechnung, mit deren Hilfe festgestellt wird, welche Kosten in welcher Höhe entstanden sind und welche der Aufteilung in Einzel- und Gemeinkosten dient.
  • Im Zuge der Kostenstellenrechnung werden die Gemeinkosten auf die Kostenstellen verteilt. Mit Hilfe eines Betriebsabrechnungsbogens erfolgt eine möglichst verursachungsgerechte Verteilung. Der Zuschlagssatz kann anhand der angefallenen Einzelkosten einer Kostenstelle berechnet werden. Als weitere Bezugsgröße können die Herstellkosten herangezogen werden.
  • Die Kostenträgerrechnung dient im Rahmen der Kostenträgerstückrechnung der Feststellung, welche Einheit welche Kosten verursacht hat und ermöglicht damit die Kalkulation der Produkte.

Kann der Wirtschaftsprüfer einen Prüfungsauftrag kündigen?

Gemäß § 318 Abs. 6 HGB kann der Abschlussprüfer einen angenommenen Prüfungsauftrag nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes kündigen.

Ein solcher liegt bspw. vor, wenn der Abschlussprüfer schwer erkrankt oder wenn er während der Abschlussprüfung erkennt, dass ihm die notwendigen Kenntnisse zur Durchführung der Prüfung fehlen und er dieses Problem nicht beheben kann.

Als wichtiger Grund kann nach herrschender Meinung auch das Aufdecken einer kriminellen Betätigung der zu prüfenden Gesellschaft oder eines ihrer Organe angesehen werden.

Hingegen stellen bloße Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Inhalt, Einschränkung oder Versagung des Bestätigungsvermerks keinen Kündigungsgrund dar.

Das Kündigungsrecht kann im Auftragsbestätigungsschreiben nicht erweitert oder eingeschränkt werden. Dem zu prüfenden Unternehmen steht kein Kündigungsrecht zu.

Was ist ein mehrjähriger Prüfungsplan?

Die mehrjährige Prüfungsplanung legt turnusmässig wechselnde Prüfungsschwerpunkte fest.

Ziel ist es, über einen längeren Zeitraum bestimmte Prüffelder zumindest einmal einer intensiven Prüfung zu unterziehen sowie die durchschnittliche Prüfungsintensität im betreffenden Zeitraum zu verringern, um somit eine effiziente Prüfung zu erreichen.

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung kommt eine mehrjährige Prüfungsplanung insbesondere für Ordnungsmässigkeits- und Formalprüfungen, nicht jedoch bei mit hohen Risiken (significant risk) behafteten wesentlichen Prüfungsfeldern in Betracht.

Was versteht man unter der Nichtigkeit des festgestellten Jahresabschlusses und was sind die Folgen?

Unter welchen Bedingungen ist ein Jahresabschluss nichtig?

Unter bestimmten Bedingungen ist ein bereits festgestellter Jahresabschluss nichtig.

§ 256 AktG zählt diese Bedingungen abschließend auf:

  • insbesondere Verstöße gegen die Gliederungs- (§ 256 Abs. 4 AktG)
  • und Bewertungsnormen (§ 256 Abs. 5 AktG)

des Handelsgesetzbuchs oder der Satzung (§ 256 a Abs. 1 Nr. 4 AktG).

Dagegen bewirken die in § 256 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 3 AktG genannten Prüfungsmängel, dass bereits die Feststellung nicht möglich bzw. nichtig ist. (§ 316 Abs. 1 Satz 1 HGB)

Gibt es auch eine Heilung einer Nichtigkeit? Was sind die Folgen einer Nichtigkeit?

Bestimmte Nichtigkeitsgründe werden durch Zeitablauf geheilt.  Aus der Nichtigkeit des festgestellten Jahresabschlusses folgt zwingend die Nichtigkeit der auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses gefassten Gewinnverwendungsbeschlüsse (§ 253 HGB).

 

Was ist eine offene Handelsgesellschaft und was sind die Merkmale?

Wann spricht man von einer offenen Handelsgesellschaft?

Die offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine Personenhandelsgesellschaft zum gemeinsamen Betrieb eines Handelsgewerbes unter einer gemeinschaftlichen Firma (§ 105 – 160 HGB), die rechnungslegungspflichtig ist. Die OHG ist der juristischen Person angenähert, da Rechte unter der Firma erworben und Verbindlichkeiten eingegangen werden können.

Was sind die Merkmale einer OHG?

  • Gesellschafter können unter der Firma klagen und verklagt werden
  • Gesellschafter haften unbeschränkt, unmittelbar und gesamtschuldnerisch
  • die Gesellschaft entsteht durch Gesellschaftsvertrag, Eintragung in das Handelsregister und Aufnahme der Geschäftstätigkeit
  • Geschäftsführung/Vertretung ist jeder Gesellschafter einzeln berechtigt
  • Vorabvergütung von 4% Zinsen auf die Kapitaleinlage
  • Restgewinn oder Verlust wird nach Köpfen verteilt
  • Abweichungen lt. Gesellschaftsvertrag möglich
  • Gewinn wird einheitlich und gesondert festgestellt

Was ist eine Partnerschaftsgesellschaft und wie muss die Firma lauten?

Die Partnerschaftsgesellschaft ist eine der OHG vergleichbare Rechtsform, die ausschließlich natürlichen Personen, die Angehörige eines freien Berufes sind, zur Organisation ihrer beruflichen Tätigkeit dient.

Was sind die Merkmale einer Partnerschaftsgesellschaft?

  • wie die OHG partei-, grundbuch-, insolvenz und deliktfähig (§ 7 Abs. 2 PartGG i.V.m. § 124 HGB)
  • Rechtsverhältnis der Partner untereinander wie bei OHG
  • gemäß §§ 238, 242 HGB nicht rechnungslegungspflichtig
  • unterliegt keiner Gewerbesteuerpflicht
  • Gründung erfolgt durch Partnerschaftsvertrag und Eintrag ins Partnerschaftsregister (§ § 3 f. PartGG)
  • Ein Partner sowie der Zusatz Partnerschaft müssen genannt sein
  • unbeschränkte Haftung der mit Ausübung beschäftigten Partner (Handelndenhaftung)

Was sind Pauschalhonorare und was ist eine Öffnungsklausel?

Wirtschaftsprüfer können eine flexible Honorargestaltung vereinbaren, soweit das Honorar angemessen ist.

Dennoch besteht die Gefahr, dass bestimmte Honorare ethischen Grundsätzen widersprechen können, etwa wenn ein Prüfungshonorar so gering ist, dass es schwierig ist, eine ordnungsgemäße Jahresabschlussprüfung durchzuführen.

Bei Pauschalhonoraren ist diese Gefahr evident, wenn der Prüfungsumfang nach Honorarvereinbarung, bspw. aufgrund von größeren Risiken, ausgeweitet werden muss.

Um derartige Risiken zu umgehen sind Öffnungsklauseln (safeguards) vorgesehen.

Was ist ein Peer Review?

Der Peer Review ist eine Ausprägungsform der externen Qualitätskontrolle von Wirtschaftsprüfungspraxen.

Er stammt aus dem Englischen und kann mit „Überprüfung durch Seinesgleichen“ übersetzt werden.

Kennzeichnend ist, dass für eine solche extern organisierte externe Qualitätskontrolle, dass diese durch einen der Praxis unabhängigen Angehörigen des Berufsstands durchgeführt wird.

Was ist eine Personenhandelsgesellschaft?

Eine Personenhandelsgesellschaft i.S.d. des § 6 Abs. 1 HGB ist ein Zusammenschluß von mindestens zwei Personen und einheitlicher Firma mit dem Zweck, ein Handelsgewerbe zu betreiben.

Die Kapitaleinlage der Gesellschafter steht bei dieser Gesellschaftsform nicht im Vordergrund, da die Gesellschafter, mit Ausnahme der Kommanditisten einer Kommanditgesellschaft, mit ihrem gesamten Vermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft uneingeschränkt, unmittelbar und solidarisch haften.

Wesentliches Merkmal der Personenhandelsgesellschaft ist, dass die Gesellschäfter persönlich die Geschäfte führen und die Gesellschaft nach außen vertreten.

Die Personenhandelsgesellschaft besitzt im Gegensatz zur Kapitalgesellschaft keine eigene Rechtsfähigkeit, gleichwohl kann Sie unter der Firma Rechte sowie Eigentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken erwerben, Verbindlichkeiten eingehen und vor Gericht klagen und verklagt werden.

Personenhandelsgesellschaften sind verpflichtet, soweit sie nicht die Größenkriterien des § 1 PublG fallen, die erleichterten Rechnungslegungsvorschriften der §§ 238-263 HGB zu befolgen.

Was ist eine prüferische Durchsicht und welche Sicherheit erhält der Auftraggeber?

Eine prüferische Durchsicht bezieht sich auf die Prüfung eines Abschlusses mit begrenzter Prüfungssicherheit, eine sogenannte limited assurance.

Durch die prüferische Durchsicht soll die Glaubhaftigkeit der in den Abschlüssen enthaltenen Informationen erhöht werden, wobei auf die durch eine Abschlußprüfung erreichbare hinreichende Sicherheit für ein Prüfungsurteil mit positiver Gesamtaussage auftragsgemäß verzichtet wird.

Dementsprechend ist die prüferische Durchsicht keine Abschlußprüfung, sondern eine kritische Würdigung des Abschlusses und ggf. des Lageberichts auf der Grundlage einer Plausibilitätsbeurteilung.

Eine gewisse Sicherheit ist gegeben, wenn der Wirtschaftsprüfer aufgrund von erhaltenen Nachweisen davon überzeugt ist, daß der Gegenstand der prüferischen Durchsicht im Rahmen der gegebenen Umstände plausibel ist.

Was ist ein Prüffeld?

Jahresabschlussprüfungen sind umfangreich und komplex. Um diese Komplexität geordnet und qualitativ entsprechend der Berufsgrundsätze zu bewältigen, ist die Gesamtaufgabe „Jahresabschlussprüfung“ in die Prüfung verschiedener Teilbereiche zu zerlegen – diese werden als Prüffelder bezeichnet.

Unter Prüffeldern sind somit abgegrenzte Teilbereiche des Prüfungsobjektes zu verstehen.

Eine transparente Gliederung ermöglicht eine

  • planmässige und vollständige Erfassung des Prüfungsstoffes
  • Allokation der Prüfer auf Teilbereiche
  • personenbezogene Überwachung der Arbeitsbereiche
  • erleichtert die Zieldisposition
  • Planung der zeitlichen Reihenfolge der Prüfung
  • eine Kontrolle des Standes der Prüfungsarbeiten und
  • verbessert den Nachweis und die Nachvollziehbarkeit.

Prüffelder sind in Abhängigkeit von der Prüfungsstrategie häufig Jahresabschlusspositionen oder Transaktionskreise.

Es wird empfohlen sachliche, personelle und zeitliche Kriterien bei der Prüffelderbildung heranzuziehen.

Inwiefern muss der Jahresabschluss durch den Aufsichtsrat geprüft werden?

Wo ist die Prüfung gesetzlich geregelt?

Diese Prüfung ist eine im Aktiengesetz geregelte Aufgabe des Aufsichtsrats und geht weit über die Prüfungspflicht des Abschlussprüfers hinaus.

Welche Funktion hat der Aufsichtsrat durch die Prüfung?

Gemäß § 171 Abs. 1 AktG sind Jahresabschluss, Lagebericht und der Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns vom Aufsichtsrat zu prüfen. Die Prüfungspflicht erstreckt sich auch auf den Konzernabschluss und Konzernlagebericht, sofern es sich um ein Mutterunternehmen i.S.v. § 290 Abs. 1, 2 HGB handelt.
Ferner hat der Aufsichtsrat die Verpflichtung, über das Ergebnis schriftlich an die Hauptversammlung zu berichten (§ 171 Abs. 2 Satz 1 AktG).

Er hat auch darüber zu informieren, in welcher Art und in welchem Umfang er die Geschäftsführung geprüft hat (§ 171 Abs. 2 AktG)
Diese Aufgabe steht in Zusammenhang mit der allgemeinen Überwachungspflicht des Aufsichtsrats gemäß § 111 Abs. 1 AktG, da eine Überwachung ohne Prüfung der Rechnungslegung nicht denkbar ist.

Gibt es bestimmte Ausbildungsvoraussetzungen für den Aufsichtsrat?

Die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder müssen aufgrund der Ihnen übertragenen Aufgaben über entsprechende Mindestkenntnisse und – fähigkeiten verfügen, um den Prüfungsbericht sorgfältig durchzuarbeiten.

Das Hinzuziehen weiterer Sachverständiger ist nur zu empfehlen, wenn besondere Gründe gegen die Verwendung der vom Abschlussprüfer erlangten Prüfungsnachweise sprechen.

 

Was ist ein Prüfungsansatz (audit approach)?

Der Prüfungsansatz dient als betriebliche Norm der einzelnen Prüfungsgesellschaft.

Er gibt Aufschluss über innerbetriebliche Vorgaben zur Durchführung der Jahresabschlussprüfung, um die notwendigen Zielgrößen der Jahresabschlussprüfung zu erreichen.

Der Prüfungsansatz ist im Prüfungshandbuch der jeweiligen Prüfungsgesellschaft festgehalten. Beim Einsatz IT-gestützter Prüfungstechniken spiegelt sich der Prüfungsansatz auch in den IT-Tools wieder.

Der Prüfungsansatz basiert auf dem Grundgedanken einer risikoorientierten Abschlussprüfung und dem dahinter stehenden Risikomodell.

Der Prüfungsansatz gibt die Ansatzpunkte gesellschaftsspezifisch mit einem Fokus auf dem Geschäftsrisiko vor.

Was ist bei einem Prüfungsauftrag mit einem Wirtschaftsprüfer besonders?

Worum handelt es sich bei dem Prüfungsauftrag eines Unternehmens mit einem Wirtschaftsprüfer?

Bei einem Wirtschaftsprüfer handelt es sich um die vertragliche Grundlage, aufgrund derer ein Wirtschaftsprüfer oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Abschlussprüfer von Jahresabschlüssen und Lageberichten von Unternehmen unabhängig von deren Größe und Rechtsform sein können.

Ein Prüfungsauftrag ist ein Werkvertrag i.S.d. § 631 BGB, wobei sich die wesentlichen Inhalt eines Prüfungsauftrags regelmässig aus § 317 HGB ergeben.

Welche Schritte sind beim Vertragsabschluss bzw. der Auftragsannahme zu beachten?

Vor der Erteilung eines Prüfungsauftrags hat stets eine wirksame Wahl des Abschlussprüfers zu erfolgen.

Der Vertrag wird dann grundsätzlich zwischen dem Abschlussprüfer und der zu prüfenden Gesellschaft geschlossen, welche durch das jeweils vertretungsberechtigte Organ vertreten wird.

Im Falle einer Aktiengesellschaft ist dies im Allgemeinen der Aufsichtsrat (§ 111 Abs. 2 Nr. 3 AktG), im Falle einer GmbH die Geschäftsführung (§ 35 GmbHG).

 

Was ist eine Prüfungsfeststellung?

Prüfungsfeststellungen sind begründete Schlussfolgerungen, die auf angemessenen und ausreichenden Prüfungsnachweisen basieren und das Prüfungsurteil stützen.

Folgende Schritte zur Erlangung einer Feststellung sind zu beobachten:

  • Urteilshypothese
  • Suche nach Prüfungsnachweisen, die die Hypothese bestätigen oder widerlegen
  • Prüfungsfeststellung aufgrund ausreichender und angemessener Prüfungsnachweise in Form einer Annahme/Ablehnung der Urteilshypothese

Prüfungsfeststellungen beschränken sich auf einzelne Prüffelder oder Prüfungsgegenstände.

–> Mehrere Prüfungsfeststellungen führen durch Aggregation zu einzelnen Prüfungsurteilen in Bezug auf Abschlussaussagen.

–> Aus diesen Abschlussaussagen leitet der Abschlussprüfer sein Prüfungsurteil über den Jahresabschluss in Form eines Bestätigungs- oder Versagungsvermerks ab.

Wichtig ist, dass das Gesamturteil auf Basis einer Gewichtung und prüferischen Ermessens abgeleitet wurde.

Im Rahmen der Urteilsbildung hat sich der verantwortliche Wirtschaftsprüfer anhand der Dokumentation der Prüfungshandlungen und -feststellungen von der Einhaltung der gesetzlichen und fachlichen Regelungen zu überzeugen.

Abschließend sind zur Konsistenzbeurteilung der Prüfungsfeststellungen analytische Prüfungshandlungen durchzuführen.

 

Was sind die Prüfungsgebiete des Wirtschaftsprüfungsexamens? Wann besteht man die Prüfung?

Die Prüfung, die vor einer Prüfungskommission abgelegt werden muss, gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil .

Welche Prüfungsgebiete werden im Wirtschaftsprüferexamen behandelt?

  • Wirtschaftliches Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht
  • Angewandte Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre
  • Wirtschaftsrecht
  • Steuerrecht

Wieviele Aufsichtsarbeiten werden geschrieben? Wie ist die Benotung? Wann hat man nicht bestanden?

Der schriftliche Teil besteht aus folgenden Aufsichtsarbeiten

  • Prüfungswesen: zwei
  • Angewandte Betriebswirtschaftslehre: zwei
  • Wirtschaftsrecht: eine

welche vier bis sechs Stunden andauern.

Die mündliche Prüfung besteht aus einem Kurzvortrag und fünf Prüfungsabschnitten.

Die Noten der schriftlichen und mündlichen Prüfung werden im Verhältnis 60:40 gewichtet.

Dabei gilt die Prüfung als bestanden, wenn auf beiden Prüfungsgebieten mindestens die Note 4,0 erzielt wurde.

 

Was ist ein Prüfungsnachweis?

Prüfungsnachweise (audit evidence) sind vom Abschlussprüfer verlangte Informationen, die er verwendet, um zu den Prüfungsfeststellungen zu gelangen, um hierauf aufbauen die geforderten Prüfungsaussagen zu treffen.

Prüfungsnachweise im Rahmen der Abschlussprüfung sind Informationen, insbesondere aus Originalunterlagen, buchhalterischen Aufzeichnungen sowie sonstigen, den Jahresabschluss und Lagebericht zugrundeliegenden Unterlagen, und Erkenntnisse, wie z.B. Erklärungen des gesetzlichen Vertreters.

Dabei hat der Abschlussprüfer die zur Stützung seiner Prüfungsaussagen dienenden Prüfungsnachweise in den Arbeitspapieren zu dokumentieren, soweit sie nicht im Prüfungsbericht enthalten sind.

Die Prüfungsnachweise müssen ausreichend und angemessen sein, damit die anschließenden Prüfungsfeststellungen mit hinreichender Sicherheit getroffen werden können.

Was sind Prüfungsschwerpunkte (significant accounts)?

Unter Prüfungsschwerpunkten sind Prüffelder zu verstehen, die mit einer besonders hohen Sicherheit geprüft werden, da sie signifikante Risiken beinhalten.

Insofern werden die für dieses Prüffeld durchgeführten Prüfungshandlungen mit einer höheren Intensität durchgeführt.

Im turnusmässigen Wechsel über die Jahre im Rahmen eines Prüfungsplans werden unterschiedliche Prüfungsschwerpunkte gebildet, die einem nicht signifikanten Risiko unterliegen.

Prüffelder, die ein hohes Risiko enthalten müssen hingegeben jedes Jahr geprüft werden.

Was steckt hinter dem Begriff Prüfungssicherheit?

Ein Urteil über die Ordnungsmässigkeit einer Prüfungsdienstleistung hat mit einem bestimmten Grad an Prüfungssicherheit zu erfolgen.

Das Prüfungsrisiko und die Prüfungssicherheit stehen hierbei in inverser Beziehung zueinander:

Prüfungssicherheit = 1 – Prüfungsrisiko

Der erreichbare Grad der Prüfungssicherheit nimmt i.d.R. mit jeder zusätzlichen Prüfungshandlung des Abschlussprüfers zu.

Grundsätzlich unterscheiden die nationalen Prüfungsnormen zwischen einer hinreichenden und einer mittelhohen Prüfungssicherheit.
In Deutschland ist bei Prüfungen das Urteil mit einer hinreichenden Sicherheit zu treffen.

 

Was ist eine Rechnungslegungsmethode (accounting policy)?

Unter Rechnungslegungsmethoden sind alle Verfahren zu fassen, die ein Unternehmen bei der Aufstellung und Darstellung seiner Abschlüsse anwendet.

Rechnungslegungsmethoden beziehen sich auf die Verfahren zur Beantwortung der Frage,

  • ob ein Posten (Bilanzierung dem Grunde nach),
  • in welcher Höhe (Bilanzierung der Höhe nach),

im Abschluss anzusetzen ist.

In einem engen Zusammenhang zur Bewertungsmethode selbst steht der Bewertungsmaßstab, also der Frage ob nach Anschaffungskosten- oder fair-value-Methode zu bilanzieren ist.

Was sind red-flags und was Beispiele für red-flags?

Red flags (Warnsignale) sind, oft in Form von Fragebögen oder Checklisten gesammelte Risikofaktoren, die auf erhöhte Risiken falscher Angaben in Abschluss und Lagebericht aufgrund von Unrichtigkeiten oder Verstößen darstellen.
Risikofaktoren eines Mandanten sind zusammen mit ihren Auswirkungen zu dokumentieren.

Beispiele für ein erhöhtes Risiko falscher Angaben an:

  • Zweifel an der Integrität oder Kompetenz der Unternehmensleitung
  • kritische Unternehmenssituationen
  • ungewöhnliche Geschäfte

Täuschungen sind bei folgenden Sachverhalten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwarten:

  • Wesentliche Teile der Vergütung der Unternehmensleitung hängen von der Zielerreichung bei bestimmten Finanzkennzahlen ab
  • Unternehmensleitung versäumt es bekannte Schwachstellen im internen Kontrollsystem zu beheben
  • Unfähigkeit zur Erzielung eines Liquiditätsüberschusses aus operativer Geschäftstätigkeit trotz ausgewiesener Erträge

Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Vermögensschädigungen signalisieren folgende Beispiele:

  • Vorräte von geringer Größe und hohem Wert
  • behördliche Untersuchungen
  • ungewöhnliche Zahlungen für Dienstleistungen

Was ist die Redepflicht des Abschlussprüfers und welchem Zweck dient diese?

Die Redepflicht des Abschlussprüfers ergibt sich aus § 321 Abs. 1 HGB:

In der Vorwegberichterstattung hat er darzulegen, ob:

vorliegen.

Der Abschlussprüfer hat über diese Tatsachen zu berichten und die aus seiner Sicht daraus resultierenden Konsequenzen aufzuzeigen.
Die Zielsetzung der Redepflicht besteht darin, die Überwachungsorgane frühzeitig über derartige Tatsachen zu informieren, damit diese geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen können.

 

 

Was sind Saldenbestätigungen, wofür werden diese benötigt und welche Arten gibt es?

Saldenbestätigungen fallen unter die Kategorie der Bestätigungen Dritter.

Wieso werden Saldenbestätigungsaktionen durchgeführt?

Saldenbestätigungen sind ein Instrument zur Prüfung des Bestehens, der Höhe und der zeitlichen Abgrenzung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Jahresabschlussprüfung.

Sie sind für Prüfungszwecke heranzuziehen, sofern die Forderungen und Verbindlichkeiten wesentlich sind oder signifikante Risiken (meist Rückstellungen) beherbergen.

Eine stichprobenartige Einholung sollte auf Basis einer computergestützten, zufälligen Stichprobe, die auf Basis der Wesentlichkeitsgrenzen ausgewählt wird, erfolgen.

Welche Arten gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Methoden für die Einholung von Saldenbestätigungen:

  • positive Methode
    – Bitte um Bestätigung oder Ablehnung des Saldos
    – Bitte um Mitteilung des Saldos
  • negative Methode
    – Rückmeldung nur bei einer Nichtübereinstimmung

Die positive Methode erfordert in jedem Fall eine Beantwortung durch den Adressaten, so dass die Prüfungsnachweise erheblich wertiger sind als die der negativen Methode.

Warum ist eine Schlussbesprechung wichtig?

Die Schlussbesprechung ist in den meisten Fällen nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Es gilt jedoch als berufsüblich, dass zwischen Vertretern der WP Praxis und Vertretern der geprüften Gesellschaft nach Abschluss der Prüfungshandlungen, jedoch noch vor Erteilung des Bestätigungsvermerks eine Schlussbesprechung stattfinden sollte.

Inhalt und Zweck dieser Besprechung ist es, die Geschäftsleitung der zu prüfenden Gesellschaft über wichtige Prüfungsfeststellungen, die Ordnungsmässigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts, die Angemessenheit des Risikomanagements und den Inhalt des Bestätigungsvermerks zu informieren.

Um dem Erfordernis des § 321 Abs. 5 HGB nachzukommen, wonach der Geschäftsleitung, wenn diese nicht Adressat des Prüfungsberichts ist, Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben ist, ist es üblich, auch den Entwurf des Prüfungsberichts zum Gegenstand dieser Besprechung zu machen.

Welchen Zweck hat eine Softwarebescheinigung (Software-Testat) gemäß PS 880?

Die Softwarebescheinigung bestätigt dem Softwarehersteller oder -anwender vor Implementierung im jeweiligen Unternehmensumfeld, dass die Software bei sachgerechter Anwendung eine Rechnungslegung ermöglicht, die den Grundsätzen ordnungsmässiger Buchführung entspricht.
Die Softwarebescheinigung wird vom Wirtschaftsprüfer als Ergebnis der Softwareprüfung erteilt, sofern sich im Rahmen dieser Verfahrensprüfung keine Beanstandungen ergeben.

Im Rahmen der Softwareprüfung werden die notwendigen Verarbeitungsfunktionen festgestellt, die Richtigkeit der Programmabläufe und der programmierten Regeln zu den Verarbeitungsfunktionen geprüft – zudem werden die Softwaresicherheit und Dokumentation beurteilt.

Der Abschlussprüfer kann die Softwarebescheinigung als Arbeitsergebnis eines sachverständigen Dritten berücksichtigen, sofern ein aussagefähiger Bericht über die Softwareprüfung vorliegt und diese durch den Abschlussprüfer kritisch gewürdigt wird.

Wie sehen Softwarebescheinigungen für Kanzlei Rechnungswesen pro der DATEV eG zum Beispiel (zum download in pdf) aus?

Mitteilung zum Prüfungsbericht für das DATEV Produkt „Kanzlei-Rechnungswesen pro“ der DATEV eG

Version 5.2 5.3: kostenloser download des Vermerks vom 6. März 2017
Version 5.0 5.1: kostenloser download des Vermerks vom 15. Februar 2016

 

 

Was wird alles unter dem Begriff der Sonderprüfung zusammengefasst?

Sonderprüfungen umfassen sämtliche Formen von Prüfungen, die durch zeitliche Unregelmässigkeit in der Wiederkehr bzw. durch die Einmaligkeit der Prüfung gekennzeichnet sind.

Sie sind gesondert durchzuführen und knüpfen an bestimmte Rechtsformen, Einzeltatbestände und Tätigkeitsbereiche an.

Gesetzlich vorgeschriebene Sonderprüfungen sind zwingend durchzuführen, sofern die Tatbestände, an die der Gesetzgeber die Prüfungspflicht knüpft, erfüllt sind.

Sonderprüfungen in diesem Sinne sind bspw.:

Gesetzlich vorgeschriebene Sonderprüfungen sind auf Veranlassung durchzuführen (unzulässige Unterbewertung nach § 258 AktG, Vorgänge bei Gründung und der Geschäftsführung).

 

Was ist unter einer Sorgfaltspflicht des Wirtschaftsprüfers zu verstehen?

Die Sorgfaltspflicht ergibt sich auch § 43 WPO, aus den § 4-8, 37-39 BS WP/vBP und aus § 323 Abs 1 HGB.

Unter der Sorgfaltspflicht wird allgemein die aufgrund von gesetzlichen Vorschriften oder Rechtsgeschäften bestehende Verpflichtung zur Auftragsdurchführung im Interesse Dritter verstanden. In Abgrenzung zur subjektiven Sorgfaltspflicht unterliegen WP als Freiberufler der objektiven Sorgfaltspflicht mit den Unterpflichten

  • der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt,
  • der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns und
  • der Sorgfalt einer freiberuflichen Tätigkeit.

Die Sorgfaltspflicht beinhaltet insbesondere das Bemühen um Erledigung übernommener Aufgaben mit Gewissenhaftigkeit und Sachkenntnis.

Der Grundsatz der Sachkenntnis verlangt, dass Wirtschaftsprüfer sich fortdauernd weiterbilden und für eine angemessene Aus- und Fortbildung aller Mitarbeiter sorgen. Der Wirtschaftsprüfer hat den neuesten Stand sowohl der betriebswirtschaftlichen Forschung als auch der höchstrichterlichen Entscheidungen sowie aller anderen Rechtssprechnungen und Normenentwicklungen in Rechts- und Steuersachen zu kennen.

 

Was ist ein Soll-Ist Vergleich und wozu dient dieser?

Der Begriff Soll-Ist Vergleich, der auch in der Unternehmensplanung sowie Kostenrechnung verwendet wird, bezeichnet allgemein die Gegenüberstellung eines tatsächlich vorhandenen Ist-Objekts mit dem an einer Zielvorstellung oder Norm ausgerichteten Soll-Objekt.

Die Jahresabschlussprüfung kann dabei grundsätzlich als Soll-Ist Vergleich aufgefasst werden wobei als

  • Ist Objekt der vorgelegte, vorläufige Jahresabschluss sowie die zugrundeliegende Buchführung dient. Dabei ist die Aufgabe des Abschlussprüfers die, die Normenkonformität des Ist-Objekts festzustellen – dies geschieht zumeist auf Basis von Prüfungsfeldern.
  • Soll Objekt die gedachten Merkmalsausprägungen des Ist Objekts bei richtiger Anwendung der Rechnungslegungsnormen.

Die Durchführung des Soll-Ist-Vergleichs auf der Ebene des einzelnen Prüfungsobjekts wird als einfache Prüfung bezeichnet.

Die aus dem Vergleich zwischen Soll und Ist resultierenden Abweichungen bilden die Grundlage für den Urteilsbildungsprozeß sowie die Auswahl weiterer Prüfungshandlungen.

Da das Ziel der Prüfung ein Gesamturteil über den Jahresabschluss ist, müssen die Teilurteile zu einem Gesamturteil verdichtet werden.

Welche Personen bezeichnet man als stakeholder?

Unter stakeholder wird eine Gesamtheit von Personen oder Gruppen von Personen (Institutionen) mit gleichartigen Interessen an der Tätigkeit eines Unternehmens verstanden.

Sie haben gemeinsam, dass

  • für sie mit der Existenz des Unternehmens etwas auf dem Spiel steht (to be stake),
  • dass sie die Ziele eines Unternehmens beeinflussen können,
  • dass sie in Abhängigkeit vom Erfolg des Unternehmens beeinflusst werden.

Stakeholder können innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens stehen. Weiterhin können sie direkt (Geschäftsführer) auf die Tätigkeit des Unternehmens einwirken oder indirekt (Eigen- und Fremdkapitalgeber).

Dabei lassen sich die Ziele in monetäre und nicht monetäre Ziele klassifizieren.

Was steckt hinter dem Stetigkeitsgrundsatz und wofür dient dieser?

Aus dem Grundsatz der Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen leitet sich das Prinzip der Stetigkeit ab. Dieses Prinzip ist ein zentraler Grundsatz ordnungsmässiger Buchführung.

Das Stetigkeitsprinzip besitzt nur Bedeutung, sofern Methodenwahlrechte bestehen. Zur Beschränkung einer möglichen Abschlusspolitik sowie im Interesse einer Vergleichbarkeit im Zeitablauf sind diese einheitlich auszuüben. Ist dagegen nur eine Bilanzierungsweise zulässig, bedarf es für die Stetigkeit keiner besonderen Regelungen. Der Wechsel von einer unzulässigen zu einer zulässigen Bilanzierung wäre demzufolge kein Methodenwechsel sondern eine Bilanzberichtigung.

Wie wird der Grundsatz unterteilt und welche Stetigkeiten gibt es?

Was ist unter der formellen Stetigkeit zu verstehen?

Die formelle Stetigkeit verlangt die Beibehaltung der Darstellung und des Ausweises von Posten im Jahresabschluss. Auch die Bilanzidentität, nach der die Schlussbilanz des alten Geschäftsjahres mit der Eröffnungsbilanz des neuen Geschäftsjahres identisch sein muss, wird der formellen Stetigkeit zugerechnet. (§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB)

Die formelle Stetigkeit darf nur durchbrochen werden, wenn aufgrund besonderer Umstände Abweichungen erforderlich sind. Dies ergibt sich für die deutschen Normen insbesondere aus dem Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit des Jahresabschlusses (§ 243 Abs. 2 HGB).

Was ist unter der materiellen Stetigkeit zu verstehen?

Die materielle Stetigkeit fordert die Anwendung gleicher Bewertungsmethoden (HGB) für aufeinander folgende Jahresabschlüsse. (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB)

Die materielle Stetigkeit unterteilt sich in eine zeitliche Dimension, welche die Anwendung gleicher Methoden für ein und denselben Bilanzposten in aufeinander folgenden Berichtsperioden fordert, sowie eine sachliche Dimension, wonach art- und funktionsgleiche Vermögensgegenstände und Schulden ebenfalls gleich zu behandeln sind.

Eine Durchbrechung der materiellen Stetigkeit ist nur in begründeten Ausnahmefällen (bspw. Gesetzesänderung) möglich (§ 252 Abs. 2 HGB).

Welche Eigenschaften hat die Rechtsform GmbH & Co. KG?

Bei der GmbH & Co. KG handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft, bei der eine GmbH persönlich haftender Gesellschafter ist (Komplementär-GmbH) und andere Rechtspersonen (meist die Gesellschafter dieser GmbH) Kommanditisten sind. Juristisch handelt es sich um eine Personengesellschaft.

Da die GmbH als Komplementär auftritt und dadurch die unbeschränkte Haftung übernimmt, ist die Haftung der Kommanditisten auf die Haftsumme beschränkt, für die Gläubiger haftet darüber hinaus das Vermögen der GmbH.

Besteuerung der GmbH & Co. KG

Eine GmbH & Co. KG ist steuerlich eine Personengesellschaft, ihr Gewinn einheitlich und gesondert festgestellt und anteilig den Gesellschaftern zugerechnet, die ihn zu versteuern haben. Sind die Gesellschafter natürliche Personen, unterliegt ihr Gewinnanteil der Einkommensteuer; sind die Gesellschafter körperschaftsteuerpflichtig, unterliegt ihr Gewinn der Körperschaftsteuer.

 

Was ist eine Stichprobe?

Eine Stichprobe ist eine endliche Teilmenge aus einer unendlichen oder unendlichen Gesamtheit von Elementen mit identischen Merkmalseigenschaften.

Auf Basis von Stichproben sollen Rückschlüsse auf die Gesamtheit gezogen und aufgestellte Hypothesen über bestimmte Eigenschaften der Gesamtheit widerlegt bzw. bestätigt werden.

Eine Stichprobe sollte folglich die Gesamtheit möglichst repräsentativ widerspiegeln.

Welche Verfahren zur Auswahl einer Stichprobe gibt es?

Stichproben können über Verfahren der bewussten Auswahl oder über Zufallsauswahlen gewonnen werden.

Bei Letzteren existieren neben der einfachen Zufalls-Stichprobe, bei der sämtliche die gleiche vom Umfang der Stichprobe abhängige Auwahlwahrscheinlichkeit besitzen, auch mehrstufige Auswahlverfahren wie die geschichtete Auswahl und die Klumpenauswahl sowie größenproportionale Auswahlverfahren.

Eine Zufallsauswahl wird grundsätzlich auf Basis eines statistischen Verfahrens durchgeführt, da die Ermittlung des Stichprobenumfangs den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitstheorie genügen oder zumindest auf der Urteilsfähigkeit des Prüfers beruhen.

 

Was ist das Gebot der Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers?

Der Wirtschaftsprüfer trifft ein Urteil über die Normenkonformität von Jahresabschlüssen und Lageberichten.

Urteile, auf denen die Adressaten nicht vertrauen können, haben für diese keinen Wert. Voraussetzungen für die Abgabe vertrauenswürdiger Urteile sind Urteilsfähigkeit und Urteilsfreiheit des Urteilenden sowie eine sachgerechte Urteilsbildung. Während die Urteilsfähigkeit auf die fachliche Qualifikation des Abschlussprüfers abstellt, ist Urteilsfreiheit gegeben, wenn der Abschlussprüfer sein Urteil frei von jeglichen Einflüssen treffen, d.h. unabhängig und unbefangen abgeben kann.

Unbefangenheit (innere Unabhängigkeit) bezeichnet die innere Einstellung des Abschlussprüfers, ohne geistige Bindung unvoreingenommen tätig zu werden. Darüber hinaus muss der Prüfer nicht nur tatsächlich unabhängig und unbefangen sein, sondern auch für diejenigen, zu Gunsten derer er seine Schutz- und Ordnungsfunktion ausübt, als unabhängig erscheinen. Insbesondere das Problem der Besorgnis der Befangenheit soll hier angesprochen sein.

Was ist mit der Befangenheit gemeint?

Eine Befangenheit liegt vor, falls bei einem vernünftigen vorurteilslosen Dritten ein aus einem sachlichen Grund abgeleitetes Mißtrauen besteht, dass der Abschlussprüfer nicht unabhängig ist. Hiermit wird die äußere Unabhängigkeit angesprochen, die das Freisein von rechtlichen, wirtschaftlichen und faktischen Einwirkungsmöglichkeiten durch das zu prüfende Unternehmen oder durch Dritte umfasst.

Die internationale Literatur unterscheidet in ähnlicher Weise zwischen independence in fact und independance in appearance

Independance in fact ist gegeben, wenn ausschließlich sachgerechte Erwägungen angestellt werden.

Independance in appearance knüpft dagegen an objektivierbare Umstände an, bei deren Vorliegen die Besorgnis der Befangenheit begründet wird.

Was sind typische Beispiele für eine fehlende Unabhängigkeit des Wirtschaftsprüfers?

  • personelle Verpflechtungen (Prüfer ist Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglied oder Arbeitnehmer)
  • Finanzielle Interessen (Beteiligungs- und Schuldverhältnisse)
  • Persönliche Beziehungen (Verwandtschaft oder soziale Bindungen)
  • Verbindung von Prüfungs- und Beratungstätigkeit

Wofür wird eine Trendanalyse verwendet?

Die Trendanalyse wird im Prüfungswesen verwendet, um festzustellen, ob bestimmte Jahresabschlussposten aufgrund ihrer Entwicklung in den vorangegangenen Geschäftsjahren plausibel erscheinen.

Dabei entwickelt der Wirtschaftsprüfer auf Basis der vergangenen Entwicklung ein Gefühl für den aktuellen wert des Postens bzw. eine zukünftige Entwicklung als Vergleichsmaßstab.

Bei einer graphischen Darstellung werden die Beträge des zu prüfenden Jahresabschlusspostens zu verschiedenen Zeitpunkten in ein Streuungsdiagramm eingetragen, in welches eine Trendlinie eingefügt wird um die Entwicklung des Postens zu verdeutlichen.
Durch die Verlängerung der Linie können Rückschlüsse und Erwartungen auf die Zukunft entwickelt werden.

Der Vorteil der Trendanalyse besteht darin, dass zufällige Schwankungen des untersuchten Jahresabschlusspostens durch die Berücksichtigung einer Vielzahl von Vorperioden nivelliert werden.

Als Nachteil der Trendanalyse ist zu nennen, dass dass alleinig die Zeit den Erwartungswert beeinflusst und nicht sonstige Einflussfaktoren zu Rande gezogen werden.

 

Warum muss der Wirtschaftsprüfer seinen Beruf unparteiisch ausüben?

Das Gebot der Unparteilichkeit (siehe Berufspflichten), das in § 323 Abs. 1 Satz 1 HGB sowie § 28 der BS WP/vBP normiert ist, ergibt sich aus dem Postulat der Unabhängigkeit.

Es verlangt die objektive, freie Beurteilung aller wesentlichen Tatbestände nach sachlichen Gesichtspunkten.

Die Unparteilichkeit erfordert die neutrale Berücksichtigung aller wesentlichen Tatbestände und verbietet die Rücksichtnahme auf eigene und fremde Interessen. Der Abschlussprüfer darf demnach nicht allein die Interessen der Kapitalgesellschaft bzw. der Verwaltung der geprüften Gesellschaft im Auge haben.

Die Unparteilichkeit betrifft in erster Linie Prüfungstätigkeiten oder die Erstattung von Gutachten. Insbesondere beratende Tätigkeiten beinhalten die Wahrung der Interessen des Mandanten, so dass sich die Forderung nach Unparteilichkeit nicht auf dieses Aufgabenfeld erstreckt.

 

 

Was ist eine Unterschlagungsprüfung?

Was ist eine Unterschlagung?

Der Begriff Unterschlagung wird weit ausgelegt: Er umfasst nicht nur die strafrechtliche Unterschlagung sondern u.a. auch Diebstahl, Untreue oder Datenveränderung. Oftmals wird alles im täglichen Doing unter Fraud subsumiert.

Als Unterschlagung im wirtschaftlichen Sinne werden bewusste Schädigungen einer Organisation bezeichnet, die von einem Defraudanten (Schädiger) durchgeführt werden, um unberechtigte Vorteile zu erlangen. Dagegen bezieht sich der o.g. Begriff Fraud auf die falsche Darstellung im Jahresabschluss.

Auf wenn die Jahresabschlussprüfung so anzulegen ist, dass Verstöße, die sich auf den Abschluss wesentlich auswirken, vom gewissenhaften Prüfer erkannt werden, ist in diesem Rahmen keine Unterschlagungsprüfung vorzunehmen. Denn bei der Abschlussprüfung ist z.B. keine kriminalistische Vorgehensweise erforderlich.

Was sind unvereinbare Tätigkeiten für den Wirtschaftsprüfer?

Was ist eine unvereinbare Tätigkeit?

Ein Wirtschaftsprüfer hat sich jeder Tätigkeit zu enthalten, die mit seinem Beruf oder dem Ansehen des Berufs unvereinbar ist. (§ 43 Abs. 2 Satz 1 WPO – Inkompatibilitätsvorschrift). Dies ist auch gesetzlich so vom Bundesverfassungsgericht in einem Urteil zur Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit bestätigt.

Nach § 43a Abs. 3 WPO darf er

  • keine gewerbliche Tätigkeit,
  • keine Tätigkeit aufgrund eines Anstellungsvertrags und
  • keine Tätigkeit aufgrund eines Beamtenverhältnisses oder
  • eines nicht ehrenamtlich ausgeübten Richterverhältnisses ausüben.

Welche Ausnahmen gibt es?

So darf ein Wirtschaftsprüfer gemäß § 43a Abs. 1 WPO als zeichnungsberechtigter Angestellter im Prüfungswesen tätig sein. Zudem sind ihm weitere Angestelltentätigkeiten gestattet, wie z.B. bei der WPK oder bei einschlägigen Berufsverbänden wie dem IDW.

Der Weiteren ist ein Beamtenverhältnis bei wissenschaftlichen Instituten oder als Hochschullehrer zulässig

Einem Wirtschaftsprüfer sind Tätigkeiten untersagt, die seine Berufspflichten oder das Ansehen des Berufsstands beeinträchtigen können.

Was sind die Folgen der Ausübung einer unvereinbaren Tätigkeit?

Die Ausübung einer unvereinbaren Tätigkeit kann ein Grund für den Widerruf der Bestellung sein. (§ 20 WPO) Bei bestimmten Tätigkeiten kann es aber eine Ausnahmegenehmigung geben (siehe WPK und dessen Merkblatt)

Was sind vereinbare Tätigkeiten?

Welche Tätigkeiten übt der Wirtschaftsprüfer aus?

Wirtschaftsprüfer haben die berufliche Aufgabe, betriebswirtschaftliche Prüfungen durchzuführen (§ 2 Abs. 1 WPO). Weitere Tätigkeitsinhalte sind nach § 2 Abs. 2 und 3 WPO die Beratung und Vertretung in steuerlichen Angelegenheiten, das Auftreten als Sachverständiger, die Wirtschaftsberatung und die treuhänderische Verwaltung.

Dagegen hat sich der Wirtschaftsprüfer jeder Tätigkeit zu enthalten, die mit seinem Beruf oder mit dem Ansehen des Berufs unvereinbar ist.

Welche Tätigkeiten eines WP sind denn nun vereinbar?

Über die in § 2 WPO definierten Haupttätigkeiten hinaus sind WP befugt, nachfolgende Tätigkeiten auszüben, sofern Sie mit dem Beruf des WP vereinbar sind (§ 43a WPO):

  • Ausübung eines freien Berufs auf dem Gebiet der Technik oder des Rechnungswesens
  • Tätigkeit an wissenschaftlichen Instituten
  • Tätigkeit als Angestellter der WPK
  • Tätigkeit als Angestellter einer nicht gewerblich tätigen Personenvereinigung, deren Zweck in der Vertretung des Berufsstandes liegt (IDW)
  • Durchführung von Lehr- und Vortragsveranstaltungen zur Vorbereitung auf einschlägige Berufsexamina (Wirtschaftsprüfer, Steuerberater) und zur Fortbildung der Mitglieder der Wirtschaftsprüferkammer
  • Freie schriftstellerische, wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit sowie freie Vortragstätigkeit

Was sind Vergleichsangaben in Jahresabschlüssen?

Gemäss § 265 Abs. 2 HGB sind in Jahresabschlüssen die Vergleichszahlen des Vorjahres für Bilanz und GuV anzugeben.

Freiwillig können zusätzliche Vorjahresangaben im Jahresabschluss oder im Anhang getätigt werden. In seltenen Fällen können auch ganze Vorjahresabschlüsse im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben werden.

Durch die Einbeziehung in den Abschluss werden die Angaben allerdings prüfungspflichtig. Die Prüfung gestaltet sich indes einfach, da die Angaben mit dem Vorjahresabschluss im Sinne eines einfachen Soll-Ist Vergleichs geprüft werden können.

Sofern Sie außerhalb des Jahresabschlusses oder des Lageberichts veröffentlicht werden, hat der Abschlussprüfer diese Angaben rechtlich zu lesen, im wesentliche Inkonsistenzen festzustellen.

Was ist ein Vermögensgegenstand? Was ist ein Wirtschaftsgut?

Der Begriff des Vermögensgegenstands umfasst körperliche Gegenstände, also Sachen, und immaterielle Werte, soweit denen eine rechtliche oder tatsächliche Position von wirtschaftlichem Wert im Geschäftsverkehr beizumessen ist.

Maßgebende Kriterien für das Vorliegen eines Vermögensgegenstands sind die selbstständige

  • Bewertbarkeit und
  • Verkehrsfähigkeit.

Der handelsrechtliche Begriff des Vermögensgegenstands entspricht grds. dem bilanzsteuerlichen Begriff des (aktiven, nicht des passiven bzw. negativen) Wirtschaftsguts. Allerdings stellt die Rechtsprechung des BFH stärker auf die selbstständige Bewertbarkeit ab und misst der selbstständigen Verkehrsfähigkeit nur insoweit Bedeutung zu, wie Wirtschaftsgüter im Zusammenhang mit der Veräußerung des Betriebs übertragen werden können.

Was ist die Voraussetzung für die Aufnahme in die Bilanz?

Voraussetzung für die Aufnahme von Vermögensgegenständen in den Jahresabschluss ist, dass diese in personeller Hinsicht einem bestimmten Kfm sowie in sachlicher Hinsicht seinem Betriebs– und nicht seinem Privatvermögen zuzurechnen sind.

Die personelle Zurechnung ist in § 246 Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 HGB geregelt. Nach dieser ist bei Vermögensgegenstand beim Auseinanderfallen von rechtlichem und wirtschaftlichem Eigentum die wirtschaftliche Zurechnung maßgebend.

Was versteht man unter Verschwiegenheit des Wirtschaftsprüfers?

Die Verschwiegenheit ist einer der wesentlichen Grundsätze für die Ausübung des Berufs des Wirtschaftsprüfers. Bereits bei der Vereidigung spielt die Verschwiegenheit eine zentrale Rolle.

Nach § 43 WPO hat der Wirtschaftsprüfer seinen Beruf verschwiegen auszuüben. Tatsachen und Umstände, die ihm bei seiner Berufstätigkeit anvertraut oder bekannt werden, darf er nicht unbefugt offenbaren. Der Wirtschaftsprüfer hat dafür Sorge zu tragen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen, dass solche Informationen nicht bekannt werden (§ 10 Berufssatzung).

Die Verpflichtung zur Verschwiegenheit gilt zeitlich unbegrenzt, d.h. auch über die Beendigung des Auftragsverhältnisses hinaus. Sie ist personell gegenüber jedermann zu wahren.

Der Wirtschaftsprüfer wird bei Pflichtverletzungen mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft. Der Wirtschaftsprüfer hat seine Mitarbeiter und Gehilfen zur Verschwiegenheit zu verpflichten.

Was ist das Verwertungsverbot?

Eng mit der Verschwiegenheit verknüpft ist das Verwertungsverbot. Erlangt der Wirtschaftsprüfer im Rahmen seiner Berufsausübung Kenntnisse von Tatsachen und Umständen, insbesondere geschäftlichen Einflüssen oder Transaktionen, die seinen Auftraggeber oder Dritte betreffen, so darf er diese Kenntnisse nicht unbefugt für eigene oder fremde Vermögensdispositionen nutzen.